• Feucht: Freiwillige Feuerwehr spendet Löschfahrzeug an Ukraine
  • Mehr als 250 Feuerwehrautos in der Ukraine komplett zerstört
  • "Wichtig, dass wir Teil dazu beitragen": Feuerwehr-Konvoi auf Weg ins Kriegsgebiet
  • "War schon was Einzigartiges": Reaktionen in Polen rühren Kommandanten

Die Freiwillige Feuerwehr Feucht hat im Rahmen einer Aktion des Landesfeuerwehrverbands Bayern eines ihrer Löschfahrzeuge für die Ukraine gespendet. Am vergangenen Samstag um 5 Uhr morgens startete ein 4,4 Kilometer langer Hilfskonvoi von bayerischen Feuerwehren mit insgesamt 40 Fahrzeugen in Rohrdorf bei München. Die Feuerwehr Feucht war dabei. "Uns ist es wichtig, dass wir einen Teil dazu beitragen", erzählt Till Bohnekamp, stellvertretender Kommandant.

Reaktionen der polnischen Einwohner "sehr besonders" - Feuerwehr-Kommandant aus Feucht gerührt

Mehrere LKW brachten Hilfsgüter, andere wurden als Löschfahrzeuge gespendet - wie im Feuchter Fall. "In der Ukraine wurden schon über 250 Feuerwehrautos zerstört", so Bohnekamp. Kürzlich habe sich die Feuerwehr ein neues Löschfahrzeug zugelegt. "Anstatt das alte Fahrzeug zu verkaufen, haben wir uns dafür entschieden, es zu spenden", so Bohnekamp.

An den Landesgrenzen zu Österreich, Tschechien und Polen durfte der Konvoi demnach ohne anzuhalten durch die Mautstationen fahren. Laut Bohnekamp sei der Konvoi vorher an den Grenzen angemeldet worden, damit es keine Probleme beim Überqueren gebe. "Auf Anweisung der polnischen Behörden war freie Durchfahrt mit Sondersignal durch die Mautstation möglich", schreibt der Landesfeuerwehrverband Bayern auf seiner Facebook-Seite. "Wir haben sogar eine eigene Spur bekommen, damit wir freie Fahrt haben", berichtet der stellvertretende Kommandant aus Feucht. 

Besonders die Reaktionen der Einwohner in Polen seien rührend gewesen. "Überall schwenkten Einwohner Ukraine-Fahnen, hupten oder winkten uns zu. Das war schon was Einzigartiges", berichtet Bohnekamp. Man zeige sich sehr solidarisch mit der Ukraine, "die polnischen Kameraden sind auch schockiert über den Krieg", so Bohnekamp weiter.

Die Spenden erreichten Krakau dann am späten Samstagabend (02. April 2022), so Bohnekamp. Am Sonntag (03. April 2022) hätten sich dann neun Löschfahrzeuge auf den Weg nach Nisko begeben, das etwa 80 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt liege, um an die dortige Feuerwehr übergeben zu werden. Auf dem Weg dorthin seien immer mehr Luftabwehr-Stationen und viele Raketenwerfer zu sehen gewesen, berichtet Bohnekamp. "Da bekommt man schon ein ganz anderes Gefühl."