Nach der Bestätigung von Coronafällen unter den knapp 50 Geflüchteten aus der Ukraine im Haus St. Michael in Bad Königshofen hat Dr. Anne-Rose Denzel, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes Rhön-Grabfeld, das Haus am Dienstag unter Quarantäne gestellt. Diese Verordnung gilt bis zum 25. März 24 Uhr. Das bringt es mit sich, dass aktuell die Aufnahme neuer Bewohner oder die Verlegung nicht möglich ist und auch St. Michael nicht mehr betreten werden darf. Ausnahmen sind allerdings bei medizinischen Notfällen nach Zustimmung des Gesundheitsamtes möglich, heißt es in der Mitteilung der Behörde vom Dienstagnachmittag.

Die Quarantäne war notwendig, da alle Bewohner bis auf Weiteres als enge Kontaktpersonen gelten, erläuter Dr. Helmut Klum, Versorgungsarzt für den Landkreis Rhön-Grabfeld in Pandemiezeiten.

Alle Bewohner gelten als enge Kontaktpersonen

Nach einem positiven Schnelltest waren zunächst acht Leute positiv. Es folgte der Abstrich am Dienstag, wonach noch sechs ukrainische Bewohner positiv getestet sind. Sie sind auf ihren Zimmern und sollten nicht mit anderen Bewohnern in Kontakt kommen. Alle anderen Bewohner von St. Michael dürfen sich innerhalb des Hauses und der dazugehörenden Freiflächen frei bewegen, erläutert Dr. Helmut Klum.

Außerhalb der Zimmer sowie natürlich der Freiflächen besteht für die Bewohner die Verpflichtung, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Getestet werden übrigens nicht mehr die speziellen Varianten des Virus, erklärt Dr. Helmut Klum. Wichtig ist es ihm, dass das Virus keinesfalls nach außen getragen wird. Es gelte der Schutz der Bevölkerung und auch der Ehrenamtlichen im Haus.

"Leider haben sich auch Ehrenamtliche mit dem Virus infiziert", weiß Renate Knaut vom Helferkreis, obwohl man sich entsprechend geschützt hatte. Die Ehrenamtlichen haben nun ebenfalls eine "Auszeit", da sie aufgrund der Quarantäne das Haus "St. Michael nicht betreten dürfen. Auch für Renate Knaut steht der Schutz "ihrer" Ehrenamtlichen im Vordergrund.

Angesprochen auf die im Nebentrakt wohnenden afghanischen Ortskräfte, sei eigentlich kein Kontakt möglich, da dieser Bereich einen separaten Aus- und Eingang besitzt. "Es muss aber auf jeden Fall auf Abstand geachtet werden," fügt Dr. Helmut Klum an. Geregelt ist die medizinische Versorgung. Notfallsanitäter Jörg Kögel vom BRK Kreisverband Rhön-Grabfeld betreut die Geflüchteten im Haus St. Michael. Hinzugezogen hat Dr. Helmut Klum seinen Kollegen, Dr. med. Waldemar Hohm vom Medizinischen Versorgungszentrum Bad Königshofen. Diejenigen, die das Haus St. Michael betreten, müssen, sollten eine FFP2-Maske tragen.

Noch keine positiven Corona-Fälle gibt es in den beiden anderen Unterkünften Bauersberg in Bischofsheim und im Schullandheim Rappershausen. Hier funktioniert auch die medizinische Betreuung durch jeweils einen Arzt. Vorhanden ist jeweils ein Dolmetscher, der bei den Sprechstunden mit dabei ist.

In Bad Königshofen ist auch die Verpflegung geregelt. "Sie bekommen dreimal am Tag Essen und das Mittagessen kommt vom Juliusspital Bad Königshofen." Betroffen von den Maßnahmen der Quarantäne ist auch der Kreiscaritasverband, der die Bewohner mit Kräften aus der Sozialstation Bad Königshofen betreute und täglich vor Ort war. "Diese musste ich zurück ziehen, weil sie bis zum Morgen des 26. März nicht ins Haus dürfen. Erst wieder nach der offiziellen Aufhebung der Quarantäne, sagt Kreiscaritasgeschäftsführerin Angelika Ochs auf Nachfrage.

Man übernehme allerdings auch weiterhin die Versorgung mit notwendigen Kleidern aus dem Kleidermarkt Bad Neustadt. Dazu wurden vorab die entsprechenden Kleider- und Schuhgrößen der Geflüchteten abgefragt und die notwendigen Sachen entsprechend, passgenau in Tüten verpackt. Das alles werde man an der Türe abgeben, so dass kein Kontakt entsteht, erklärt Angelika Ochs.

Wie das Landratsamt Rhön-Grabfeld auf Anfrage mitteilte, wird zu den Ukraine-Flüchtlingen, die in St. Michael und in den Schullandheimen Bauersberg und Rappershausen untergebracht sind, ein mobiles Impfteam kommen. Mit den notwendigen Vorbereitungen wurde bereits bei der Ankunft der Flüchtlinge begonnen. Diese Impfung wird notwendig, da die Geflüchteten nur mit "Sputnik" geimpft sind, ein Impfstoff, der in Deutschland nicht anerkannt ist.