Die Wirtschaft in Nürnberg läuft auf Hochtouren. Laut Wirtschaftsreferent Michael Fraas (CSU) war die Zahl der Nürnberger, die sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind sogar noch nie so hoch, wie aktuell. Dabei verweist Fraas vor allem auf die niedrigen Arbeitslosenzahlen. Die Arbeitslosenquote lag - Stand August - bei nur 4,7 Prozent. Ebenso verantwortlich für die positiven Entwicklungen sieht Fraas die rekordverdächtigen Gewerbesteuereinnahmen. Nürnberg erwartet in diesem Jahr Erträge in Höhe von rund 470 Millionen Euro aus der wichtigsten Steuerertragsquelle für die Stadt.

Verteilung der Beschäftigten in den einzelnen Wirtschaftssektoren

Die meisten Beschäftigten finden sich im Dienstleistungssektor wieder. In diesem sind rund 250.000 Menschen tätig. Der Industriesektor ist im letzten Jahr um ca. 2 Prozent gestiegen und umfasst mittlerweile etwa 60.000 Beschäftigte. Das macht mehr als 15 Prozent aller Nürnberger aus (Stand Juli 2017). Der Landwirtschaftssektor umfasst immerhin noch etwas mehr als 1000 Nürnberger. Das ist nicht zuletzt dem "Knoblauchsland" zu verdanken.

Die größten Arbeitgeber Nürnbergs

Nürnberg gehört im Vergleich zu den 20 größten Städten Deutschland zum obersten Drittel der Wirtschaftsstandorte, in denen Industriebetriebe auch heutzutage von großer Bedeutung sind.

Siemens ist laut Angaben der Stadt mit rund 8.500 Beschäftigten der größte Arbeitgeber in Nürnberg im Industriesektor. Dieser umfasst Bereiche wie die Informations- und Kommunikationswirtschaft, Verkehrstechnik, als auch Energie und Umwelt. Im Bereich der Verkehrstechnik etabliert sich der Bus- und Lastwagenhersteller "M.A.N." als größter Arbeitgeber Nürnbergs. Dieser beschäftigt rund 4.000 Nürnberger.

Der Informations- und Kommunikationssektor

Zudem sind in Nürnberg rund 70 Prozent der Beschäftigten des verarbeitenden Sektors in Branchen, wie dem Informations- und Kommunikationssektor tätig. Die IT-Branche Nürnbergs umfasst insgesamt rund 10 Prozent der Beschäftigten.

Der größte Arbeitgeber im Bereich der Informations- und Kommunikationswirtschaft ist dabei das Software-Unternehmen "Datev". Dieses beschäftigt rund 6.500 Nürnberger.

 

Ausgaben in höhe von einer halben Milliarde Euro

Die Mehrheit der Wirtschaftszweige Nürnbergs verzeichnen aktuell positive Entwicklungen. Die öffentliche Verwaltung ist jedoch der Sektor, mit dem größten Beschäftigungszuwachs. Rund 20.000 Menschen arbeiteten 2017 in diesem Sektor. Allein bei der Stadt Nürnberg waren im August diesen Jahres über 11.000 Beschäftigte tätig. Für einen Personalaufwand diesen Ausmaßes musste die Stadt Nürnberg erstmalig mehr als eine halbe Milliarde Euro ausgeben. Ebenso mussten 93 Millionen Euro im städtischen Haushalt für Versorgungsaufwendungen bereitgestellt werden.

Die schwächste Branche Nürnbergs

Die Branche der Finanz- und Versicherungsdienstleistungen verzeichnet in Nürnberg mit einem Rückgang von 1,3 Prozent die schlechtesten Entwicklungen. Dennoch sind immerhin 15.000 Menschen in diesem Sektor tätig. So umfasst etwa die "Nürnberger Versicherung" rund 3.000 Beschäftigte.

Die stärksten Branchen Nürnbergs

Hingegen dieses eher schwächeren Sektors finden sich die meisten Nürnberger 2017 mit rund 47.000 Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe wieder. Gefolgt vom Handel mit rund 37.000 und dem Gesundheits- und Sozialwesen mit rund 33.000 Beschäftigten. Die Gastronomie wiederum setzt sich aus rund 10.000 Beschäftigten zusammen.

Armutsbericht erklärt Nürnberg zu einer der ärmsten Städte Deutschlands

Laut des Armutsberichts für Deutschland ist Nürnberg nach Dortmund die Stadt, welche am meisten von Armut betroffen ist. 23 Prozent der Nürnberger verdienen weniger als 60 Prozent des bundesweiten Durchschnittseinkommens. Der städtische Sozialreferent Rainer Prölß (SPD) wies in diesem Zusammenhang verstärkt auf das Lohnproblem hin.

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Das Durchschnittseinkommen in Nürnberg liegt bei rund 1500 Euro und ist somit im Vergleich zu anderen Großstädten Deutschlands eher mittelmäßig.

Der Strukturwandel ist noch nicht beendet

Dennoch erkennt Michael Fraas die positiven Entwicklungen, die Nürnberg innerhalb der letzten Jahre verzeichnet hat. Dennoch ist der Stadt bewusst, dass der Strukturwandel noch nicht beendet ist. Deswegen arbeiten sie daran die digitale Transformation der Wirtschaft in den Unternehmen vor Ort positiv zu gestalten, so Fraas.

Nürnberg verzeichnet positive Entwicklungen

Aktuell erwirtschaftete Nürnberg rund 27 Milliarden Euro. Nürnberg belegte hinter Städten wie Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Köln, Stuttgart, Düsseldorf, Hannover und Bremen den zehnten Platz der 20 größten Städte Deutschlands. Nürnberg übertrifft aktuell sogar die Beschäftigungsrate des durch die Wiedervereinigung im Jahr 1990 generierten Sonderkonjunkturhochs. Selbst die Anzahl der Beschäftigten der großen Infrastrukturbetriebe der Stadt wie der Messe mit 700 Beschäftigten und dem Flughafen mit 975 Mitarbeitern stiegen zuletzt ebenfalls an.

 

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Nürnberg hat auch sonst viel zu bieten

Nürnberg hat sich mittlerweile jedoch nicht nur gut im Wirtschaftssektor etabliert. Es gilt zudem als zweitwichtigste Hochschul- und Forschungsregion in Bayern, bietet eine hohe Lebensqualität und ist eine der sichersten Großstädte Deutschlands.