Nürnberg: Stadtrat gibt grünes Licht für Ausbau der Kongresshalle
Autor: Redaktion
Nürnberg, Donnerstag, 29. Januar 2026
Bis 2028 soll in der Nürnberger Kongresshalle ein Kultur-Zentrum entstehen.
Die Stadt Nürnberg entwickelt die Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände zu einem Ort der Kunst und Kultur. Dort entstehen Ermöglichungsräume für Künstlerinnen und Künstler der Freien Szenen sowie eine Spielstätte des Staatstheaters Nürnberg.
Mit sehr großer Mehrheit hat sich der Stadtrat in seiner Sitzung am gestrigen Mittwoch, 28. Januar 2026, für die Vergabe des Ausbaus des Kongresshallen-Torsos an die Georg Reisch GmbH & Co. KG, Bad Saulgau, ausgesprochen. Der dem Angebot zugrundeliegende Entwurf wurde vom Architekturbüro LRO GmbH & Co. KG, Stuttgart, verfasst. Das Bauunternehmen und LRO zeichnen als Totalübernehmer bereits für den Ergänzungsbau im Innenhof der Kongresshalle verantwortlich.
Grundlage für das gestrige Votum war der Beschluss des Stadtrats vom 7. Mai 2025, einen Generalübernehmer mit dem weiteren Ausbau der Kongresshalle zu beauftragen und ein Vergabeverfahren einzuleiten. Die weitere Umsetzung des Ausbaus des Bestandsgebäudes sollte durch einen Auftragnehmer für Planung und Bauausführung anstelle von einzelnen Planungsdisziplinen und Gewerken erfolgen. Gegenstand dieses Verfahrens ist im Wesentlichen der Ausbau von vier Sektoren des Kongresshallen-Rundbaus zu Ermöglichungsräumen für Kunst und Kultur sowie von sechs Sektoren für die Spielstätte des Staatstheaters Nürnberg.
Der Ergänzungsbau im Innenhof der Kongresshalle umfasst die Hauptbühne, den Orchestergraben, den Orchesterprobenraum und den Zuschauerraum für 800 Personen. Der Neubau ist als unselbständiges Gebäude konzipiert. Damit die Spielstätte des Staatstheaters wie geplant zum Jahresende 2028 eröffnet werden kann, müssen sowohl der Neubau als auch der Bestandsausbau fertiggestellt sein. Im historischen Bestand sind wesentliche Publikumsbereiche wie Eingangshalle, Abendkasse, Foyerflächen, Gastronomie verortet sowie die Ermöglichungsräume für Kunst und Kultur; diese bieten Künstlerinnen und Künstlern der Freien Szenen über 7000 Quadratmeter Raum für die Präsentation und Produktion ihrer Werke.
Oberbürgermeister Marcus König: "Mit dem Ausbau der Kongresshalle schaffen wir einen offenen, barrierefreien Ort für Kunst, Kultur und gesellschaftlichen Dialog. Als eine der größten Kulturbaustellen Europas verbindet das Projekt historische Verantwortung mit einer starken Zukunftsperspektive: für das Staatstheater Nürnberg, die Freien Szenen und die kulturelle Strahlkraft Nürnbergs weit über die Region hinaus. Ich freue mich über die Entscheidung des Stadtrats, den nächsten Schritt zu gehen auf dem Weg zu einem bedeutenden Kulturareal, das unsere Stadt prägen wird."
"Der gestrige Beschluss markiert einen weiteren wichtigen Meilenstein für die kulturelle Zukunft der Kongresshalle Nürnberg. Im historischen Bestand entstehen Räume, die künstlerische Arbeit ermöglichen und zugleich zur Auseinandersetzung mit Geschichte einladen. Mit der Verbindung von Freien Szenen und Staatstheater schaffen wir hier eine offene kulturelle Infrastruktur, die Vielfalt, Dialog und demokratische Werte stärkt", erklärt Bürgermeisterin Prof. Dr. Julia Lehner.
"Mit der Vergabe des Ausbaus der Kongresshalle an einen Generalübernehmer hat der Stadtrat eine weitere richtungsweisende Entscheidung getroffen. Im Torso werden künftig neben den Ermöglichungsräumen für Kunst und Kultur auch zentrale Einrichtungen für Publikum und Betrieb des Staatstheaters untergebracht sein. Der vorliegende Entwurf zeigt einen sensiblen und zugleich modernen Umgang mit dem historischen Bestand sowie eine überzeugende Durchdringung der
komplexen Bauaufgabe. Die positiven Erfahrungen aus dem Neubau im Innenhof stimmen mich sehr optimistisch für die bevorstehenden Arbeiten im Bestand", so Planungs und Baureferent Daniel F. Ulrich.