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Unfassbarer Vorfall in Lauf: Mann flieht mit Kind aus Standesamt


Autor: Stefan Lutter

Lauf an der Pegnitz, Donnerstag, 19. März 2026

Großeinsatz statt Hochzeit in Lauf: Ein Bräutigam in spe flieht mit einem Kleinkind aus dem Standesamt - und löst eine Großfahndung mit Hubschrauber aus.
Ein 23-Jähriger flüchtet mit dem Kind seiner Verlobten aus dem Standesamt in Lauf. Die Polizei fahndet mit Hubschrauber nach dem Mann.


Was für ein bizarrer Donnerstagvormittag in Lauf an der Pegnitz: Statt Ringe zu tauschen und "Ja" zu sagen, nimmt ein 23-Jähriger das Kind seiner Verlobten und verschwindet einfach aus dem Standesamt.

Die geplante Eheschließung mit einer 19-Jährigen scheiterte -  doch statt die Situation zu klären, ergreift der Mann die Flucht. Was dann folgt, gleicht eher einem Krimi als einem romantischen Hochzeitstag.

Standesamt Lauf: Hochzeit scheitert – Mann flieht mit Kind der Verlobten

Wie die Polizei Mittelfranken berichtet, hat ein 23-jähriger Mann am Donnerstag, 19. März 2026, für einen größeren Polizeieinsatz in Lauf an der Pegnitz im Landkreis Nürnberger Land gesorgt. Gegen 11.45 Uhr befand sich der türkische Staatsangehörige gemeinsam mit seiner 19-jährigen deutschen Verlobten und deren Kind im Standesamt der Stadt, um dort zu heiraten, so die Polizei. 

"Aufgrund ausländerrechtlicher Hindernisse" konnte die Eheschließung jedoch nicht vollzogen werden, heißt es im Polizeibericht. Daraufhin verständigten Mitarbeiter des Standesamts die Polizei. In der Zwischenzeit begab sich der 23-jährige Bräutigam in spe gemeinsam mit dem Kind in den Wartebereich des Amtes. Genaue Angaben zu Alter und Geschlecht des Kindes macht die Polizei nicht, sie spricht lediglich von einem "Kleinkind".

Als eine verständigte Streife der Polizeiinspektion Lauf an der Pegnitz vor Ort eintraf, hatte sich der Mann bereits in Richtung Heldenwiese entfernt. Die Heldenwiese ist eine parkähnliche Grünfläche im südlichen Stadtgebiet von Lauf an der Pegnitz, unweit des Stadtzentrums gelegen. Da er zu diesem Zeitpunkt das Kind seiner Verlobten noch immer bei sich hatte und die genaueren Hintergründe unklar waren, veranlassten die Beamten umgehend Fahndungsmaßnahmen nach dem 23-Jährigen.

Großfahndung mit Hubschrauber

In die Fahndung wurden neben zahlreichen Streifen auch ein Hubschrauber der Bayerischen Bereitschaftspolizei eingebunden, so die mittelfränkische Polizei weiter. Der Einsatz konzentrierte sich zunächst auf das Gebiet rund um die Heldenwiese und die angrenzenden Stadtteile von Lauf an der Pegnitz. Erst vor wenigen Tagen hatte im Nürnberger Land eine große Suchaktion mit Hubschrauber und Drohnen stattgefunden, bei der die Polizei nach einer vermissten Person suchte.

Kurze Zeit später konnte das Kleinkind bei einer Angehörigen angetroffen werden. Der 23-Jährige hatte es offenbar dort übergeben. Das Kind war wohlbehalten, teilt die Polizei Mittelfranken mit. Der Mann selbst konnte bislang nicht angetroffen werden.

Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt, betont die Polizei. Die Kriminalpolizei Schwabach führt nun die weiteren Ermittlungen zu den Hintergründen des Geschehens. Dabei soll insbesondere geklärt werden, warum der 23-Jährige mit dem Kind aus dem Standesamt flüchtete und welche Rolle die ausländerrechtlichen Hindernisse bei der geplanten Eheschließung spielten. Erst kürzlich hatte die Polizeiinspektion Lauf an der Pegnitz einen Großeinsatz am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum durchgeführt, nachdem ein Schüler mit einer mutmaßlichen Waffe gemeldet worden war.

Das Standesamt von Lauf an der Pegnitz befindet sich im Rathaus der Stadt in der Nürnberger Straße im Stadtzentrum. Von dort sind es nur wenige hundert Meter bis zur Heldenwiese, wohin der Mann nach Angaben der Polizei zunächst flüchtete.