Plastic Manufacturing: Fränkischer Zulieferer entlässt 120 Mitarbeiter
Autor: Ellen Schneider, Agentur dpa
Diepersdorf, Donnerstag, 29. Januar 2026
Die Insolvenz stellt den fränkischen Autozulieferer aktuell vor große Herausforderungen. Nun ist klar: Zahlreiche Stellen sollen gestrichen werden.
Seit Monaten bangt die Plastic Manufacturing Group um ihre Zukunft. Bereits im vergangenen Jahr musste das Unternehmen einen Insolvenzantrag stellen. Landrat Armin Koder betonte bereits damals in einer Mitteilung: "Die Situation ist ernst und bleibt herausfordernd." Nun steht fest: Beim fränkischen Automobilzulieferer werden 160 Arbeitsplätze gestrichen.
Der Stellenabbau betreffe den größten Standort im Leinburger Gemeindeteil Diepersdorf (Landkreis Nürnberger Land), erklärt der Insolvenzverwalter Volker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun. Konkret sollen 120 Mitarbeitern noch im Januar gekündigt werden, 40 befristete Arbeitsverträge würden zudem nicht verlängert.
Plastic Manufacturing baut im Nürnberger Land 160 Stellen ab
"Für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Einschnitte sehr schmerzhaft und uns ist bewusst, welche persönliche Tragweite diese Entscheidungen haben", sagt Böhm. "Sie sind aber notwendig, um dem Unternehmen wieder eine Zukunftsperspektive zu geben. Unser Ziel ist es, so viele Arbeitsplätze wie möglich langfristig zu sichern." Der Stellenabbau sei Teil von Umstrukturierungsmaßnahmen.
Die Belegschaft in Diepersdorf sei bereits am Mittwoch (28. Januar 2026) über die Maßnahme informiert worden. Zuvor habe es eine Einigung mit dem Betriebsrat über Abbau und Sozialplan gegeben. Die deutschen Gesellschaften von Plastic Manufacturing hatten im vergangenen Jahr einen Insolvenzantrag gestellt.
Das Unternehmen produziert unter anderem Kühlergrills, Spiegelklappen oder Lenkradabdeckungen aus Kunststoff. Zu den Kunden zählen nach früheren Angaben bekannte Automobilhersteller. Neben der Gesellschaft in Diepersdorf haben auch die Standorte in Oberlungwitz und Lüdenscheid einen Insolvenzantrag gestellt. Bei ihnen steht laut Böhm am 30. Januar die Eröffnung des Insolvenzverfahrens an. Auch dort hat Böhm Umstrukturierungsmaßnahmen eingeleitet.
Fränkischer Zulieferer insolvent - Interessenten für alle drei Standorte
Für alle drei Standorte gebe es Interessenten für eine Übernahme, sagt Böhm. Deren Angebote seien nun Grundlage für konkrete Verhandlungen. Das Interesse sei erfreulich, "in den Angeboten wird aber auch deutlich, dass die potenziellen Investoren nur dann bereit sind, einen Standort zu übernehmen, wenn er in absehbarer Zukunft wieder profitabel ist."
Hintergrund des Insolvenzantrags waren laut Böhm erhebliche Verluste in den vorangegangenen Monaten. Diese hätten die Gesellschafter nicht länger kompensieren können. Grund dafür seien der rückläufige Pkw-Absatz in Europa sowie die gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Energie gewesen.