Bürger*innen aus Eichstätt, Weißenburg-Gunzenhausen, dem Landkreis Roth oder Ansbach mag seit diesem Monat ein Helikopter aufgefallen sein, der nah über dem Boden fliegt. Er ist für den Energieversorger N-Ergie mit Sitz in Nürnberg im Einsatz, um die Mittelspannungsfreileitungen zu kontrollieren, klärt Pressesprecher Michael Enderlein im Gespräch mit inFranken.de auf.

Das Unternehmen habe sich bewusst gegen die unauffälligeren Drohnen entschieden. Hubschrauber hätten ihnen gegenüber mehrere Vorteile.

Helikopter in Franken unterwegs: Diese Gebiete sind betroffen

Zum Stromnetz des Unternehmens gehören Hoch-, Mittel- und Niederspannungsleitungen. Es ist rund 28.000 Kilometer lang und erstreckt sich vom Würzburger Umland im Norden bis Eichstätt im Süden, sowie von Weikersheim im Westen bis nach Sulzbach-Rosenberg im Osten. In regelmäßigen Abständen würden die Stromleitungen vom Boden und der Luft aus kontrolliert, so Enderlein. Dieses Jahr seien insgesamt 2000 Kilometer geplant. Los ging es am Montag (11. April 2022) mit dem Landkreis Roth, Eichstätt und Weißenburg-Gunzenhausen, erklärt Enderlein. 

Seit Montag (25. April) sei ein Helikopter rund eine Woche lang überwiegend zwischen circa 8 und 17 Uhr im Landkreis Ansbach unterwegs, um rund 400 Kilometer Stromleitungen zu kontrollieren. Dabei könne es vorkommen, dass der Helikopter nochmals in den Landkreisen Roth und Weißenburg-Gunzenhausen zu sehen ist. Folgende Kommunen und deren Ortsteile sind seit Montag betroffen, informiert N-Energie in einer Pressemitteilung:

  • Abenberg
  • Absberg
  • Ansbach
  • Arberg
  • Bechhofen
  • Bruckberg
  • Burgoberbach
  • Ellingen
  • Georgensgmünd
  • Großhabersdorf
  • Gunzenhausen
  • Haundorf
  • Heilsbronn
  • Kammerstein
  • Lichtenau
  • Merkendorf
  • Mitteleschenbach
  • Muhr a. See
  • Neuendettelsau
  • Ornbau
  • Petersaurach
  • Pfofeld
  • Pleinfeld
  • Rohr
  • Sachsen b. Ansbach
  • Schwabach
  • Spalt
  • Theilenhofen
  • Weidenbach
  • Windsbach
  • Wolframs-Eschenbach

Kontrollen bis in den Juni hinein: Nach Raum Ansbach soll Nürnberger Land folgen

Mit einer Höhe von nur durchschnittlich 15 Metern flögen die Mitarbeitenden an die Mittelspannungsleitungen heran, erklärt Enderlein. "Es wird zum Beispiel geschaut, ob Sträucher oder Büsche zu nah an die Freileitungen heranwachsen und entfernt werden sollten. Auch Schwachstellen an den Masten, Leiterseilen und Isolatoren könnten aus der Luft erkannt werden." Diese würden dann direkt aufgenommen, um die Fehler gezielt beheben zu können. Die Maßnahme diene zur Vorbeugung von Stromausfällen und geschehe neben den ohnehin regelmäßig stattfindenden Begehungen vom Boden aus.

Auch Drohnen seien bei manchen Kontrollen im Einsatz, doch Helikopter haben laut Enderlein folgende Vorzüge: "Die Strecke ist zu lang, um sie mit Drohnen abzufliegen. Außerdem würden die geringe Akkulaufzeit und Funkreichweite die Kontrolle erschweren." Der Drohnenpilot könne auch nur auf Sicht fliegen und müsse sich immer hinterher bewegen. Für punktuelle Einsätze sei die Drohne allerdings nützlich. N-Energie macht außerdem darauf aufmerksam, dass nur bei klaren Sichtverhältnissen geflogen werde. Witterungsbedingt könne sich die Überprüfung deshalb zeitlich verzögern.

"Im Mai und Juni werden wir im Nürnberger Land und auch in Teilen von Erlangen-Höchstadt unterwegs sein", kündigt Michael Enderlein an. Die Investitionen von rund 100 Millionen Euro jährlich in den Ausbau und technischen Unterhalt der Stromnetze zahlten sich aus: "Durchschnittlich sieben Minuten mussten die Menschen im Netzgebiet aufgrund ungeplanter Ereignisse 2020 ohne Strom auskommen - rund vier Minuten weniger als im Bundesdurchschnitt", schildert N-Ergie.