Mit scharfen Worten bezieht das Tierheim Nürnberg Stellung zu einem gravierenden Problem. Anlass ist ein trauriger Fund, der die Einrichtung zu einer eindringlichen Forderung veranlasst.
In einem Nürnberger Industriegebiet sind nach Angaben des Tierheims Nürnberg fünf Katzenbabys zur Welt gekommen. Ihre Mutter habe die Neugeborenen auf einem Firmengelände zurückgelassen und sei nicht wiedergekehrt. Eines der Jungtiere habe nicht überlebt. Als mögliche Gründe für das Verhalten der Mutter nennt das Tierheim, dass sie zu jung oder überfordert gewesen sein könnte.
"Das geht an alle Menschen": Tierheim Nürnberg mit eindringlichem Katzen-Appell
"Das geht an alle Menschen, die immer noch meinen, ihre Freigängerkatzen draußen unkastriert rumlaufen zu lassen. Oder auch an die Menschen, die ihre Tiere wahllos vermehren", halten die fränkischen Tierschützer in ihrem am Sonntag (4. Oktober 2026) veröffentlichten Social-Media-Post fest.
Das Tierheim Nürnberg erklärt, sein Notdienst werde inzwischen wöchentlich zu vergleichbaren Einsätzen gerufen. Dabei gehe es um verwilderte Hauskatzen, die ihre Jungen im Freien und ohne Versorgung durch Menschen zur Welt brächten. Nach Darstellung des Tierheims komme dies bei den Tieren häufig mehrmals im Jahr vor.
Im vergangenen Jahr wandte sich die Einrichtung nach einer großangelegten Einfangaktion von Streunerkatzen mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit. Auch damals empfahl das Team, Kastrationsprogramme zu unterstützen und Besitzer von Freigängerkatzen für die Kastration ihrer Tiere zu sensibilisieren.
Streunerkatzen als Problem: Einrichtung fordert Kastrationspflicht
Nach eigenen Angaben sind im Nürnberger Tierheim aktuell fast 150 Katzen untergebracht. Der Großteil seien Fundtiere sowie Tiere aus Beschlagnahmungen. Unter ihnen befänden sich 55 Katzenbabys mit und ohne Muttertiere, die herrenlos aufgefunden worden seien.
Die Tierschutzorganisation sieht in der Vermehrung unkastrierter Freigängerkatzen und in der gezielten oder unkontrollierten Vermehrung von Katzen einen Beitrag zum wachsenden Tierleid. Das Team spricht sich deshalb für eine Kastrationspflicht aus und erklärt, eine solche Regelung könne helfen, das Leid frei lebender Katzen einzudämmen.