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MAN streicht 400 Stellen in Nürnberg - und gibt Versprechen


Autor: Ellen Schneider, Agentur dpa

Nürnberg, Donnerstag, 15. Januar 2026

Bereits im November kündigte der Konzern einen umfangreichen Stellenabbau an. Nun stehen die genauen Maßnahmen fest. Einen Lichtblick gibt es für die Mitarbeiter immerhin.
400 Stellen will der Nutzfahrzeughersteller MAN in Nürnberg streichen. Auch in München und Salzgitter sollen Stellen abgebaut werden.


Der Nutzfahrzeughersteller MAN hat sich mit der Arbeitnehmerseite in Bezug auf die Pläne zu seinem Stellenabbau geeinigt. Nun steht fest: 2300 Arbeitsplätze sind am Hauptstandort München sowie an den Niederlassungen in Nürnberg und Salzgitter insgesamt betroffen. In Nürnberg sollen demnach 400 Stellen abgebaut werden.

Bereits im November kündigte MAN den Stellenabbau an. "Ich bin entsetzt über das Verhalten des Unternehmens", betonte die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Karina Schnur damals. Auch die Verhandlungsgespräche seien "sehr kontrovers" gewesen und "mehrfach vor dem Scheitern" gestanden, sagt die Verhandlungsführerin der Arbeitnehmerseite, Sibylle Wankel von der IG Metall. Ein Versprechen macht das Unternehmen jedoch: Es soll keine Kündigungen geben.

Einigung erzielt: MAN streicht 400 Stellen in Nürnberg

MAN-Chef Alexander Vlaskamp sprach von einem ausgewogenen Programm, das die Wettbewerbsfähigkeit von MAN sichere. Das ist geplant:

  • Stellenabbau: Über zehn Jahre hinweg sollen bei MAN 2300 Stellen abgebaut werden. 1300 davon in München, 600 in Salzgitter und 400 in Nürnberg.
  • Beschäftigungssicherung: Bis Ende 2035 wurde eine Beschäftigungssicherung vereinbart. Diese kann abhängig von der Entwicklung des Unternehmens bis 2040 verlängert werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen. Alle tariflichen Leistungen bleiben erhalten.
  • Investitionen: Bis Ende 2030 soll fast eine Milliarde Euro in deutsche Standorte investiert werden.
  • Kosten senken: MAN will die Kosten bis 2028 so um 900 Millionen Euro senken. Wesentliche Investitionen für die nächste Fahrzeuggeneration werden künftig in Osteuropa vorgenommen. Dies sieht die IG Metall kritisch, weil sie eine weitere Abwanderung dorthin befürchtet.

Bereits im November hatte die IG Metall scharfe Kritik geübt und war zudem von höheren Zahlen ausgegangen. So rechneten die Gewerkschaftler und der Betriebsrat für den Standort Nürnberg mit dem Verlust von 500 der aktuell rund 3000 Arbeitsplätze, weil auch dort keine Nachfolgeprodukte angesiedelt werden. Jetzt nennt jedoch auch die IG Metall 2300 Jobs.

Stellenabbau bei MAN in Nürnberg, Salzgitter und München - das ist der Grund

MAN begründete den Schritt im November mit dem "anhaltend schwächelnden Truck-Markt in Deutschland". Das Unternehmen müsse sich daher anpassen und seine Kostenposition weiter verbessern. Belastend seien hohe Strom- und Arbeitskosten und der steigende Druck der asiatischen Konkurrenz. Das schlage sich auch auf die Rendite nieder.

"Wir gehen jetzt in eine Hochinvestitionsphase und müssen anhaltend Gewinne erwirtschaften, um unser Produktportfolio auszuweiten", sagte der Sprecher. Bei den Nutzfahrzeugherstellern in Europa fange die Transformation mit elektrischen Trucks gerade erst an. 

Die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Schnur hingegen kritisierte damals: "Die Umsatzrendite lag 2023 und 2024 jeweils über sieben Prozent. Doch das Management will acht Prozent und mehr und begründet damit seine Verlagerungspläne. Das macht die Beschäftigten hier fassungslos."