Eurofighter-Flüge rund um Flughafen Nürnberg: Luftwaffe liefert Erklärung
Autor: Isabel Schaffner, Erik Jasper
Nürnberg, Mittwoch, 30. Sept. 2026
In den kommenden Tagen werden an Frankens Himmel mehrere Eurofighter zu sehen sein. Die Luftwaffe sowie der Flughafen Nürnberg erklären den Hintergrund.
Kampfjets am Himmel: In der heutigen Zeit sorgt dieser Anblick bei nicht wenigen Menschen für Verunsicherung. In der ersten Oktoberwoche von Montag bis Freitag werden gleich vier Eurofighter im Umfeld des Nürnberger Flughafens zu sehen sein. Dahinter steckt aber nur eine mehrtägige Übung. 2023 mussten zwei "Eurofighter Typhoon" am Nürnberger Airport zwischenlanden.
Schaulustige können dann gleich mehrere Kampfjets des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 aus Neuburg an der Donau bestaunen, die in Franken für den Ernstfall trainieren. "Die Übung dient dazu, den Betrieb militärischer Flugzeuge von einem zivilen Flughafen aus zu trainieren und wichtige Erkenntnisse für die Einsatzfähigkeit der Luftwaffe zu gewinnen", informiert der Flughafen im Netz. Kurz vor Start wendet sich der Airport an die Bevölkerung.
Eurofighter am Flughafen Nürnberg – Airport will Beunruhigung vorbeugen
"Dispersed Operations" - unter diesem Namen will die Luftwaffe in aus geopolitischer Sicht zunehmend herausfordernden Zeiten ihre Einsatzbereitschaft proben. Vier Eurofighter werden zeitweise vom Flughafen aus operieren. Dabei sei "wichtig zu wissen":
Video:
- Es handelt sich um eine geplante Übung der Deutschen Luftwaffe.
- Die eingesetzten Eurofighter sind nicht bewaffnet.
- Der zivile Flugverkehr läuft währenddessen regulär weiter.
- Die Flugzeuge werden voraussichtlich einmal täglich starten und landen.
- Vor allem durch Starts und Landungen kann es zeitweise zu einer deutlich wahrnehmbaren Geräuschentwicklung kommen.
Es gelte, "Verfahren zu harmonisieren und ein gegenseitiges Verständnis für Abläufe zu schaffen", erklärte im Juni ein Sprecher der Luftwaffe gegenüber inFranken.de. Dazu würden Dinge, wie Zugangsregelungen, das Einhalten der Sicherheitsvorschriften, Kommunikationsanbindungen, Treibstoffversorgung und Wartungsarbeiten gehören, aber auch das gemeinsame Vorgehen bei Notfällen oder Sicherheitsvorkommnissen.
Verteilung als wichtige Strategie gegen Angriffe
Aus dem Sinn und Zweck der "Dispersed Operations" macht die Bundeswehr kein Geheimnis: "Moderne Konflikte folgen einem klaren Muster: Wer angreift, zielt zuerst auf die Luftwaffenstützpunkte des Gegners. (...). Die Antwort auf diese Bedrohung ist simpel, aber wirkungsvoll: Verteilung. Wer nicht an einen Ort gebunden ist, bleibt handlungsfähig. Auf viele Standorte ausweichen zu können, zwingt den Gegner, seine Kräfte zu streuen. Deutschland verfügt über rund 30 größere Verkehrsflughäfen, die militärische Jets aufnehmen können. Im Alltag rein zivil genutzt, werden sie im Ernstfall zur Reserve", heißt es in einem offiziellen Statement.
Wie effektiv diese Verteilung sein kann, zeigte sich bei der russischen Invasion der Ukraine im Jahr 2022. Um Jets und Hangars zu zerstören, Rollbahnen unbrauchbar zu machen und Personal zu töten, wurde eine massive Anzahl an Marschflugkörpern auf ukrainische Militärflugplätze geschossen.