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Stellenabbau bei Duagon in Nürnberg: IG Metall spricht von "Kahlschlag"


Autor: Manuel Dietz

Nürnberg, Dienstag, 03. November 2026

Krisenstimmung in Nürnberg: Ein Technologiekonzern plant vor Ort einen Stellenabbau. Laut Angaben der IG Metall sollen mehr als 150 Stellen wegfallen. Die Gewerkschaft übt scharfe Kritik.
Das Tech-Unternehmen Duagon plant, an seinem Standort in Nürnberg Stellen abzubauen.


Angestellte der Duagon Germany GmbH mit Sitz in Nürnberg müssen aktuell um ihren Job bangen. Wie die IG Metall Nürnberg mitteilt, wurde die Belegschaft vergangene Woche im Rahmen einer Betriebsversammlung über die Pläne für einen "massiven Stellenabbau" informiert. Demnach plant Duagon, am Standort Nürnberg bis Ende 2027 über 150 Arbeitsplätze abzubauen sowie Teile der Produktion zu verlagern und "wichtige Abteilungen des Betriebes" zu schließen. 

Duagon ist ein weltweit tätiger, führender Anbieter von Smart Electronics, Computing-Hardware und Softwarelösungen für systemrelevante Anwendungen in der Bahnindustrie und der Medizintechnik. Seit Anfang 2026 gehört die Duagon AG und damit auch der Nürnberger Standort zum Münchner Knorr-Bremse-Konzern. Gegenüber inFranken.de bestätigt dieser nun die geplanten Maßnahmen, hält sich dabei aber vergleichsweise bedeckt.

Duagon kündigt Stellenabbau am Standort Nürnberg an – "um langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern"

"Unsere Analyse des Duagon-Standorts in Nürnberg hat ergeben, dass Anpassungen in den bestehenden Strukturen notwendig sind, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu sichern", teilt ein Sprecher der Knorr-Bremse AG am Montag (2. November 2026) auf Nachfrage von inFranken.de mit. In diesem Zuge werde es auch zum Abbau von Stellen kommen.

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"Wir bestätigen, dass geplante Effizienzmaßnahmen auch einen Stellenabbau am Standort vorsehen", so der Sprecher. Zum genauen Umfang und zum zeitlichen Rahmen könne man während der Verhandlungen mit dem Betriebsrat zum jetzigen Zeitpunkt jedoch keine Angaben machen und wolle "auch Spekulationen dazu nicht bestätigen". Fest stehe jedoch, dass Nürnberg "in Summe als wichtiger Standort von Duagon bestehen bleibt, an dem nachhaltig in innovative Kommunikations- und Netzwerklösungen für die Bahnindustrie investiert wird".

Auch die Generali Deutschland AG mit Sitz in München setzt den Rotstift an: Bundesweit sollen 800 Jobs gestrichen werden. Der Standort in Nürnberg wird komplett aufgegeben.

"Kahlschlag": IG Metall übt scharfe Kritik an Unternehmensplänen

Vonseiten der Arbeitnehmervertreter hagelt es für den geplanten Stellenabbau bei Duagon in Nürnberg derweil heftige Kritik. "Die IG Metall Nürnberg kritisiert den angekündigten Kahlschlag bei Duagon in Nürnberg scharf", erklärt Christian Heine, Betriebsbetreuer der IG Metall Nürnberg. "Bei der Übernahme durch Knorr-Bremse wurde den Beschäftigten Sicherheit und Stabilität versprochen", so Heine. "Anstatt das Potenzial der Beschäftigten abzurufen, um neue innovative Produkte in Nürnberg zu entwickeln und zu produzieren, wird massiv Personal abgebaut. Das ist ideen- und verantwortungslos", kritisiert er.

Auch Michael Roth, Betriebsratsvorsitzender bei Duagon in Nürnberg, sieht das Vorhaben kritisch. "Werden die Pläne des Arbeitgebers umgesetzt, verlieren wir fähige Beschäftigte und werden unsere technologischen und wirtschaftlichen Ziele in Zukunft noch schwieriger erreichen", so Roth. Als Betriebsrat wolle man deshalb "um jeden Arbeitsplatz kämpfen".

Der fränkische Auto- und Industriezulieferer Schaeffler hat derweil angekündigt, Tausende Stellen zu streichen.