HSC Bad Neustadt - TV Hochdorf 35:26 (18:12) - Nach einem Kantersieg im Spitzenspiel sah es lange nicht aus. "Zu Beginn haben wir den gegnerischen Rückraum nicht in den Griff bekommen", monierte HSC-Coach Matthias Obinger. Mit 3:7 lagen die Unterfranken zurück, kurz darauf nahm Obinger eine Auszeit und brachte für Franziskus Gerr mit Maximilian Schmitt einen vorgezogenen Posten. "Das hat unseren Spielaufbau schwer gestört", kommentierte TV-Keeper Maximilian Haller die HSC-Umstellung auf eine 5:1-Abwehr. Mitte der ersten Halbzeit gelang den Pfälzern gerade einmal ein Treffer, den Gastgebern aber neun. Zur Pause führte der Spitzenreiter bereits deutlich.

Die zweite Halbzeit startete wie die erste. "Irgendwie haben wir unseren Spielfaden nicht gefunden", befand Obinger, der in den ersten sechs Minuten nur ein Tor von Spielmacher Emil Feuchtmann notieren, aber sechs Gegentreffer konstatieren musste. Beim Stand von 19:17 wurde auch das Publikum unruhig, doch dann wirbelten wieder nur die Rot-Weißen. Fünf Treffer in Folge ließen den Vorsprung auf 24:19 anwachsen, unter anderem lochte Vilim Leskovec in Unterzahl ein.

"Wir haben gezeigt, dass wir unter Druck nicht den Kopf verlieren", kommentierte Mannschaftskapitän Margots Valkovskis die beiden kleinen Schwächephasen, "es war vielleicht eine wichtige Erfahrung, dass wir auch daheim immer aufpassen müssen". Sein Trainer stellte dann etwas um, schonte Jan Wicklein, beorderte Goran Djuricin auf dessen Position und schickte Michal Panfil aufs Feld, der in der Schlussphase noch drei Treffer erzielte. Auf der Gegenseite verhinderte der pfeilschnelle Linksaußen Niklas Schwenzer ein Debakel, der Schwächen in der Rückwärtsbewegung bei den HSCler offenlegte. "Die Riesen aus der Pfalz sind an den Riesen aus der Rhön gescheitert", so ein Hochdorfer Anhänger, der sich der allgemeinen Erkenntnis nur anschließen konnte: "Bad Neustadt ist derzeit das stärkste Team der Liga und wäre ein würdiger Meister."
Tore für den HSC: Vilim Leskovec (9), Jan Wicklein (7/3), Goran Djuricin (6), Gary Hines (4), Michal Panfil (3) Emil Feuchtmann (3), Maximilian Schmitt (2), Margots Valkovskis (1).