Auf den Gesellenvater Adolph Kolping und sein Kolpingwerk haben nach dem Gottesdienst Mitglieder der Kolpingfamilie und Kirchenbesucher im Pfarrgemeindehaus bei einem kleinen Stehempfang angestoßen. Hier steht eine Büste von Adolph Kolping. Die Kolpingfamilie Bad Königshofen gehört zu den wenigen Kolpingfamilien, die zu Lebzeiten des Gesellenvaters gegründet wurde.

Darauf verwies Vorsitzender Bernhard Weigand. Im Pfarrgemeindehaus hieß Bernhard Weigand, Präses, Pfarrer Karl Feser, Altpfarrer Linus Eizenhöfer, Kaplan Sebastian Krems, Diakon Rudi Reuter sowie den Ehrenvorsitzenden Gustav Blum sowie Kolpingmitglieder, darunter Ehrenbürger Clemens Behr, willkommen. Kurz skizzierte er die 160-Jährige Geschichte der Kolpingsfamilie.
Im März 1857, also noch zu Lebezeiten des Gesellenvaters Adolph Kolping, gab der damalige Stadtpfarrer von Königshofen, Adam Korb den Anstoß für die Gründung eines Gesellenvereins in Königshofen im Grabfeld. Die Lehrer Michael Schmitt und Georg Englert erteilten den Gesellen Unterricht in Buchführung, Zeichnen und Gesang. Der gute Zusammenhalt unter den Mitgliedern brachte dem Verein bald eine ständig wachsende Mitgliederzahl. Deshalb wurde auch eine Fahne angeschafft, die heute noch vorhanden ist.
Als am 4. Dezember 1865 der Tod von Adolph Kolping bekannt wurde, ehrte der Gesellenverein Königshofen sein Andenken durch einen Trauerzug mit florumhüllter Fahne, der sich ohne Musik zur Kirche begab, wo ein feierliches Requiem gehalten wurde.
Nach 1871 stagnierte die Zahl der Mitglieder, weil der damalige Stadtpfarrer Schmitt kein Interesse am Gesellenverein zeigte. Erst 1879 stieg mit dem neuen Stadtpfarrer Josef Krug die Zahl der Mitglieder auf 152 an.
Zum 25. Gründungsfest des Gesellenvereins im Jahr 1882 wurde eine zweite Fahne angeschafft. Vom 6. bis 9. Juli 1907 beging die Kolpingsfamilie ihr 50. Gründungsfest unter dem damaligen Stadtkaplan und Präses Ludwig Then.
Das 70-Jährige Gründungsfest feierte man 1927. Dabei wurde die dritte Fahne vom Präses gesegnet. Auch diese Fahne ist noch im Besitz der Kolpingsfamilie. Im Jahr 1931 zählte die Kolpingfamilie 92 aktive Mitglieder. In der Zeit des Dritten Reiches wurde der Verband verboten und man traf sich heimlich.
Nach dem Zweiten Weltkrieg feierte man 1946 das 90-Jährige Stiftungsfest und schließlich unter dem damaligen Stadtpfarrer Karl Merz das 100. Gründungsfest. Im gleichen Jahr wurde die Straße im Neubauviertel "Am Weißen Kreuz" in Kolpingstraße umbenannt. Als die Kolpingsfamilie 1982 ihr 125. Stiftungsfest feierte, präsentierte sie sich als eine fest gefügte Gemeinschaft und zählte zu diesem Zeitpunkt 149 Mitglieder. 2007 schließlich das große 150. Stiftungsfest.
Bewusst hatten Vorstandschaft und Festausschuss für das große Jubiläum das Motto "Eine Idee zieht Kreise. Adolph Kolping — ein Mensch der begeistert" gewählt.