Blaue Nacht entfällt auch 2021: Sie war in Nürnberg lange Zeit nicht aus dem Veranstaltungskalender wegzudenken. Seit dem Stadtjubiläum 2000 pilgerten in der Blauen Nacht jährlich bis zu 150.000 Menschen durch die blau erstrahlende Nürnberger Altstadt. Coronabedingt konnte die lange Nacht der Kunst und Kultur in diesem Frühling nicht stattfinden. Nun hat der Geschäftsbereich Kultur der Bürgermeisterin entschieden, das Format auch 2021 pausieren zu lassen, berichtet die Stadt Nürnberg. Ins blaue Licht getaucht wurde die Frankenmetropole zuletzt 2019.

Geplant war demnach, die gesamte Innenstadt am 23. und 24. April 2021 unter dem Vorjahresmotto „Risiko“ mit Kunst- und Kulturliebenden zu füllen. Trotz laufender Vorbereitungen musste dieses Vorhaben nun aber gestoppt werden. Die Gründe sind der Stadt zufolge vielseitig: Die Covid-19-Pandemie erschwert Veranstaltungen mit längerem Vorlauf. Eine Veranstaltung vom Format einer Blauen Nacht benötigt jedoch in vielfacher Hinsicht Planungssicherheit. Die Ungewissheit über den weiteren Verlauf der Pandemie lässt die hygienegerechte Durchführung einer Großveranstaltung mit mehr als 100 000 Besuchern nicht möglich erscheinen.

Blaue Nacht erneut angesagt: Nürnbergs OB nennt Gründe

„Die Blaue Nacht ist Nürnbergs lange Nacht der Kunst und der Kultur. Ein ganzes Bündel von Gründen hat uns jedoch dazu veranlasst, auch 2021 von der Durchführung abzusehen", kommentiert Oberbürgermeister Marcus König die Absage. "Dies ist sicher keine gute Nachricht für alle in das Vorhaben involvierten Einrichtungen, Kunstschaffenden, Mitarbeitenden sowie die Besucherinnen und Besucher, dennoch musste diese Entscheidung aus Veranstaltersicht leider unbedingt so fallen."

An einem symbolischen Beitrag – sollten es die dann geltenden Regelungen zulassen – wollen die Verantwortlichen des Projektbüros im Geschäftsbereich Kultur dennoch festhalten: Als Reminiszenz an das traditionelle Nürnberger Kulturhighlight wird im Frühjahr die Großprojektion des Nürnberger Künstlers Peter Angermann auf der Fassade der Kaiserburg zu sehen sein, kündigt die Stadt an. Der Mitbegründer der „Nürnberger Schule“ und ehemalige Professor an der Akademie der Bildenden Künste wäre heuer bereits Blaue-Nacht-Burgkünstler gewesen.

„Im Sinne der Gesundheit aller Besucherinnen und Besucher ist die erneute Absage der Blauen Nacht unvermeidbar, so sehr es auch schmerzt", sagt Kulturbürgermeisterin Julia Lehner. "Gleichzeitig ist es höchsterfreulich, dass es dennoch zu einer symbolischen Geste von Strahlkraft kommen kann. Im Frühjahr 2021 markiert die Illumination der Nürnberger Burg den Wunsch der gesamten Stadtgesellschaft nach einer baldigen Rückkehr zu gemeinsam erlebbaren Formaten von Kunst und Kultur.

"Lebendiges kulturelles Leben": Hauptsponsor will Erinnerung aufrechterhalten

Bei einem entspannten Spaziergang können Besucherinnen und Besucher über mehrere Abende hinweg die magische Strahlkraft von Angermanns farbenfrohen Projektion erleben. Dass diese Möglichkeit bestehe, sei dem treuen Engagement der Nürnberger Versicherung zu verdanken, heißt es vonseiten der Stadt Nürnberg.

„Als Hauptsponsor der ersten Stunde wollen wir die Erinnerung an die Blaue Nacht und ein lebendiges kulturelles Leben aufrechterhalten", betont Armin Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Nürnberger Versicherung. "Gerne teilen wir das Ansinnen der Stadt Nürnberg, die Burgillumination als ein leuchtendes Zeichen der Hoffnung für die regionale Kunst- und Kulturszene zu sehen, verbunden mit dem Wunsch der baldigen Rückkehr zu einem geregelten Alltag mit einem abwechslungsreichen Ausstellungs- und Vorstellungsbetrieb."

Die Stadt Nürnberg hat unterdessen ein Böllerverbot für Silvester und Neujahr erteilt. Grund sind die hohen Corona-Infektionszahlen.