Mutmaßlicher Messerstecher (22) von Mellrichstadt: "Ich habe die Frau gehasst"
Autor: Stefan Lutter
Mellrichstadt, Montag, 16. März 2026
Ein 22-Jähriger ersticht seine Kollegin in Mellrichstadt und begründet die Tat emotionslos mit Hass. Ein Gutachter widerspricht, die Anklage spricht von Mordlust.
Mit erschütternden Worten hat am Montag, 16. März 2026, vor dem Landgericht Schweinfurt der Prozess um die tödliche Messerattacke in Mellrichstadt begonnen. "Ich habe die Frau gehasst", erklärte der 22-jährige Angeklagte aus Meiningen über seine 59-jährige Kollegin, die er am Dienstag, 1. Juli 2025, beim Stromversorger Überlandwerk Rhön erstochen haben soll. Der zweifache Vater räumte die Tat ein und sprach von Zorn und schlechter Behandlung durch das Opfer - doch die Staatsanwaltschaft Schweinfurt zeichnet ein ganz anderes Bild der Geschehnisse.
Die Anklage lautet auf Mord aus Mordlust, versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung. Oberstaatsanwalt Markus Küstner wirft dem Industriekaufmann vor, seit Monaten das ernsthafte Verlangen verspürt zu haben, andere Menschen zu verletzen und zu töten. Bei dem brutalen Angriff im Firmengebäude in der Sondheimer Straße wurden auch zwei Kollegen schwer verletzt, die der Frau zu Hilfe eilten. Bis zum 14. April 2026 sind insgesamt sechs Verhandlungstermine angesetzt, um die wahren Motive hinter der blutigen Tat zu klären.
Prozess gegen mutmaßlichen Messerstecher von Mellrichstadt beginnt: "Ich habe die Frau gehasst"
Vor dem Landgericht Schweinfurt hat am Montag, 16. März 2026, der Prozess um die tödliche Messerattacke auf eine Mitarbeiterin des Stromversorgers Überlandwerk Rhön begonnen. Der 22-jährige Angeklagte aus dem thüringischen Meiningen äußerte sich zum Auftakt der Verhandlung mit erschütternden Worten über seine Beweggründe. "Ich habe die Frau gehasst", sagte der Deutsche laut Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) nüchtern vor der Großen Strafkammer über die 59-Jährige, die er am Dienstag, 1. Juli 2025, im bayerischen Mellrichstadt getötet haben soll.
Die Beziehung zu seiner ehemaligen Kollegin sei von Anfang an belastet gewesen, so der Angeklagte weiter. "Wir haben uns nicht gut verstanden", erklärte er. Seit seiner Ausbildung habe er die Frau gekannt und sich von ihr schlecht behandelt gefühlt. Er habe Zorn und Wut verspürt. Besonders problematisch sei gewesen, dass sie "ein Problem damit" gehabt habe, dass er nicht gläubig sei, berichtete die dpa. Die 59-Jährige war jahrzehntelang in dem Unternehmen beschäftigt und starb kurz nach dem Angriff.
Mit sichtlicher Betroffenheit wandte sich der 22-Jährige an die Hinterbliebenen und Opfer der Tat. Er wolle sich bei allen Betroffenen entschuldigen, versicherte der gelernte Industriekaufmann laut dpa-Bericht. "Ich habe aus Zorn eine abscheuliche Tat begangen", räumte er ein. Die Tat tue ihm leid, und anders als erhofft habe er sich danach nicht besser gefühlt.
Entschuldigung und emotionslose Schilderung im Gerichtssaal
Der junge Mann wirkte während der Verhandlung ruhig und sprach nahezu emotionslos. Er schilderte eine angeblich schwere Kindheit, die Eltern seien tot, er sei überwiegend bei den Großeltern aufgewachsen. Drogen, Tabletten und Alkohol hätten sein Leben bestimmt, kurz vor der Tat sei er stationär in einer Psychiatrie gewesen. Am Morgen des Angriffs habe er einen Joint geraucht, gab der zweifache Vater an.
Die Staatsanwaltschaft Schweinfurt wirft dem Angeklagten jedoch weit schwerwiegendere Motive vor als bloßen Zorn. Die Anklage lautet auf Mord aus Mordlust und Heimtücke, versuchten Totschlag sowie gefährliche Körperverletzung. Der Mann soll seine damalige Kollegin auf der gemeinsamen Arbeitsstelle beim Stromversorger Überlandwerk Rhön in Unterfranken mit einem Messer erstochen haben. Insgesamt sind für das Verfahren sechs Verhandlungstermine bis zum Montag, 14. April 2026, angesetzt.