Gen-Z-Proteste: Tausende Zusagen im Netz - was Samstag in Nürnberg geplant ist
Autor: Jürgen Wittrin
Nürnberg, Donnerstag, 29. Oktober 2026
Nürnberg wird am Samstag zum Schauplatz der Gen‑Z‑Proteste. Während tausende Unterstützer online ihre Teilnahme ankündigen, bereitet sich die Polizei auf mehrere Versammlungen vor.
Die Schülerproteste in Frankreich haben längst Auswirkungen über die Landesgrenzen hinaus. Unter dem Motto „Gen Z regelt“ ruft eine junge Bewegung inzwischen auch in Deutschland zu Demonstrationen auf. Für Samstag, 31. Oktober, sind laut den Organisatoren Kundgebungen in 32 Städten geplant – anfangs waren es 23. Auch Nürnberg steht auf der Liste der Protestorte.
Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) warnte in diesem Zuge vor ähnlichen Gewalttaten wie im französischen Nachbarland. Dass am 31. gleichzeitig Halloween ist, bereitet dem Minister zusätzliche Sorgen. "Wir sehen, dass es da Aufrufe auch besonders aus der linksradikalen Szene gibt", sagt der CDU-Politiker gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Potsdam. Konkret befürchtet Redmann, dass der Tag ausgenutzt werden könnte. Hintergrund ist, dass sich die Menschen an Halloween in allen möglichen Kostümen verkleiden. Brandenburgs Innenminister sieht deswegen die Gefahr von Straftaten und Körperverletzungen "im Schutz der Maskerade".
Nürnberg vor den Gen-Z-Protesten: Das sagen die Behörden
Die Polizei Nürnberg schätzt diese Möglichkeit laut dpa als nicht sehr hoch ein. Polizeisprecher Michael Petzold zufolge gelte das Vermummungsverbot. Größere Zwischenfälle an Halloween hat es laut Petzold in Nürnberg in den vergangenen Jahren zudem nicht gegeben.
In Frankreich, aber mittlerweile auch in Spanien und Italien kam es im Zuge der Proteste am vergangenen Wochenende zu Gewalt. Neben Brandenburgs Innenminister fürchten auch andere Politiker aus Union und SPD, dass die Jugendproteste durch Extremisten unterwandert werden könnten.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) rechnet hingegen nicht mit einer Gewalteskalation. "Die angekündigten Schülerproteste lassen zum jetzigen Zeitpunkt keine vergleichbaren Ausschreitungen wie in Frankreich erwarten. Vielmehr lassen sich derzeit Mobilisierungsaufrufe in den sozialen Medien feststellen, die die gewaltsamen Auseinandersetzungen im Ausland kritisieren und sich davon distanzieren", teilte er der dpa mit. Konkrete Gewaltaufrufe oder Ausschreitungen seien den Sicherheitsbehörden nicht bekannt.
Nürnberger Polizei erwartet friedliche Versammlung
Während Brandenburgs Innenminister vor französischen Verhältnissen warnt, sieht die Polizei Mittelfranken dem Protest in Nürnberg mit einer routinierten Distanz entgegen. "Wir werden die Versammlung genau so behandeln und gewährleisten wie jede andere auch", teilt die Pressestelle auf Anfrage von inFranken.de mit. Einzige Einschränkung sei, dass es nicht zu Straftaten komme.
Der dpa teilte die Stadt mit, dass in Nürnberg statt einer mittlerweile zwei Protestaktionen geplant sind: eine Kundgebung am Ludwigsplatz sowie ein Demonstrationszug vom Kornmarkt aus. Für erstere seien 40 Menschen angemeldet, für den Demonstrationszug würden die Veranstalter 150 bis 250 Menschen erwarten, äußert sich Polizeisprecher Petzold gegenüber der dpa.