Seit Dienstag, 28. Dezember 2021, gelten in Bayern strengere Corona-Regeln auch für Geimpfte und Genesene. Doch die neuen Kontaktbeschränkungen stoßen nicht nur aus der Bevölkerung auf Kritik. Auch der bayerische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga äußert Unverständnis

Der Vizepräsident des Verbands, Thomas Förster, nannte die neuen Regeln in einem Interview mit dem BR "unlogisch und nicht nachvollziehbar". Grund dafür ist eine Art Schlupfloch für die Kontaktbeschränkungen, das nun entstanden ist: Eigentlich dürfen sich geimpfte oder genesene Menschen nur noch maximal zu zehnt treffen - bei privaten Treffen "außerhalb der Gastronomie", wie es explizit vom Bayerischen Gesundheitsministerium heißt. In der Gastronomie gilt aber weiterhin die 2G-Regel.

"Wo ist da die Logik?": Gaststättenverband kritisiert Schlupfloch in neuen Corona-Regeln

Laut Förster dürfen sich in den Gaststätten also auch mehr als zehn Menschen an einen Tisch setzen. Wird aber ein getrennter Raum in einer Wirtschaft als "geschlossene Gesellschaft" gemietet, gilt wieder die Obergrenze von zehn Personen. "Solche Regelungen müssen für unsere Gäste auch logisch sein. Bei vielen Restriktionen fragt man sich: Wo ist da die Logik?", kritisiert der Dehoga-Vizepräsident. Förster ist selbst Gastwirt und betreibt das Restaurant "Bratwurst Röslein" in Nürnberg.

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Zumindest das Aussetzen der Sperrstunde an Silvester sieht Förster positiv, wies gleichzeitig aber darauf hin, dass die Verluste des Jahres damit nicht wett zu machen seien. "Die Lage ist verheerend", so Förster. Viele Hotels und Gaststätten in Bayern würde schon jetzt um ihre Existenz kämpfen. Die Einschränkungen haben laut dem Dehoga Bundesverband in ganz Deutschland die Umsätze der Betriebe einbrechen lassen. Eine Umfrage im Dezember zeigte, dass nach der Einführung der 2G- und 2G-Plus-Regel der Umsatz im Gastgewerbe um mehr als die Hälfte gesunken. Mehr als 4800 Unternehmen hatten sich an der Befragung beteiligt.

Das sei umso bitterer mit Blick auf das für die Branche so wichtige Weihnachts- und Silvestergeschäft, auf das viele Unternehmen gehofft hätten. "Viele Betriebe können nicht mehr rentabel arbeiten", so Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Der Verband fordert daher mehr Planungssicherheit und angemessenen Schadensausgleich für die Betroffenen.

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