Auch der Anteil der Kinder- und Jugenddelinquenz verringerte sich erfreulicherweise markant um 12,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Im Bereich der Gesamtkriminalität zeigten sich ebenfalls erfreuliche Entwicklungen. So sanken die erfassten Zahlen gerade in Deliktsbereichen, welche das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger maßgeblich prägen. Die Gewaltdelikte im öffentlichen Raum verringerten sich um 8,4 Prozent auf 8.253 Fälle. Gerade die Körperverletzungsdelikte (-10,7 %) und Straftaten der gefährlichen und/oder schweren Körperverletzung (-10,3 %) gingen deutlich spürbar zurück. Gleichzeitig nahmen jedoch Raubdelikte im öffentlichen Raum um 9,8 Prozent zu. Zudem sanken die Sexualdelikte im öffentlichen Raum um 3,7 Prozent, überwiegend im Bereich der sexuellen Belästigung, wobei eine Zunahme von Vergewaltigungsdelikten von 48 Fällen im Jahr 2023 zu 66 Fällen im Jahr 2024 festzustellen war.
Aufgrund der Brisanz des Themas "Delikte unter Verwendung eines Messers" wurden umfangreiche qualitätssichernde Ma߬nahmen in den polizeilichen Datensys¬temen durchgeführt, um zukünftig hin¬sichtlich dieses Phänomens valide Zahlen zur Verfügung stellen zu können. Dies ist im aktuellen Bericht nun erstmalig möglich. Demnach ereigneten sich in Mittelfranken 298 erfasste Delikte, bei welchen 247 Tatverdächtige ermittelt werden konnten. Somit zeigt sich in diesem Bereich eine Aufklärungsquote von 92,3 Prozent. Bei einem Großteil der Tatverdächtigen (56,7 Prozent) handelte es sich um Nichtdeutsche (hiervon stammen 19,4 % aus der Gruppe der Zuwanderer). Knapp die Hälfte der Delikte (48,0 %) ereignete sich im öffentlichen Raum.
Auch konnte ein Rückgang der Diebstahlsdelikte um insgesamt 2,2 Prozent (Ladendiebstahl: - 7,3%, Besonders schwerer Fall des Fahrraddiebstahls: -8,9 Prozent) verzeichnet werden. Im Deliktsfeld des Callcenterbetrugs war eine Steigerung von 40,1 Prozent bei den betrügerischen Telefonanrufen mit einem gleichzeitigen Rückgang von 78,2 Prozent von Betrugsdelikten über Messengerdienste zu verzeichnen. Der entstandene Entwendungsschaden bleibt mit gut 5,5 Millionen Euro weiter auf einem hohen Niveau.
Die Teillegalisierung von Cannabis zum 01.04.2024 führte zu einem starken Rückgang der erfassten Rauschgiftdelikte um 45,4 Prozent auf 3.949 (Vorjahr: 7.235) erfasste Straftaten. Jedoch lässt die immens hohe Anzahl von Cannabisverstößen im ersten Quartal 2024 (820 Fälle und 181 Handelsdelikte) auf eine große Verfügbarkeit von Cannabisprodukten schließen, welche in der Folge schwer durch Eigenanbau oder den Bezug aus Anbauvereinigungen zu erklären ist. Somit ist davon auszugehen, dass ein Großteil der Cannabisprodukte weiterhin auf dem Schwarzmarkt illegal vertrieben wird, welcher aufgrund der bestehenden Rechtslage im Zusammenhang mit den Bestimmungen des KCanG schwer aufzuhellen ist. Ein valider Vergleich der Deliktszahlen des BtmG und des KCanG ist erst in den Folgejahren möglich.
Trotz sinkender Zahlen der Gesamtstraftaten waren die Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Mittelfranken weiterhin mit einer steigenden Anzahl von Veranstaltungen konfrontiert. So fanden im Jahr 2024 insgesamt 1.715 politische Versammlungen (Vorjahr: 1.626) und 1.753 sonstige polizeilich betreute Veranstaltungen (z.B. Fußballspiele, Kirchweihen, Festivals / Vorjahr: 1482) statt. Hierbei leisteten die Einsatzkräfte ein beachtliches Einsatzpensum zusätzlich zu den 299.598 Einsätzen, welche im täglichen Dienst bewältigt werden mussten (+2,83 Prozent zum Vorjahreswert). Dies stellt erneut einen Rekordwert der geleisteten Einsatzzahlen dar. Zeitgleich nahmen die Disponenten der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Mittelfranken insgesamt 244.854 Notrufe entgegen. Polizeipräsident Adolf Blöchl bedankte sich in diesem Rahmen bei den Einsatzkräften für die hochprofessionelle Arbeit, welche mit höchster Motivation und unter teils gefährlichen Umständen geleistet wurde.
Mit Blick auf die positiven Zahlen resümierte Polizeipräsident Adolf Blöchl: "Der markante, ausgeprägte Rückgang der Straftaten in Mittelfranken 2024 ist für uns Ansporn und Motivation weiterhin ein Höchstmaß an Sicherheit zu schaffen. Gerade die Reduzierung der Gewaltdelikte im öffentlichen Raum bestätigt die intensive Arbeit der mittelfränkischen Polizei in erkannten Schwerpunktgebieten. Sicherheit ist ein elementares menschliches Bedürfnis und entscheidend für unser Wohlbefinden. Daher be¬trachten wir es als unsere primäre Pflicht, auch im Jahr 2025 unsere größte Aufmerksamkeit auf diesen Be¬reich zu richten, erforderlichenfalls neue Wege einzu¬schlagen und gemeinsam mit unseren Sicherheitspart¬nern die gebotenen Maßnahmen zu treffen, um das Sicherheitsniveau in Mittelfranken zu erhalten und wo möglich zu verbessern."
Der Sicherheitsbericht steht unter folgendem Link zum Download zur Verfügung:
https://www.polizei.bayern.de/kriminalitaet/statistik/003105/index.html
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