Geschichtsbewusst wie der Verein für Heimatgeschichte im Grabfeld ist, macht er mit einer neuen Idee auf die Vergangenheit der Stadt Bad Königshofen aufmerksam. Bei der jüngsten Vorstandssitzung entschied man sich im Rahmen des Festes "1275 Jahre Königshofen im Grabfeld" mit einem großen Transparent auf die einstige jüdische Synagoge in der Bamberger Straße zu verweisen.

Wenn möglich soll das Transparent dort aufgestellt werden, wo einst das jüdische Gotteshaus stand. Neben dem Bild, das die Kirche mit den zwei Türmen und dem Säuleneingang zeigt, werden Informationen nachzulesen sein. Zustimmung gab es für den Vorschlag des Vereinsvorsitzenden Hanns Friedrich, von der Synagoge, die doch einst prägend in der Stadt war, ein naturgetreues Modell erstellen zu lassen. Zweiter Vorsitzender Reinhold Albert hat mittlerweile mit dem Modellbauer Siegfried Schwinn gesprochen.
Dieser hat zugesagt und will in den Wintermonaten den Nachbau erstellen. Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert stellt dazu nicht nur entsprechendes Bildmaterial zur Verfügung, sondern fragt auch im Staatsarchiv Würzburg nach, ob sich dort Baupläne zu diesem Synagogenbau befinden. Das würde den Modellbau natürlich erheblich erleichtern.
Bei der Zusammenkunft der Vorstandschaft des Geschichtsvereins im Kulturarsenal Darre in Bad Königshofen gab es ausführliche Informationen zu den Vorbereitungen für das Festwochenende vom 9. bis 11 Juli. Der Vorsitzende verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass der Verein für Heimatgeschichte durch Vorträge von Reinhold Albert, Alfons Weigand und Hanns Friedrich bereits entsprechende kulturgeschichtliche Angebote gemacht hatte, die auch sehr gut angenommen wurden. Das galt auch für die letzte Veranstaltung, einer Bildstockwanderung in und um Ipthausen oder einen Filmbeitrag über 1250 Jahre Königshofen im Grabfeld vor 25 Jahren. Dieser Film ist als DVD mittlerweile erhältlich.
Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert informierte dann über die 1275 Jahrfeier, die in Unteressfeld stattfindet. Unteressfeld und Königshofen werden ja in der Urkunde von 822 zeitgleich genannt und können damit beide auf ihre erste urkundliche Erwähnung im Jahr 741 blicken. In Unteressfeld ist im August ein Festwochenende geplant. In diesem Rahmen wird dann auch die vom Verein für Heimatgeschichte mit Unterstützung des Bezirks Unterfranken sowie der Stadt Bad Königshofen und Landkreis Rhön-Grabfeld und einer großzügigen privaten Spenderin restaurierte Keßler Madonna aufgestellt. Sie bekommt einen neuen Standort direkt am Haupteingang der Kirche Unteressfeld, links vom Treppenaufgang.
Der Verein ist bekannt für seine "Schriftenreihe". Dazu sagte der Vereinsvorsitzende, dass in diesem Jahr eine Chronik über die Gemeinde Großbardorf heraus gegeben wird. Sie wird von Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert erstellt. Im Juli wird in Bad Königshofen außerdem das Buch "65 Jahre Städtepartnerschaft Arlington/Texas und Bad Königshofen" vorgestellt. Es erscheint in deutscher und englischer Sprache.
Angesprochen wurde der "Kulturpreis Grabfeld". Er wird traditionsgemäß im November vergeben. Der Preisträger wird allerdings erst bei der Kulturpreisverleihung bekannt gegeben. hf