Druckartikel: Vater, Mutter, Kind tot: Pommelsbrunns Bürgermeister ringt um Worte

Vater, Mutter, Kind tot: Pommelsbrunns Bürgermeister ringt um Worte


Autor: Ellen Schneider

Pommelsbrunn, Montag, 30. März 2026

Nach dem Leichenfund in Pommelsbrunn sitzt der Schock tief. Im Gespräch mit inFranken.de ringt der Bürgermeister um Worte. Erst 2024 hatte es im Ort ein Tötungsdelikt gegeben.
Im Pommelsbrunner Ortsteil Hohenstadt sind am Sonntag (29. März 2026) drei tote Personen in einem Einfamilienhaus in der Hauptstraße aufgefunden worden.


Er sei "mehr als erschrocken", sagt Pommelsbrunns Bürgermeister Armin Haushahn (Freie Wähler) am Montag (30. März 2026) im Gespräch mit inFranken.de. Am Sonntagvormittag (29. März 2026) hatte eine Zeugin ein mutmaßliches Tötungsdelikt im Gemeindeteil Hohenstadt gemeldet, die Polizei entdeckte daraufhin drei Leichen in dem Wohnhaus.

Bei den toten Personen handelt es sich Polizeiangaben zufolge um eine 51-jährige Frau, einen 51-jährigen Mann und die 10-jährige Tochter der beiden. Der Schock über die Tat sitzt nun auch in der kleinen Gemeinde im Nürnberger Land mehr als tief.

Tote Familie in Pommelsbrunn: Gemeinde im Nürnberger Land "erschrocken und betroffen"

Ein Nachbar berichtete im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Vifogra: "Wenn es das direkte Nachbargebäude ist, dann hat man natürlich selber Angst." Sollte sich bestätigen, dass sich die Tat innerhalb der Familie abgespielt habe, sei dies noch bedrückender, "besonders für das Kind".

Bürgermeister Haushahn berichtet insgesamt von einer "erschrockenen und betroffenen" Stimmung im Ort. Im Gespräch mit unserer Redaktion ringt er merklich um Worte. Gedanken über nächste Schritte wie einen eventuellen Gedenkgottesdienst seien aktuell noch fern, dafür sei das Ereignis noch zu frisch.

Wie Joachim Schnabel, Direktor des Schulamts Nürnberger Land, gegenüber inFranken.de erklärt, seien das Krisenteam der Schule des Mädchens, das mittelfränkische KIBBS-Team ("Kriseninterventions- und -bewältigungsteam bayerischer Schulpsychologinnen und Schulpsychologen") und die Notfallseelsorge in Schulen ("Nosis") der evangelischen Kirche bereits im Austausch. Zudem sollen alle Eltern der Schule per Schreiben informiert werden. Am ersten Tag nach den Ferien sei das KIBBS-Team für die Begleitung von Schülern und Eltern vor Ort - möglicherweise werde das Angebot die ganze Woche bestehen. Auch die Pfarrgemeinde plant laut Schnabel ein Angebot. Demnach haben sich bereits mehrere Eltern sowohl an die Kirchengemeinde als auch an die Schule gewandt.

Gemeindeteil Hohenstadt erst 2024 von Mordfall erschüttert

Die Ermittlungen der Polizei laufen aktuell auf Hochtouren. Am Dienstag (31. März 2026) sei die Obduktion der Leichen geplant, mit ersten Erkenntnissen rechne man am Mittwoch (1. April 2026), berichtet Christian Seiler, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken, inFranken.de. Zum aktuellen Zeitpunkt sei der genaue Tathergang jedoch "noch nicht abschließend geklärt".

Der Fall lässt Erinnerungen an eine Tat wach werden, die sich vor nicht allzu langer Zeit ebenfalls im Pommelsbrunner Gemeindeteil Hohenstadt abspielte: Im September 2024 wurde dort eine 49-Jährige als vermisst gemeldet. Zwei Monate später fanden Ermittler ihre Leiche im Wald. Ihr 51-jähriger Ehemann gestand vor Gericht, seine Frau, nachdem sie sich von ihm getrennt hatte, im Schlaf erdrosselt zu haben. Er wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

"Natürlich ist es schon kurz wieder hochgeflammt, dass es erst 2024 was gab", berichtet auch Pommelsbrunns Bürgermeister. Dennoch würden die beiden Taten für ihn in keinem Zusammenhang stehen.