Gegen das Verbot laufe aktuell eine Petition, "doch für die interessiert sich gerade niemand". Rebel habe die Erfahrung gemacht, dass die Aufmerksamkeit dafür nur aufflamme, wenn ein Verbot akut drohe oder keine Farben zur Verfügung stünden. Er macht deutlich, dass er und seine Kolleg*innen die für die Regelungen Zuständigen derzeit einfach ihre Arbeit machen ließen, "denn es gibt einfach so viel zu tun." Rebel wolle sich für kommendes Jahr mehr auf japanische Motive konzentrieren, die er auch ohne bunte Tattoofarben stechen könne.
Update vom 19. Januar 2022, 16.50 Uhr: Neue Tattoofarben sind da - Tätowierer wagt Selbstversuch
Aufatmen nach zwei Wochen Verzicht: Weil er hauptsächlich bunte Tattoos sticht, trifft Rebel das Farbverbot voll. Nun aber erhielt er einen ersten Teil der REACH-konformen Tattoofarben und testete sie gleich an seinem Oberschenkel. "Sie lassen sich einwandfrei einarbeiten. Sie sind wie die Farben, die wir gewohnt sind", ist sein Fazit im Gespräch mit inFranken.de. Auf Facebook teilte er seine Erfahrungen mit seinen Fans: "Nach eingängigem Selbstversuch kann ich sagen, ich bin echt begeistert."
Doch dies gibt noch nicht gleich grünes Licht für neue Aufträge. "Es gibt drei Punkte zu beachten: Erstens, wie zufrieden ist der Tätowierer mit der Einarbeitung? Zweitens, wie verheilen die Farben? Und drittens, wie schaut die Farbe nach dem Abheilprozess aus? Wenn das alles passt, können wir ab nächste Woche Montag wieder weiter machen", erklärt er.
Etwa ein Drittel der gewohnten Farbpalette stehe ihm momentan zur Verfügung. Die fehlenden Töne etwa aus der braunen und grünen Farbfamilie seien aber schon gelistet und warteten noch auf die Zertifizierung. Die Farbtöne durch Mischen zu erreichen, sei keine geeignete Lösung. Für größere Projekte brauche es deshalb noch etwas Geduld. "Im Laufe des nächsten Monats werden wir wahrscheinlich eine Farbpalette haben, mit der wir wieder zu hundert Prozent arbeiten können. Gerade sind wir ungefähr bei 90 Prozent." Am 13. Januar 2022 sprach inFranken.de bereits mit Rebel, der nicht nur unter dem Farbverbot litt.
Erstmeldung vom 13. Januar 2022: Tätowierer aus Lauf musste viele Projekte aufschieben
Rebel arbeitet mit zwei Kollegen in einem Tattoo-Studio. Bei einem Kollegen, der nur schwarz-weiß steche, laufe das Geschäft besser als zuvor. Der andere Kollege "mache normalerweise Farbe und Schwarz-Weiß", aber habe vor ein paar Monaten auf Schwarz-Weiß umgestellt. Ihn treffe es nur bedingt. „Mich trifft es aber leider voll“, erklärte Rebel. In zwei aufeinanderfolgenden Wochen stünden drei leere Tage in seinem Kalender.
Als inFranken.de mit dem Tätowierer im Oktober 2021 sprach, kündigte er an, nur an den drei Weihnachtsfeiertagen Urlaub zu nehmen. Denn viele Projekte wollte er vor dem Eintritt des Verbots noch fertigstellen.
Der große Kundenandrang blieb allerdings aus: "Zusätzlich kam uns die 2G-Regel in die Quere. Ein Drittel unserer Kunden durfte gar nicht zum Tätowieren kommen. Das Problem haben wir auch heute noch. Also es ist immer noch sehr schwierig." Viele alte Projekte stünden daher in der Warteschlange. "Dieses Jahr habe ich schon neue Projekte im Kalender, aber ich muss meinen Kund*innen auch versprechen können, dass neue Farbe kommt." Deshalb gelte es noch abzuwarten, bevor die ersten Linien gezogen werden.
Verbot von Grün- und Blaupigmenten droht 2023
Neben der 2G-Regel belaste Rebel und seine Kollegen auch das drohende Verbot der beiden populären Pigmente Blau15 und Grün7. Der Grund: Laut der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) stehen diese im Verdacht, krebserregend zu sein. "Das betrifft dann noch einmal zwei Drittel der Farben, weil Blau für fast jeden Farbton zum Anmischen gebraucht wird", erklärte der Tätowierer aus Lauf.
Um das Verbot zu verhindern, läuft derzeit eine Petition. Ob diese Erfolg hat, wird sich noch zeigen.
Schade, ich hab schon gehofft, der Tattoowahnsinn wurde beendet und ich bleibe in Zukunft von dem Anblick verschont. Das wird ja immer mehr, eine absolute Zumutung. Das man sich nur so Verunstalten kann.
Zwingt dich jemand hinzuschauen????
Nachdem diese Verrückten immer mehr werden, ist es ja fast unmöglich noch wegzuschauen. In meinem Lehrbetrieb waren Tattoos verboten, weil der Anblick für die Kunden eine Zumutung ist. Das passt einfach nicht mehr in die Zeit.
Achtung Ironie:
Am besten alle den gleichen Anzug,die gleiche Frisur ,das gleiche Auto ect.
womöglich noch alles grau in grau .
Ich würde eher sagen, DU bist es, der mit dieser antiquierten Vorstellung nicht mehr in die Zeit passt...😂
Und, selbst im Einzelhandel arbeitend, kann ich nur sagen, dass heutzutage vielfach die Kunden, mit ihren maßlos überzogenen Ansprüchen die größte Zumutung sind ....
Oder Menschen, die meinen sie hätten ein Mitspracherecht, wie andere aussehen dürfen.....