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Gen-Z-Proteste in Nürnberg: Mehrere Demonstranten festgenommen


Autor: Agentur dpa, Erik Jasper, Isabel Schaffner

Nürnberg, Sonntag, 01. November 2026

Die "Gen-Z-Proteste" in Nürnberg wurden von Angriffen auf die Polizei und Sachbeschädigungen begleitet. Mehrere Personen kamen in Gewahrsam.
Die Polizei setzte gewaltbereotse Demonstranten in Nürnberg fest und nahm manche in Gewahrsam.


Update vom 1.11.2026, 6.50 Uhr: Demonstranten bewerfen Polizei mit Böllern, Steinen und Flaschen

In ihrem zusammenfassenden Bericht betont die Polizei Mittelfranken, dass Einsatzkräfte mehrmals beworfen wurden. "Es wurde im Rahmen des Versammlungsgeschehens aus der Versammlung heraus mit Flaschen, teilweise Glas, teilweise Plastikflaschen, mit Steinen und auch mit Böllern auf die Kollegen geworfen", so Janine Mendel von der Polizei Mittelfranken noch am Abend im Gespräch mit News5. "Wir hatten glücklicherweise keine Verletzten unter den Einsatzkräften."

Die Polizei setzte eine aufgesplitterte Gruppe von etwa 200 Demonstranten an verschiedenen Orten der Stadt fest. "Bei der Durchsuchung einzelner Personen wurde Schutzbewaffnung aufgefunden und sichergestellt. Mehrere Personen kamen zur Unterbindung möglicher weiterer Störungen im Laufe des Abends in Polizeigewahrsam", heißt es im Bericht. Im Rahmen der Festsetzung kletterten zwei Personen auf ein Vordach, wie aus dem News5-Interview hervorgeht. "Die befinden sich da jetzt schon eine ganze Zeit lang oben und man wird die jetzt erst mal da oben lassen und sehen, was die Zeit bringt", so Mendel.

Die Einsatzkräfte kontrollierten neben zwei größeren auch mehrere kleinere Gruppen. Grund dafür waren unter anderem Böllerwürfe. In diesen Fällen leitete die Polizei entsprechende Ermittlungsverfahren ein. Im Stadtgebiet Nürnberg kam es am Nachmittag und Abend außerdem an verschiedenen Orten zu einzelnen Sachbeschädigungen. In der Landgrabenstraße wurde dabei eine Schaufensterscheibe vermutlich durch einen Flaschenwurf beschädigt. Zudem beschmierten Unbekannte mehrere Straßenbahnhaltestellen, so die Polizei.

Insgesamt überprüften die Einsatzkräfte die Identität von über 200 Personen. Ob Straftaten vorliegen, wird geprüft. Gegebenenfalls leitet die Polizei weitere Ermittlungsverfahren ein. Am Einsatz beteiligt waren neben dem Polizeipräsidium Mittelfranken auch die Polizei Nürnberg-Mitte, die Zentrale Einsatzdienste Mittelfranken, die Nürnberger Kriminal- und Verkehrspolizei sowie die Bayerische Bereitschaftspolizei. Mendel betont, dass der Großteil der Versammlung friedlich ablief.

"Man sollte friedlich protestieren", sagt ein Teilnehmer gegenüber News5. "Das bewirkt meiner Meinung nach mehr, als Gewalt anzustiften, weil das bringt halt auch nichts."

Update vom 31.10.2026, 19.21 Uhr: Gen-Z-Proteste in Nürnberg: Chaotische Situation in der Innenstadt

Nach einem zunächst friedlichen Beginn am Nachmittag sind die Gen-Z-Proteste in Nürnberg in den vergangenen Stunden von einer zunehmenden Gewaltbereitschaft seitens einiger Demonstranten überschattet worden.

Nach Angaben der Polizei war der mehrere tausend Menschen umfassende Protestzug an den Kornmarkt zurückgekehrt, als sich eine Gruppe von "offenbar gewaltbereiten" Demonstranten von den restlichen Teilnehmern löste und in Richtung Jakobsplatz zog. "Der Block wurde angehalten, hierbei kam es zum Einsatz von unmittelbarem Zwang. Die Versammlung wurde daraufhin durch den Versammlungsleiter beendet", heißt es seitens der Polizei Mittelfranken.

Angespannte Lage bei Nürnberger Demonstration

Etwa 60 Personen aus der Gruppe wurden in der Pfannenschmiedsgasse durch die Einsatzkräfte eingekesselt - wodurch sich die Stimmung in der Innenstadt erneut aufheizte. Eine Reporterin vor Ort berichtete, dass sich in der Folge weitere Teilnehmer der Demonstration in großer Zahl am Ort des Geschehens sammelten und lautstark die Freigabe der festgesetzten Personen forderten. Letzten Endes durfte die Gruppe den Ort wieder verlassen, die Situation blieb jedoch weiter angespannt. Die Polizei hat nach dem Bewurf von Einsatzkräften durch Demonstranten die Identitäten mehrerer Protestteilnehmer festgestellt.

Aktuell (Stand 19 Uhr) scheint sich die Lage in Nürnberg endgültig zu beruhigen. Die Reporterin vor Ort berichtete im Laufe des Tages von zwei verletzten Personen, von denen eine durch einen Feuerwerkskörper zu Schaden kam. Wie eine Sprecherin der Polizei auf Nachfrage von inFranken erklärte, gehen die Behörden von einer Teilnehmerzahl von über 2000 Menschen "mit starker Tendenz nach oben aus". Die Einschätzung der Veranstalter, die eine Zahl von 6000 nannten, teilt die Polizei nicht.

Update vom 31.10.2026, 16.59 Uhr: Nürnberger Gen-Z-Proteste kochen hoch - Feuerwerk, Flaschen- und Steinwürfe

Die Demonstration in Nürnberg hat am späten Samstagnachmittag ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Wie eine Reporterin vor Ort berichtet, kam es zuletzt vermehrt zu Flaschen- und Steinwürfen. Darüber hinaus wurden in den Reihen der Demonstranten Feuerwerkskörper gezündet.

Angesichts der zunehmend angespannten Lage stand die Polizei offenbar kurz davor, den Demonstrationszug aufzulösen. Kurz darauf beruhigte sich die Lage aber wieder so weit, dass von dieser Maßnahme vorerst abgesehen wurde. Die eingesetzten Beamten haben mittlerweile ihre Einsatzhelme aufgesetzt.

Auch pro-palästinensische Demonstranten im Teilnehmerfeld

Das Teilnehmerfeld der Demonstration ist heterogen. Unter die zahlreichen Menschen, die mehr soziale Gerechtigkeit fordern oder die Wehrpflicht kritisieren, haben sich auch pro-palästinensische Demonstranten gemischt. Zwischendurch kam es zu einer heiklen Szene, als sich eine Gruppe von pro-palästinensischen Protestteilnehmern skandierend auf einen Mann zubewegte, der am Straßenrand eine Israelflagge hochhielt. Mehrere Polizeibeamte stellten sich schützend vor den Mann, woraufhin sich die Situation abkühlte.

Video:




Während die Polizei eine Zahl von 1200 Demonstranten nennt, gehen die Veranstalter von 6000 aus. Die Reporterin vor Ort schätzt die Teilnehmeranzahl auf etwa 4000 bis 5000.

Ursprungsmeldung vom 31.10.2026, 15.21 Uhr: Gen-Z-Proteste am Samstag - so ist die Lage in Nürnberg

In mehreren bayerischen Städten sind am Samstagnachmittag (31. Oktober 2026) die sogenannten "Gen-Z-Proteste" angelaufen - unter anderem auch in Nürnberg. Im Vorfeld hatten Anwohner und Gewerbetreibende ihre Sicherheitsbedenken kundgetan - bislang ist die Stimmung vor Ort allerdings friedlich. Im Vorfeld waren auch Gegendemonstrationen angekündigt worden - von denen eine seitens der Veranstalter jedoch kurzfristig abgesagt wurde.

Für den bundesweiten Protesttag wurden in Bayern nicht nur in Nürnberg, sondern auch in München, Augsburg, Regensburg und Rosenheim Versammlungen geplant.

"Ok Boomer": Darum geht es den Demonstranten

Die Initiative "Gen Z regelt" hat landesweit zu friedlichen Protesten aufgerufen. Sie fordert soziale Gerechtigkeit, mehr finanzielle Mittel für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und für verstärkten Klimaschutz. Eine Wehrpflicht und den Ausbau staatlicher Überwachung lehnt sie ab. Einige Teilnehmer der Demonstrationen in Bayern waren mit Plakaten und Fahnen erschienen. Viele hatten Schilder dabei mit Aussagen wie "Ok Boomer, jetzt sind wir dran" oder "Freiheit, Zukunft, Menschlichkeit".

In Nürnberg wurden auch Fahnen der Freien Deutschen Jugend FDJ gesichtet, zu DDR-Zeiten eine Massenorganisation des Staates. "Die Jugend braucht Streik", stand auf einem dazugehörigen Transparent. Und: "Wir sind nicht eure Tagelöhner! Wir sind nicht euer Kanonenfutter!". In München gab es rote Fahnen der Revolutionären Kommunistischen Partei mit dem Schriftzug RKP sowie Hammer und Sichel.