Bei einem Tumult während eines Einsatzes am Nürnberger Hauptbahnhof ist laut Bundespolizei eine Beamtin verletzt worden. Die Frau sei am frühen Sonntagmorgen (7. August 2022) von einem Mann angegriffen worden, als sie ihn ansprach, teilte die Bundespolizei am Montag (8. August 2022) mit. Ihr sei ins Gesicht geschlagen worden.

Den Ermittlern zufolge war dem Tumult ein Einsatz am Hauptbahnhof vorangegangen: Kurz vor Sonnenaufgang seien zwei streitende Männer von einer Streife vor Ort getrennt worden. Einer habe sich allerdings geweigert, seine Dokumente vorzuzeigen und nach den Polizisten geschlagen und getreten. Daraufhin sei er überwältigt und "zu Boden gebracht" worden. Auch ein weiterer Mann, der die Maßnahme gestört habe, sei gefesselt und beide unter "Anwendung von unmittelbarem Zwang" zur Dienststelle gebracht worden.

Rund 250 Personen solidarisieren sich gegen die Polizei

Währenddessen hätten sich rund 250 Personen im Hauptbahnhof gegen die Beamten solidarisiert und "mit lautstarken Hassparolen" gegen die Polizei gewettert. Versuche, "die Lage mittels Ansprachen und Platzverweisen zu lösen", seien misslungen. "Während eine Polizistin einen Mann ansprach, schlug dieser ihr unvermittelt mit der Faust ins Gesicht, woraufhin die Beamtin zu Boden sackte", heißt es im Bericht der Bundespolizei. Der bislang unbekannte Täter floh. Eine sofort eingeleitete Nahbereichsfahndung verlief ergebnislos. "Die angegriffene Polizistin erlitt durch den Schlag eine Verletzung am Kopf und wurde nach Erstversorgung durch einen Rettungsdienst in eine Klinik verbracht", teilt die Polizei weiter mit. 

Wie viele Polizisten im Einsatz waren, ließ sich zunächst nicht in Erfahrung bringen, da die Pressestelle der Nürnberger Bundespolizei nicht erreichbar war. Neben Bundespolizisten waren auch Beamte der Landespolizei im Einsatz.

Die Nürnberger Bundespolizei ermittelt nun wegen Landfriedensbruchs und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und bittet Zeugen, die sich am Sonntagmorgen am Nürnberger Hauptbahnhof aufhielten und Hinweise zum Tathergang geben können, sich unter der Telefonnummer 0911/205551-0 zu melden. "Insbesondere wären Handyaufnahmen vom Tathergang hilfreich", heißt es abschließend im Polizeibericht.