Bundesliga-Halbzeit: Gelingt dem 1. FCN im Januar das Comeback?
Autor: Redaktion
Nürnberg, Donnerstag, 27. Dezember 2018
Den 1. FC Nürnberg trennen in der Bundesliga vier Punkte vom rettenden Ufer. Wenn die Verletzten wieder zur Verfügung stehen, soll es aufwärtsgehen.
Halbzeit in der Fußball-Bundesliga - und der 1. FC Nürnberg liegt zurück. Wenig überraschend, auch oder gerade wegen der finanziellen Möglichkeiten, die die Franken haben - im Gegensatz zur Konkurrenz. Und der Rückstand auf den FC Augsburg, der nur vier Zähler mehr auf dem Konto hat und damit in der Tabelle über dem Strich steht, ist trotz der nunmehr elf Spieltage währenden Durststrecke ohne "Dreier" nicht so gravierend, als dass dieser absolut negative Auswirkungen auf die Psyche der Protagonisten haben sollte.
Verteidiger Robert Bauer gehört jedenfalls nicht zu denjenigen, die ein Comeback im zweiten Abschnitt für illusorisch halten: "Es gibt bei uns keinen Einzigen, der schon aufgegeben hat. Es ist noch nichts verloren." Und den Kicker ließ Bauer wissen, "dass wir alles in der eigenen Hand haben, wenn wir eine gute Rückrunde spielen".
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Couragierte Auftritte
Dass der Club durchaus konkurrenzfähig ist, hat er gerade zu Beginn mit couragierten Auftritten unter Beweis gestellt: kein tiefes Zurückziehen bis vor den eigenen 16-Meter-Raum, kein unkontrolliertes Bolzen, um das Spielgerät aus der Gefahrenzone zu befördern. Stattdessen das permanente Bemühen, spielerische Lösungen zu finden - um daraus selbst Chancen zu kreieren und nicht auf Zufallsprodukte hoffen zu müssen.
Immer wieder Ausfälle
Der Plan schien aufzugehen - bis sich jedoch die Anzahl der nicht einsatzfähigen Spieler sukzessive erhöhte. Weil Enrico Valentini, Hanno Behrens, Eduard Löwen, Mikael Ishak und Torhüter Christian Mathenia teils längere Zeit nicht zur Verfügung standen und zudem die Rekonvaleszenten Sebastian Kerk und Ewerton erst langsam wieder herangeführt werden mussten, war Trainer Michael Köllner gezwungen, die "Rotationsmaschine" anzuwerfen. Kontinuität und Stabilität hinsichtlich der Abstimmungsprozesse in den jeweiligen Mannschaftsteilen - zwischen Abwehr, Mittelfeld und Offensive - lassen sich so nicht etablieren, geschweige denn optimieren.
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Kampf der Anfälligkeit
Zudem führen größere Personalrochaden in der Regel zu Veränderungen in der taktischen Ausrichtung - vor allem dann, wenn der Tausch nicht positionsgleich erfolgt. Die eher defensivere Nürnberger Variante (4-1-4-1), um mehr Kompaktheit und Sicherheit im Abwehrverbund herzustellen, bedingt jedoch fehlende Durchschlagskraft in der Offensive - weil das Umschaltspiel zu zögerlich vonstatten geht. Das offensivere 4-1-2-3-System (oder auch 4-3-3) bringt die Nürnberger zwar häufiger vor des Gegners Tor, doch die Anfälligkeit in der Rückwärtsbewegung ist wesentlich größer.