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Steuern und Sozialbeiträge hinterzogen: Verfahren gegen den TSV Aubstadt enden


Autor: Redaktion

Aubstadt, Freitag, 24. Juli 2026

In einem System schwarzer Kassen hatte der TSV Aubstadt jahrelang Steuern und Sozialbeiträge hinterzogen. Pünktlich zum Auftakt der Saison 2026/27 kann der Verein nun endlich wieder nach vorne schauen.
Die Verfahren gegen Spieler und Funktionäre des TSV Aubstadt wegen eines Systems schwarzer Kassen sind abgeschlossen. (Symbolfoto)


Durch ein System schwarzer Kassen und verdeckter Zahlungen an Spieler und Funktionäre hatte ein fränkischer Fußball-Regionalligist Sozialbeiträge von mehr als einer Million Euro nicht gezahlt. Die Höhe der hinterzogenen Lohnsteuern bewegt sich im sechsstelligen Eurobereich.

Nun ist das Verfahren gegen den TSV Aubstadt abgeschlossen, wie die Staatsanwaltschaft Würzburg und der Schweinfurter Zoll mitteilen. Auch das Verfahren vor Gericht ist rechtskräftig abgeschlossen und endete mit zwei einjährigen Haftstrafen, die zur Bewährung ausgesetzt werden. Zudem wurden gegen alle Beteiligten Geldstrafen von mehr als einer Million Euro verhängt.

Gelder bar ausgezahlt - an den Sozialkassen vorbei

Auch vor Gericht hatten die Verurteilten vom TSV Aubstadt laut Pressemeldung "umfangreiche Geständnisse" abgelegt, nachdem zuvor schon eine "umfassende Mitwirkung" der Beschuldigten bei den Ermittlungen von Zoll und Staatsanwaltschaft zum gezahlten Schwarzgeld stattgefunden hatte. Sämtliche zunächst hinterzogenen und dann eingeforderten Steuern seien mittlerweile vom Fußball-Regionalligisten oder von den Verurteilten nachgezahlt worden.

Aber was war eigentlich passiert? In den Jahren 2018 bis 2023 hatte es beim TSV Aubstadt ein verdecktes, illegales Entlohnungssystem bei den Regionalliga-Kickern des Vereins gegeben. Spieler und Trainer waren nach Angaben der von Staatsanwaltschaft und Zoll offiziell oft nur als Minijobber gemeldet, erhielten tatsächlich jedoch erhebliche Summen bar auf die Hand. Handgelder, Punkt-, Aufstiegs- und Auflaufprämien für die Spieler seien in bar ausgezahlt und damit systematisch an den Sozialkassen vorbeigeschleust worden.

Im Zuge der Ermittlungen seien mehr als 200 Beweisstücke ausgewertet worden, darunter 20 Mobiltelefone und digitale Endgeräte. Im Mai 2023 wurden insgesamt 60 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht. Damit gelang es den Ermittlern, die Zahlungsströme zwischen Spielern, Trainern und Vereinsmitarbeitern zu rekonstruieren. 

TSV Aubstadt steckt Schwarzgeld-Skandal sportlich gut weg

Als das Schwarzgeldsystem beim TSV Aubstadt aufflog, versuchte man beim Verein nicht mehr, irgendetwas zu vertuschen. Die Beteiligten räumten laut Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft "den Sachverhalt ein und wirkten an der Aufklärung mit".

Sportlich hat der TSV Aubstadt den Schwarzgeld-Skandal gut weggesteckt. Die erste Herrenmannschaft kickt nach wie vor in der Fußball-Regionalliga Bayern. Das Derby gegen den 1. FC Schweinfurt am ersten Spieltag der Saison 2026/27 ging mit 5:1 klar an den TSV.