Reisebus-Attacke auf A9 bei Nürnberg: Mann tritt im Wahn anderen Fahrgast gegen Kopf - Urteil gefallen
Autor: Redaktion, Agentur dpa
Nürnberg, Montag, 20. Juni 2022
Schläge und Tritte in einem Reisebus, eine vermeintliche Geiselnahme und ein Polizei-Großeinsatz - die Attacke auf einen Fahrgast auf der A9 in Mittelfranken hatte für viel Aufsehen gesorgt. Jetzt ist das Urteil gefallen. Der Angreifer gilt als Gefahr für die Allgemeinheit.
Reisebus-Attacke auf der A9: Ein 31-Jähriger griff im Herbst 2021 unvermittelt einen 20-jährigen Mann in einem Reisebus an, der gerade auf der A9 unterwegs war. Die Attacke löste einen Großeinsatz der Polizei aus.
Am Landgericht Nürnberg ist am Montag (20. Juni 2022) das Urteil fallen. Der Angreifer stellt laut Gericht eine Gefahr für die Allgemeinheit dar.
Update vom 20.06.2022, 15.15 Uhr: Urteil nach Reisebus-Attacke - 31-Jähriger muss in Psychiatrie
Ein 31-Jähriger wird wegen eines Angriffs auf einen Fahrgast in einem Reisebus in einer Psychiatrie untergebracht. Das entschied das Landgericht in Nürnberg am Montag. Der Serbe hatte im vergangenen September auf der Autobahn 9 in Mittelfranken in dem Reisebus auf dem Weg nach Belgrad einen schlafenden 20-Jährigen mehrmals geschlagen und heftig gegen den Kopf getreten. Das Gericht wertete das als versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung.
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Der Vorfall hatte für viel Aufsehen gesorgt. Die Polizei vermutete zunächst eine bewaffnete Geiselnahme oder einen Anschlag, weil in einem Notruf von Terrorist und Pistole die Rede gewesen war. Sie rückte mit zahlreichen Kräften aus. Die Autobahn wurde bei Hilpoltstein gesperrt. Ein Spezialeinsatzkommando nahm den Verdächtigen schließlich fest.
Ein Gutachter stellte bei ihm später eine paranoide Schizophrenie fest. Aufgrund von Wahnvorstellungen habe er geglaubt, dass das Opfer ihn töten wollte, sagte der Vorsitzende Richter Markus Bader bei der Urteilsverkündung. Deshalb sei er bei der Tat nicht schuldfähig gewesen. Auch künftig sei damit zu rechnen, dass er ähnliche Straftaten begehe. Deshalb stelle er eine Gefahr für die Allgemeinheit dar. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Update vom 20.06.2022, 7.30 Uhr: Angriff im Reisebus auf A9 - Unterbringung in Psychiatrie?
Ist der 31-Jährige eine Gefahr für die Allgemeinheit und muss in einer Psychiatrie untergebracht werden? Das muss das Landgericht in Nürnberg im Prozess um den aufsehenerregenden Angriff auf einen Fahrgast in einem Reisebus auf der Autobahn 9 in Bayern entscheiden. Am Montag wollen Staatsanwaltschaft und Verteidigung zunächst ihre Plädoyers halten. Am Nachmittag will die Kammer ein Urteil verkünden.
Der Beschuldigte soll im vergangenen September einen schlafenden 20-Jährigen während der Fahrt nach Serbien geschlagen und mehrmals gegen den Kopf getreten haben. Außerdem soll er einer Frau ins Gesicht geschlagen haben. Die Polizei rückte damals mit zahlreichen Kräften aus, die Autobahn wurde bei Hilpoltstein in Mittelfranken voll gesperrt. Die Ermittler waren zunächst von einer bewaffneten Geiselnahme ausgegangen, was sich aber nicht bestätigte. Ein Spezialeinsatzkommando nahm den Verdächtigen schließlich fest.