Burgthann: Arsen im Trinkwasser - Grenzwert wieder eingehalten - Lage bleibt aber angespannt
Autor: Redaktion
Burgthann, Dienstag, 28. Februar 2023
In Burgthann kam es zum Jahreswechsel zu einem erhöhtem Arsen-Gehalt im Trinkwasser. Schuld daran war der Lieferengpass eines Flockungsmittels. Dieses ist inzwischen angekommen. Die Lage sei trotzdem "angespannt", erklärt das Landratsamt.
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Das Trinkwasser der Gemeinde Burgthann (Landkreis Nürnberger Land) war vorübergehend einer zu hohen Menge Arsen im Trinkwasser ausgesetzt. Der Grenzwert wurde überschritten, da ein bestimmtes Flockungsmittel aufgrund von Lieferengpässen gefehlt hat. Nun gibt es positive Neuigkeiten aus dem Landratsamt. Dies sei aber nur vorübergehend, denn die Lage sei laut eigener Pressemitteilung "weiterhin angespannt".
Update vom 28.02.2023: Grenzwert für Arsen im Trinkwasser der Gemeinde Burgthann wieder eingehalten - Probleme jedoch noch nicht vom Tisch
"Gute Nachrichten aus Burgthann", erklärt das Landratsamt Nürnberger Land am Dienstag (28. Februar 2023) in seiner Pressemitteilung. Der Grenzwert für Arsen im Trinkwasser werde wieder eingehalten. Zuvor war es zu Problemen bei der Lieferung gekommen, da das nötige Flockungsmittel "monatelang nicht erhältlich war". Dadurch, dass das Mittel Eisen (ll)-sulfat, das "im Burgthanner Rohwasser natürlich vorkommende Arsen bei der Trinkwasseraufbereitung abreinigt", nicht hinzugegeben werden konnte, erhöhte sich die Konzentration des toxischen Halbmetalls.
Viel Gefahr sei davon aber nicht ausgegangen, es bestand laut "toxikologischer Einschätzung des Landratsamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) keine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung". Es könne laut LGL in einem Zeitraum von drei Jahren "ein Arsen-Gehalt im Trinkwasser bis zu 0,03 mg/l toleriert werden". Chronische und gesundheitliche Effekte seien zu diesem Wert "unwahrscheinlich".
Doch das Thema ist laut Landratsamt noch nicht vom Tisch. "Wie sich die Lieferbarkeit von Eisen(II)-sulfat künftig darstellen wird, ist offen. Die Versorgungslage mit dem Feststoff, aus dem das Eisen(II)-sulfat hergestellt wird, ist nach Informationen des Landratsamts weiterhin angespannt". Der Wasserversorger arbeite daran, "einen Vorrat anzulegen".
Erstmeldung vom 17.01.2023: Flockungsmittel wegen Lieferengpässen nicht verfügbar - Alternative bringt in Burgthann "nicht die gewünschten Ergebnisse"
Die Konzentration von Arsen im Wasser hänge dabei von der regional unterschiedlichen Bodenzusammensetzung ab. In einigen Regionen Bayerns, so auch in Burgthann, seien daher die natürlichen Arsengehalte im Grund- und Rohwasser höher als in anderen. In der Trinkwasserverordnung sei ein Grenzwert für Arsen im Trinkwasser in Höhe von 0,01 Milligramm/Liter festgelegt, so die Behörde. Wenn nun an einem Ort Arsen natürlicherweise im Rohwasser vorkomme, müssten die Wasserversorger bei der Trinkwasseraufbereitung das Arsen herausfiltern, bis dieser Grenzwert eingehalten wird.
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Für diese Verfahren würden teilweise spezielle Aufbereitungsstoffe benötigt – in der Wasserversorgung Burgthann handle es sich hierbei namentlich um Eisen(II)-sulfat, das das Arsen bindee und eine Abfilterung möglich mache. "Allerdings gibt es bei diesem Stoff wie bei vielen anderen Dingen aufgrund der angespannten weltpolitischen Situation seit einiger Zeit Lieferengpässe", erklärt das Landratsamt.