"Oberelsbach Helau!" Die Stimmung bei der zweiten Rhöner Maskenfastnacht war gut und das Programm auf dem Oberelsbacher Marktplatz abwechslungsreich. Die Organisatoren haben aus den Schwachstellen der ersten Maskenfastnacht vor einem Jahr gelernt, so gab es in diesem Jahr eine Bühne, auf der sich das Schauspiel abspielte. Für Animation und Unterhaltung sorgen die Schwestern Sonja Rahm und Daniela Schrenk, die gleich zu Beginn den neuen Oberelsbacher Fasenachtshit vorstellten. "In Elsbich is heut Fosenocht, der Marktplatz ist voll, die Masken tanzen, die Musik spielt, die Stimmung ist scho toll." Die beiden verstanden es das Publikum auf Touren zu bringen, immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, sorgten sie für Unterhaltung. Den Maskierten entlockten sie so manches Geheimnis, wobei Charme und Witz nicht zu kurz kommen durften.

Und dann ging es los mit dem Maskenaufmarsch.
Unter strömendem Regen zogen die Weisbacher Jüde, die Wille jüde, Baasefrauen und Bajazz aus Wargoldshausen, die Oberelsbacher Stroh- und Spiermänner, Hexen, Ginolfser Fosenöchter und die Unterelsbacher Fosenöchter mit ihren Mädchen durch die Oberelsbacher Gassen und auf den Marktplatz. Angeführt wurden sie von der Trachtenkapelle Oberelsbach, die einen Faschingshit nach dem anderen zum Besten gab. In diesem Jahr positionierten sich die Masken so, dass auch wirklich jeder aus dem Publikum die Möglichkeit hatte, sie in Augenschein zu nehmen. So mancher machte sogar intensivere Bekanntschaft als ihm lieb war, denn weder Oberelsbacher noch Weisbacher, Unterelsbacher oder Ginolfser Fosenöchter gingen mit ihren Stöcke, Gerten und Klatschen sparsam um. Da wurden schnelle Hiebe und herbe Schläge mit der Klatsche ausgeteilt.

Landrat mit Narrenhütchen

Der erste Auftritt gehörte der Oberelsbacher Fastnacht, die schon vor dem Maskenzug auf dem Leiterwagen lag. Die Stroh- und Spiermänner erweckten ihre Fasenacht zum Leben, die von Sonja Rohrbach verkörpert wurde. Eine flammende Rede hielt die Fasenacht als Einstimmung auf die tollen Tage und dazu gehörte natürlich ein kritischer Blick auf die Rathausmacht und den inkognito vertretenen Landrat Thomas Habermann, der sich unterm bunten Narrenhütchen unter Volk mischte. Das größte Problem der Oberelsbacher, sie haben keine Arzt mehr. Doch die Fasenacht weiß Rat. Bischofsheims Dr. Hagitte, der wird nun kurzerhand nach Oberelsbach geholt. Mit seinen 84 Jahren sucht er doch sicherlich eine neue berufliche Herausforderung. Wenig später war auch schon der erste "Dr. Hagitte-Fanclub" gegründet, angeführt von der Sondernauer Narrenschar.

Der Einzug der Unterelsbacher Fosenöchter-Paare wurde von Dietmar Hesselbach kommentiert. Er ging auf die Fosenöchter Tradition und die neu angeschafften Fosenöchter-Trachten ein. "Auf ihr Narren strömt herbei, flieht des Alltags einerlei, reißt euch los von Herd und Tiegel, und packt des Frohsinns lockre Zügel, springt mit Schwung und Elan, in den bunten Faschingskan." Die Fosenöchter stehen in Unterelsbachs Faschingsbrauchtum im Mittelpunkt solange jemand zurück denken kann, erklärte Hesselbach. "Sie verkleiden sich zu furchterregenden Gestalten, um den Winter zu vertreiben, den Bauern Fruchtbarkeit und Gedeihen der Saaten zu bringen." Ausführlich erklärte er wie das Faschingstreiben in Unterelsbach so vonstatten geht. Unter den Masken durfte nur jemand stecken, der schon seit einem Jahr aus der Schule war. Aufgabe der Fosenöchter war es nicht nur ihre Mädchen zum Tanz zu führen, sondern auch in den närrischen Tagen so allerlei Schabernack zu treiben und um Eier und Geld zu fechten.

Spektakulärer "Tanz um die Goas"

Zu Gast in Oberelsbach waren wie Wargoldshäuser mit ihrem Wille Jöüds, der Baasefrau und den Bajazz. Wolfgang Reinhardt, der die Baasefrau verkörperte berichtete aus der Tradition der Wargoldshäuser Fasenacht und mischte sich mit seinem Anhang unter das Volk. Ein spektakuläres Schauspiel boten die Weisbacher mit dem "Tanz um die Goas", der schließlich mit dem Schlachten der Goas und dem Trinken des "Blutes" aus dem Eimer des Schlachters endete.

Zwischen all den Darbietungen gab es immer wieder genügend Gelegenheit zum ausgelassenen Tanzen und Feiern und das Publikum machte begeistert mit. Ein wahrer Renner waren die Fastnachtskrapfen, die am Ende der Veranstaltung, genauso wie der Kuchen aus der Kaffeebar restlos ausverkauft waren. In der Elstalhalle gab es die Möglichkeit sich bei Kaffee und Kuchen aufzuwärmen oder vor dem Regen unterzustellen, die Maskenausstellung und Bilderausstellung zu bewundern, und verschiedenen Vorführungen rund um das Thema Masken beizuwohnen. Für die Kinder gab es zudem ein buntes Kinderprogramm.