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Nürnberg
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Nürnberger Christkindlesmarkt: Warum ist das Christkind immer ein Mädchen?

Am 29. November eröffnet das Nürnberger Christkind den Christkindlesmarkt. In diesem Jahr führte die Wahl des Christkinds teilweise zu Anfeindungen, denn für manchen Zeitgenossen sieht Benigna Munsi offenbar nicht deutsch genug aus, um die Rolle des Christkinds zu verkörpern. Doch wie hat ein Christkind eigentlich auszusehen - und weshalb muss es immer ein Mädchen sein?
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Warum ist das Nürnberger Christkind weiblich? Foto: Daniel Karmann/dpa
Das Nürnberger Christkind eröffnet am 29. November den berühmten Christkindlesmarkt. Sein Aussehen hat sich dabei im Lauf der Jahre kaum verändert. Doch warum ist das Christkind immer weiblich? Archivfoto: Daniel Karmann/dpa

Benigna Munsi, das neue Nürnberger Christkind, musste vonseiten der AfD einen rassistischen Facebook-Post über sich ergehen lassen. Die öffentliche Empörung darüber war groß. Nach dem Eklat hat sich Oberbürgermeister Ulrich Maly schützend vor die 17-jährige Schülerin gestellt: Das Nürnberger Christkind habe in der Vergangenheit immer wieder "blödsinnige Kommentare" verursacht. "Mal gefiel manchen die Nase nicht, manchen die Sommersprossen. Und es gab auch schon ethnisch konnotierte Kommentare. Aber heute sind wir in einer offen rassistischen Konnotation."

Das Nürnberger Christkind eröffnet jedes Jahr den weltberühmten Christkindlesmarkt. Bis Heiligabend erwartet die Stadt Nürnberg mindestens zwei Millionen Besucher. Allein am Eröffnungstag wird alljährlich mit bis zu 20.000 Menschen gerechnet. Doch wie hat das Nürnberger Christkind eigentlich auszusehen - und weshalb ist es immer weiblichen Geschlechts? 

Warum ist das Christkind immer ein Mädchen?

Blonde Korkenzierlocken, eine hoch aufragende Krone und ein langes Kleid aus goldenem Stoff: In den vergangenen Jahrzehnten hat sich nicht viel an dem Aussehen des Nürnberger Christkindes verändert. Seit 1969 wird das weltweit bekannte Nürnberger Christkind nicht mehr von einer Schauspielerin gespielt, sondern alle zwei Jahre neu gewählt.

Voraussetzungen für eine Bewerbung sind ein Alter von 16 bis 19 Jahren und eine Körpergröße von mindestens 1,60 Metern. Die Bewerberinnen sollten seit Längerem in Nürnberg leben und vor allem weiblich sein. Aber warum eigentlich?

Ursprünglich war das Christkind männlich

Die Tradition des Christkindes, das am Heiligabend die Geschenke bringt, ist auf Martin Luther zurückzuführen. Noch 1535 kam der Heilige Nikolaus in das Hause Luther, um die Gaben zu verteilen. Doch mit der Abkehr vom Katholizismus und seiner Heiligenverehrung veränderte sich auch die Gestalt des Gabenbringers. Etwa zehn Jahre später ließ der Reformator Luther seine Kinder vom "Heiligen Christ" beschenken.

Der Brauch des Schenkens rückte mit der Reformationsbewegung mehr in den Mittelpunkt des Weihnachtsfestes. Mit mit der Zeit verbreitete sich die Tradition des Christkindes besonders in den protestantischen Regionen. Der Gabenbringer übernahm zunehmend auch erzieherische Aufgaben - wie sie zuvor dem Nikolaus zukamen - und Merkmale des Verkündigungsengels und der Heiligen Lucia.

 

In die Entwicklung des Erscheinungsbildes des Christkindes sind auch die weiblichen Merkmale der Heiligen Maria, also der Mutter Jesu, eingeflossen. So begründet sich, laut der Stadt Nürnberg, die mädchenhafte Figur des Nürnberger Christkindes, das zum ersten Mal 1933 auf dem Christkindlesmarkt in Erscheinung trat.