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Nürnberg: Polizist vergewaltigt mehrere Frauen und bestiehlt Tote - zu langer Haftstrafe verurteilt


Autor: Agentur dpa

Nürnberg, Mittwoch, 12. Juli 2023

Weil er mehrere Frauen vergewaltigt haben soll, steht ein Polizist in Nürnberg vor Gericht. Während des Dienstes soll sich der Mann zudem in Anwesen von Gestorbenen bereichert haben. Nun hat das Gericht geurteilt.
Ein fränkischer Polizist hat mehrere Frauen vergewaltigt und Tote bestohlen. Nun muss er ins Gefängnis.


Update vom 12.07.2023, 16.30 Uhr: Polizist zu hoher Haftstrafe verurteilt

Ein Polizeibeamter ist wegen mehrerer Sexualdelikte und Unterschlagung zu einer Haftstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Nürnberg-Fürth sprach den 34-Jährigen am Mittwoch der Vergewaltigung in zwei Fällen, der sexuellen Nötigung und sexuellen Belästigung sowie der Unterschlagung in zwei Fällen schuldig (Az.: 253 Js 11112/22).

Der Mann hatte ab dem Jahr 2017 mit vier Frauen zeitweise Beziehungen geführt und die Sexualdelikte vor Gericht bestritten. Stattdessen hatte der Angeklagte von "einvernehmlichen Handlungen" gesprochen. Vom Vorwurf der zweifachen Vergewaltigung einer weiteren Frau sprach das Gericht den Mann frei. Die mutmaßlich betroffene Frau konnte aufgrund ihres psychischen Zustands nach Angaben der Sprecherin nicht umfänglich vernommen werden, weshalb das Gericht im Zweifel für den Angeklagten entschieden habe.

Dagegen schilderten die weiteren Zeuginnen während des Prozesses den Angaben nach zwei weitere Vergewaltigungen durch den 34-Jährigen, die nicht Teil der Anklage waren. Das Gericht berücksichtigte sie demnach strafschärfend.

Der Beamte aus Nürnberg hatte zudem laut Anklage in den Jahren 2020 und 2022 während seines Dienstes in Anwesen von zuvor Gestorbenen Geld gestohlen. Das Gericht wertete das als Unterschlagung und ordnete die Einziehung von 4600 Euro an. Aus Sicht des Gerichts hat der Mann seine Position als Polizist ausgenutzt und auch durch seine übrigen Taten das Ansehen der Polizei erheblich beschädigt. Der Mann sitzt seit März 2022 in Untersuchungshaft und ist vorläufig vom Dienst suspendiert.

Die Beweisaufnahme wie auch die Plädoyers fanden weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Zur Glaubwürdigkeit der betroffenen Frauen hatte das Gericht Gutachten in Auftrag gegeben. Gegen das Urteil ist Revision möglich.

Update vom 11.07.2023, 19.12 Uhr: Angeklagter bestreitet Vorwürfe größtenteils

Im Prozess gegen einen Polizisten wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung mehrerer Frauen wird am Mittwoch (11. Juni 2023) um 13 Uhr das Urteil am Landgericht Nürnberg-Fürth verkündet. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 34 Jahre alten Angeklagten vor, in den Jahren 2017 bis 2021 in fünf Fällen vier Frauen vergewaltigt zu haben. Der Mann ist zudem wegen sexueller Nötigung beziehungsweise sexueller Belästigung von zwei weiteren Frauen angeklagt, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Mit mehreren der Frauen soll der Mann demnach Beziehungen geführt haben.

Der Polizist aus Nürnberg soll laut Anklage zudem in den Jahren 2020 und 2022 während seines Dienstes in Anwesen von zuvor Gestorbenen Geld gestohlen haben.

Die Beweisaufnahme im Prozess fand weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der Angeklagte hat die Vorwürfe gegen ihn Gerichtsangaben zufolge größtenteils bestritten und von einvernehmlichen Handlungen gesprochen. Einen der Diebstähle hat er demnach eingeräumt, den anderen bestritten.

Das Gericht hat zur Glaubwürdigkeit der betroffenen Frauen Gutachten in Auftrag gegeben. Ein Fall der mutmaßlichen Vergewaltigung wurde daraufhin eingestellt. Der Angeklagte sitzt seit März 2022 in Untersuchungshaft und ist vorläufig vom Dienst suspendiert.

Originalmeldung vom 02.03.2023, 12.03 Uhr: Derzeit in U-Haft: Polizist soll mehrere Frauen vergewaltigt und Tote bestohlen haben

Weil er mehrere Frauen vergewaltigt haben soll, steht seit Mittwoch ein 33 Jahre alter Polizist in Nürnberg vor dem Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann aus Nürnberg vor, in den Jahren 2017 bis 2021 in fünf Fällen vier verschiedene Frauen vergewaltigt sowie eine weitere Frau sexuell belästigt zu haben. Mit mehreren der Frauen führte der Mann den Angaben zufolge Beziehungen.

In den Jahren 2020 und 2022 soll der Polizist zudem während seines Dienstes in Anwesen von zuvor Gestorbenen 3000 und 2600 Euro gestohlen haben. Nach Verlesung der Anklage am Mittwoch gab der Angeklagte laut einer Sprecherin des Gerichts eine Erklärung ab.

Wurde des Dienstes enthoben: Zehn Verhandlungstage angesetzt

Im Anschluss sagte unter Ausschluss der Öffentlichkeit eines der mutmaßlichen Opfer aus. Der Polizist sitzt seit März vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Er wurde nach Gerichtsangaben des Dienstes enthoben. Für das Verfahren sind zehn Termine bis Ende März geplant.