Schwabach: Ampelmännchen sorgt für Spott im Internet - "Axtmörder"
Autor: Julian Drescher
Schwabach, Samstag, 15. August 2026
Schwabach hat seit kurzem eine eigene Stadt-Ampel - doch viele sehen in dem Goldschlägermännchen eher "Freddy Krüger". Die Stadt findet den Vergleich "unangemessen".
Immer mehr fränkische Städte setzen auf individuelle Ampelmännchen. Bamberg hat eine Sams-Ampel, Coburg eine mit Bratwurst, Nürnberg den Dürer-Hasen. Nun hat auch das mittelfränkische Schwabach ein eigenes Ampelmännchen bekommen - doch die Reaktionen fallen gemischt aus.
Die neue Ampelfigur soll einen Goldschläger darstellen und damit an das traditionsreiche Handwerk erinnern, für das die Stadt seit Jahrhunderten bekannt ist. Doch viele Betrachter sehen in der Figur mit dem Hammer in der Hand eher einen Axtmörder aus einem Horrorfilm. In den sozialen Netzwerken sorgt das Ampelmännchen für Spott und Diskussionen. Auch die internationale Presse berichtet mittlerweile über das Ereignis.
3500 Euro investiert - Schwabacher Ampelmännchen erlangt ungewollt Berühmtheit
Die Ampel steht am neuen Hallenbad, wie eine Pressesprecherin der Stadt Schwabach im Gespräch mit inFranken.de mitteilte. Das Amt für Mobilität habe das Projekt umgesetzt. Eine Bürgerbeteiligung habe es nicht gegeben - der Antrag sei durch den Stadtrat genehmigt worden. Die Kosten für die Ampelfigur hätten rund 3400 Euro betragen. Dabei sei eine Folie ausgetauscht worden.
In den sozialen Netzwerken hagelt es seit einigen Tagen Kritik. Auslöser war ein kritischer Kommentar eines Journalisten, der den Goldschläger erstmals "Axtmörder" taufte, und der vom Schwabacher Tagblatt online verbreitet wurde. Ein Kommentator in den sozialen Medien schreibt: "Bevor ich den Artikel gelesen habe, war meine erste Intuition auch: Axtmörder." Ein anderer kommentiert: "Freddy Krüger lässt grüßen."
Auch international sorgt die Ampel für Aufmerksamkeit - Geo News English titelt: "Germany's New 'Axe Murderer' Traffic Light Green Man Sparks Online Buzz" (deutsch: "Deutschlands neuer 'Axtmörder'-Ampelmann sorgt im Internet für Aufsehen").
Oberbürgermeister reagiert auf "kleinen Shitstorm"
Der "kleine Shitstorm", wie ihn die Pressesprecherin der Stadt Schwabach nennt, habe innerhalb der Stadtverwaltung zu Diskussionen geführt. "Wir fanden den Vergleich mit dem Axtmörder unangemessen", äußert sich die Sprecherin gegenüber inFranken.de. Wer das Goldschlägerhandwerk nicht gut kenne, wisse eben nicht, wie ein Goldschlägerhammer aussehe.
Da das Handwerk in Schwabach seit jeher eine enorme Bedeutung besitze, dürfte die Darstellung den Schwabachern der Sprecherin zufolge geläufig sein. "Ein Goldschlaghammer ist nun mal unten etwas dicker", sagt sie. Auch sei man bei der Darstellung von Motiven auf Ampeln in der Gestaltungsfreiheit eingeschränkt.