Mittelfranken (ots) -
Das Polizeipräsidium Mittelfranken verzeichnet für das Jahr 2025 die beste Sicherheitslage seit der Jahrtausendwende (ausgenommen das Coronajahr 2021). "Die Zahl der Straftaten ist das zweite Jahr in Folge gesunken, die Aufklärungsquote konnte nochmals gesteigert werden und die Jugendkriminalität ist deutlich rückläufig", erklärte Polizeipräsident Gernot Rochholz bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik im Rahmen eines Pressegesprächs am 17. März 2026.
Insgesamt verzeichnete das Polizeipräsidium Mittelfranken im vergangenen Jahr 75.211 Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße (inklusive ausländerrechtlicher Verstöße: 77.683). Dies entspricht einem Rückgang von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert und somit 687 Straftaten weniger als im Jahr 2024. Inklusive ausländerrechtlicher Verstöße wird ein Rückgang von 2,6 Prozent verzeichnet. Damit setzt sich der deutlich positive Trend des Vorjahres fort, in dem bereits ein Rückgang von 8,0 Prozent erreicht worden war. Leitender Kriminaldirektor Holger Stein, Leiter des Sachgebiets E3 - Kriminalitätsbekämpfung, ordnete die Zahlen ein: "Die Anzahl der durch die Polizei bearbeiteten Straftaten war im Jahr 2025 auf dem niedrigsten Niveau seit einem Vierteljahrhundert."
Auch die Entwicklung der Häufigkeitszahl, die das Verhältnis der erfassten Straftaten in Relation zur Bevölkerungszahl beschreibt, bestätigt den positiven Trend. Der Wert sank im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mittelfranken auf 4.188 erfasste Straftaten pro 100.000 Einwohner (Vorjahr: 4.237). Dies ist - mit Ausnahme der beiden Pandemiejahre 2020 und 2021 - der niedrigste Wert seit der Jahrtausendwende. Das Risiko, in Mittelfranken Opfer einer Straftat zu werden, ist damit nochmals spürbar gesunken.
Die Aufklärungsquote ohne ausländerrechtliche Verstöße konnte im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte auf 66,6 Prozent gesteigert werden. Die mittelfränkische Polizei hat damit erneut rund zwei von drei Straftaten aufgeklärt. Die Senkung der Gesamtzahlen wirkte sich auch auf die Zahl der Tatverdächtigen aus. Insgesamt wurden rund 38.000 Tatverdächtige ermittelt.
Polizeipräsident Rochholz betonte bei der Vorstellung der Kriminalstatistik, dass neben der objektiven Sicherheitslage auch das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung von zentraler Bedeutung sei: "Gute Zahlen allein reichen nicht. Viele Menschen fühlen sich trotz der positiven Entwicklung an manchen Orten unsicher. Dieses Gefühl nehmen wir ernst. Wir wollen daran aktiv arbeiten - als ansprechbare Bürgerpolizei, der die Menschen vertrauen."
Besonders erfreulich ist die Entwicklung bei jungen Tatverdächtigen. Die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren sank um 4,7 Prozent auf 7.309 Personen und liegt damit auf dem niedrigsten Niveau der vergangenen zehn Jahre. Bei den Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren beträgt der Rückgang sogar 9,2 Prozent. Holger Stein wies jedoch darauf hin, dass die Bereitschaft einzelner junger Menschen, Konflikte mit Gewalt zu lösen, weiterhin deutlich erkennbar sei: "Immer schneller und immer niedrigschwelliger wird mit gefährlichen Gegenständen oder einfach mit den Fäusten das vermeintliche Recht des Stärkeren zur Geltung gebracht." Die mittelfränkische Polizei reagiere hier mit dem sogenannten personenorientierten Ansatz: Spezialisierte Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter, die ihre Klientel kennen, Zusammenhänge herstellen und kriminelle Karrieren früh unterbrechen können. Unerlässlich sei dabei die enge Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern im Bereich der Jugendarbeit. Erfolgreiche Präventionsprojekte wie das Projekt "CoolRider" oder der Escape Room im Kommunikationsmuseum Nürnberg zeigten, dass gezielte Angebote Wirkung entfalten.
Die Rohheitsdelikte - darunter Körperverletzungen, Raub und Bedrohung - gingen im Jahr 2025 um 1,1 Prozent zurück. Auch die Straßenkriminalität entwickelte sich positiv. Gleichwohl bleibt das Thema Messerangriffe eine ernste Herausforderung. Im Regierungsbezirk Mittelfranken wurden 443 Messerangriffe erfasst, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Polizeipräsident Rochholz sprach dieses Thema deutlich an: "Diesen Anstieg nehmen wir sehr ernst. Wir reagieren mit Waffenverbotszonen, verstärkter Präsenz und konsequenter Strafverfolgung." Knapp die Hälfte der Delikte ereignete sich im öffentlichen Raum. Bei der Einordnung der Zahlen ist zu berücksichtigen, dass erst seit 2024 qualitätsgesicherte Daten zu Messerangriffen vorliegen, wodurch ein Vergleich mit früheren Jahren nur eingeschränkt möglich ist.