• Roth: Großbrand auf Campingplatz in Wallesau - Polizei gibt Update
  • Betreiberin schildert Ablauf - und dankt Ersthelfern
  • Drei Männer retten Frau und Kind aus brennendem Wohnwagen
  • "Sind alle fix und fertig": Dauercamper teils sehr bewegt

In der Nacht auf Sonntag (15. Mai 2022) hat sich auf dem Campingplatz Waldsee im mittelfränkischen Wallesau (Gemeindeteil von Roth) ein verheerender Großbrand ereignet.  Sieben Menschen wurden verletzt, manche von ihnen schwer. Drei Ersthelfer retteten eine 38-jährige Frau und ihr Kind aus einem brennendem Wohnwagen. Platzbetreiberin Monika Müller erklärt im Gespräch mit inFranken.de, wie sie das wütende Feuer und seine massiven Folgen erlebt hat. 

Update vom 16.05.2022, 15.10 Uhr: Männer retten Frau und Kind aus brennendem Wohnwagen - Brandursache steht fest

Zum folgenschweren Großbrand auf dem Campingplatz in Roth hat die Kriminalpolizei in Schwabach weitere Erkenntnisse bekannt gegeben. Die Parzellen auf dem Campingplatz waren demnach von Dauercampern belegt. Laut dem Polizeipräsidium Mittelfranken handelte es sich hierbei um einzelne Wohnwagen, die teils mit Holz beziehungsweise Planen ummantelt waren. Die Wagen existierten teilweise bereits seit vielen Jahren.

"Die Brandursache steht insoweit fest, als das Feuer von einem sogenannten Katalytofen ausging", erklärt das Präsidium in einem Pressebericht vom Montagmittag (16. Mai 2022). "Dieser wurde bewegt, woraufhin eine Stichflamme entstand." Laut Polizeiangaben griff das Feuer sehr schnell auf den gesamten Wohnwagen über. Die drei Bewohner - ein 39-jähriger Mann, eine 38-jährige Frau und ein Kind - schafften es demnach nicht aus eigener Kraft, aus dem Wagen herauszukommen.

"Drei männliche Ersthelfer, die sich wenige Meter weiter auf ihrem Platz aufgehalten hatten, hörten ein Pfeifen und sahen dann die Stichflamme", berichtet das Polizeipräsidium. Die Männer eilten demzufolge sofort zum Brandort, entfernten eine Holzverkleidung und warfen das Fenster von außen ein. Durch dieses retteten sie die Frau und das Kind ins Freie. Zudem warnten sie noch vor Eintreffen von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst die Bewohner der umliegenden Parzellen, so dass diese rechtzeitig ihre Wohnwagen verlassen konnten.

Der entstandene Sachschaden wird derzeit auf rund 150.000 bis 200.000 Euro geschätzt. Die Kriminalpolizei in Schwabach ermittelt derzeit umfassend. Die Beamten führen Vernehmungen durch und stellen weitere Ermittlungen rund um die Brandursache an.

Update vom 16.05.2022, 12 Uhr: Campingplatz-Betreiberin erlebt nach Brand Emotionen der Betroffenen - "würde zu viel aufwühlen"

Monika Müller betreibt den Campingplatz Waldsee in Wallesau gemeinsam mit ihrem Vater. Dieser habe in der Brandnacht direkt den Platz aufgesucht, während sie selbst an ihrem mehrere Zugstunden entfernten Urlaubsort digital mit Bildern informiert worden sei. "Wir hatten telefonisch ständig Kontakt", erzählt die Geschäftsführerin am Montag (16. Mai 2022) inFranken.de. "Am Sonntagmorgen bin ich gleich losgefahren und bin am Nachmittag angekommen. Zwar wurde ich mit Informationen gut versorgt, aber wenn man dann dort steht und es sieht, ist es nochmal eine ganz andere Hausnummer", sagt sie. "So etwas hatten wir hier noch nie."

Der Campingplatz verfügt über 250 Dauer- und Touristikstellplätze. Nach Müllers aktuellem Kenntnisstand seien 21 Dauerstellplätze betroffen. Manche Menschen hätten sich erst vor einem Jahr hier niedergelassen, um an Wochenenden oder im Urlaub zu kommen. Manche von ihnen seien schon länger Dauercamper*innen. "Wir halten laufend Kontakt mit ihnen. Sobald wir neue Informationen haben, geben wir sie sofort weiter. Manche sagen, sie können nicht mehr hin. Es würde sie zu viel aufwühlen, sie sind alle verständlicherweise fix und fertig."

Dennoch konzentriere man sich auf das Glück, dass niemand ums Leben gekommen ist. "Wir schaffen es gemeinsam", sei die allgemeine Grundstimmung unter den Leuten. "Alle Dauercamper haben zusammengehalten. Es ist unglaublich, wie sie einander unterstützt und die, die noch geschlafen haben, rausholten. Ich bin so dankbar, dass die Ersthelfer so schnell reagiert haben." Noch habe die Polizei keine Freigabe für die betroffene Fläche erteilt. Jetzt gehe es für das Team vorerst darum, die richtigen Ansprechpartner zu finden und Versicherungsfragen zu klären.

Der Campingplatz Waldsee weist darauf hin, dass alle Freizeitstellplätze von dem Brand unberührt sind und (überwiegend) nicht in der Nähe des betroffenen Bereichs liegen. Alle Reservierungen behalten demnach ihre Gültigkeit. 

Erstmeldung vom 15.05.2022, 8.10 Uhr: Mehrere Verpuffungen auf Campingplatz - Feuer breitet sich rasant aus

Gegen Mitternacht ging ein Notruf wegen eines Brandes auf dem Campingplatz Waldsee bei der Integrierten Leitstelle ein. Eine Streife der Polizeiinspektion Roth fand mehrere Wohnwagen vor, die in Flammen standen. Die hinzugerufene Feuerwehr machte sich an die Löscharbeiten und war damit längere Zeit beschäftigt. Währenddessen breitete sich das Feuer jedoch schnell auf weitere Parzellen aus und es kam zu weiteren Verpuffungen auf dem Campingplatz.

Die Gäste des Campingplatzes konnten den Gefahrenbereich verlassen und wurden durch den Rettungsdienst betreut. Ein Polizeihubschrauber suchte den Wald nach weiteren Personen ab. Vor Ort äußerte sich ein Besucher des Campingplatzes: "Wenn ein Wohnwagen brennt, kann man nur noch laufen. Der brennt wie Zunder". Einige Camper versuchten auch, ihre Wagen vom Gelände zu fahren, scheiterten aber zunächst an der nachts verschlossenen Zugangsschranke. 

Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer in einem Wohnwagen ausgebrochen war, der von einer Familie bewohnt wurde. Beim Arbeiten an einem Katalytofen kam es wohl zu einer Stichflamme, die den Brand auslöste. Ein Zeuge, der den Knall gehört hatte, konnte die dreiköpfige Familie aus deren Wohnwagen befreien. 

Feuer in Wohnwagen ausgebrochen: Eltern werden schwer verletzt

Alle Fahrzeuge, die sich auf ihnen befunden hatten, brannten komplett aus. Die Eltern der Familie, in deren Wohnwagen das Feuer ausgebrochen war, wurden beide schwer verletzt. Der 39-jährige Vater erlitt schwere Verbrennungen, seine 38-jährige Frau eine schwere Rauchgasvergiftung. Beide kamen ins Krankenhaus. Darüber hinaus erlitten fünf Personen leichte Rauchgasvergiftungen, welche vor Ort behandelt wurden.

Der Schaden ist derzeit noch nicht abzuschätzen, dürfte aber erheblich sein. Am Brandort waren zahlreiche Kräfte der Feuerwehr Roth sowie der umliegenden freiwilligen Feuerwehren eingesetzt. Zudem unterstützten das Technische Hilfswerk aus Roth und Hilpoltstein, zahlreiche Kräfte des Rettungsdienstes, die Wasserwacht sowie zwei Pfarrer der Notfallseelsorge und mehrere Kräfte der Johanniter Krisenintervention.

Vorschaubild: © News5/Bauernfeind; Collage: inFranken.de