Tiergarten Nürnberg: Artenschutztag - für bedrohte Arten
Autor: Redaktion
Nürnberg, Dienstag, 26. Mai 2026
Der Artenschutztag im Tiergarten Nürnberg informiert über Projekte zum Schutz bedrohter Arten. Der Eintritt ist im Ticket enthalten.
Zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt lädt der Tiergarten der Stadt Nürnberg am Sonntag, 24. Mai 2026, zu einem Artenschutztag ein. In Kurzvorträgen und einer begleitenden Ausstellung erhalten Besucher Einblicke in weltweite Artenschutzprojekte des Tiergartens und seiner Partner.
Der Aktionstag findet von 11 bis 15 Uhr auf der Wiese gegenüber dem Wüstenhaus statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Besuch ist im regulären Tiergarteneintritt enthalten. Im Mittelpunkt des Artenschutztags stehen fünf Projekte, mit denen der Tiergarten bedrohte Arten und ihre Lebensräume schützt.
Tiergarten Nürnberg: Artenschutztag - das Programm
Das erwartet Besucher beim Artenschutztag im Tiergarten Nürnberg.
Rückkehr der Kulane: Hoffnung für die Steppe
Um 11.30 Uhr geht es um große Pflanzenfresser, die eine wichtige ökologische Funktion erfüllen: Sie helfen dabei, Landschaften offen zu halten und sie als Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten zu bewahren. So auch in der kasachischen Steppe: Unter Federführung der Naturschutzorganisation Association for the Conservation of the Biodiversity of Kazakhstan und in enger Zusammenarbeit mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt unterstützt der Tiergarten dort seit 2011 die Wiederansiedlung von Kulanen (Equus hemionus) und Przewalski-Pferden (Equus przewalskii).
Feuersalamander: Erhaltungszucht und Therapie
Um 12.30 Uhr ist der heimische Feuersalamander (Salamandra salamandra), der stark bedroht ist, Thema. Neben der zunehmenden Trockenheit, verschmutzten Gewässern und dem Straßenverkehr setzt ihm vor allem die Pilzerkrankung Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) massiv zu. In Kooperation mit Citizen Conservation, Frogs and Friends e. V., dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz e. V. und dem BUND Naturschutz in Bayern e. V. arbeitet der Tiergarten daran, den schwarz-gelben Lurch vor dem Aussterben zu bewahren.
Bedrohte Schweinearten: Rettung vor dem Virus
Um 13.30 Uhr geht es um gefährdete Schweinearten: Die Afrikanische Schweinepest (ASP) bedroht in Südostasien alle zwölf endemischen Schweinearten – und damit rund zwei Drittel aller Schweinearten weltweit. Unter Hochdruck arbeitet der Tiergarten Nürnberg mit Partnern wie der Zoologischen Gesellschaft für Arten und Populationsschutz, der IUCN SSC Wild Pig Specialist Group und Partnern vor Ort daran, Schutzmaßnahmen für vom Aussterben bedrohte Schweinearten in Asien voranzutreiben. Dies umfasst unter anderem den Aufbau von Zucht und Auffangstationen für verschiedene Schweinearten, Feldforschung sowie die Entwicklung von Impfstoffen.
Aquatische Säugetiere schützen: Ökosysteme stärken
Der Kurzvortrag um 14.30 Uhr widmet sich aquatischen Säugetieren. Die in Nürnberg ansässige Artenschutzgesellschaft Yaqu Pacha e. V. setzt sich seit 1992 für bedrohte wasserlebende Säugetiere Lateinamerikas ein. Denn fast die Hälfte aller Wal- und Delfinarten weltweit ist gefährdet, unter den Arten mit einer küstennahen Verbreitung sind es weitaus mehr. Ein Schwerpunkt ist beispielsweise der Schutz des FranciscanaDelfins (Pontoporia blainvillei), der bedrohtesten Delfinart Südamerikas.