Fränkischer Wirt erlebt beunruhigenden Vorgang in Lokal – "bisschen mulmig"
Autor: Jürgen Wittrin, Ralf Welz
Abenberg, Freitag, 06. November 2026
Eine fränkische Gaststätte ist Opfer eines beunruhigenden Vorgangs geworden. Der Wirt berichtet inFranken.de von den Folgen. Zuletzt gab es ähnliche Fälle in Supermärkten – die Polizei ermittelt.
Zuletzt kam es in Europa, auch in Deutschland, zu mehreren Cyberattacken auf Kühlanlagen von Supermärkten. Wie jetzt bekannt wurde, ist offensichtlich auch ein fränkischer Gasthof Opfer von Kriminellen geworden. Der Inhaber der Gaststätte "Pflugsmühle" in Abenberg (Landkreis Roth) schildert inFranken.de die folgenschweren Vorkommnisse in seinem Restaurantbetrieb.
Anfang der Woche sorgte ein mutmaßlicher Hackerangriff auf einen Edeka-Markt im niederbayerischen Reisbach für großes Aufsehen. Dort waren die Kühltruhen auf 50 Grad erhitzt worden. inFranken.de erkundigte sich daraufhin bei der Supermarktkette, ob es in fränkischen Filialen ebenfalls entsprechende Vorfälle gab.
Mutmaßlicher Hackerangriff auf fränkische Gaststätte im Landkreis Roth: Kühlung auf 150 Grad erhitzt
Zu Wochenbeginn wurde auch in der "Pflugsmühle" im mittelfränkischen Abenberg festgestellt, dass deren Kühlanlage in der Nacht auf vergangenen Montag (2. November 2026) hochgeheizt worden war. Der Schaden wurde laut Inhaber Benedikt Braun morgens gegen 7.30 Uhr von seinem Vater entdeckt. Dieser habe dann das Kühlhaus zusammen mit ihrem Kältetechniker vom Netz getrennt. Wie Braun gegenüber inFranken.de festhält, sei die mit einer Software verbundene Kühlanlage auf 150 Grad erhitzt gewesen.
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"Bisher war uns auch nicht bekannt, dass so hoch geheizt werden kann", teilt er mit Blick auf die enormen Temperaturen in der Anlage mit. Die Funktion des Hochheizens diene für gewöhnlich dem "Abtauen von vereisten Verdampfern". Dort entsteht die eigentliche Kühlwirkung – bei Vereisung sinkt die Leistung.
Der entstandene Schaden liege bei etwa 5000 Euro, berichtet der Gastronom. Das bestätigt auch die Pressestelle der Polizei Mittelfranken gegenüber unserer Redaktion. Nach Aussagen des Restaurantinhabers mussten insbesondere leicht verderbliche Speisen wie Geflügel und Käse, sowie Speiseeis entsorgt werden. Ob die Versicherung dafür aufkommt, kläre man gerade.
"Als wäre jemand bei uns eingebrochen": Gastwirt berichtet von mulmigem Gefühl
Die Frage danach, warum Kühlhäuser mit einer Software verbunden seien, kam im Zusammenhang mit den anderen Fällen in der öffentlichen Debatte bereits mehrfach auf. Im Falle der "Pflugsmühle" erfüllt sie eigentlich einen "Überwachungszweck", erklärt Benedikt Braun. Hintergrund: In der Vergangenheit seien durch kleinere Stromausfälle Schäden entstanden, berichtet der Gastronom inFranken.de.
Nach dem jüngsten Vorfall, dem augenscheinlichen Cyberangriff, ist das Kühlhaus inzwischen wieder nutzbar. Aus Sicherheitsgründen habe man die Software jedoch offline gestellt, erklärt Braun.