Aufruf zu Ameisenflut in Nürnberg: "Auf Grundstück tätig werden"
Autor: Isabel Schaffner, Agentur dpa
Nürnberg, Dienstag, 06. Oktober 2026
In Nürnberg hat ein Treffen mit Bürgern, dem Oberbürgermeister und einer Expertin zur Großen Drüsenameise stattgefunden. Diese Maßnahmen sind jetzt wichtig.
Die Große Drüsenameise (Tapinoma magnum) lebt mit vielen Königinnen gemeinsam in unterirdischen Superkolonien. So kann sie sehr große Gebiete besiedeln. Ein Befall dieser ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammenden Ameisenart kann verschiedene Probleme verursachen: Gehwege können absacken, die Gebäudesubstanz und Infrastruktur werden gefährdet und für die Bekämpfung der Schädlinge entstehen hohe Kosten.
Lichtenreuth und Hasenbuck sind in Nürnberg nachweislich betroffen. 40 Anwohner kamen am Montag (5. Oktober 2026) zu einer Infoveranstaltung in Kooperation mit dem Bürgerverein Hasenbuck. Heike Feldhaar von der Universität Bayreuth informierte hierbei über die Ausbreitung der Großen Drüsenameise, mögliche Schäden und geeignete Maßnahmen, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt heißt.
Update vom 06.10.2026: Uni-Professorin klärt in Nürnberg über Drüsenameise auf - was hilft?
Wichtig sei, möglichst viele Grundstücke gleichzeitig zu behandeln: "Jeder muss auf seinem Grundstück tätig werden – sei es im eigenen Garten oder auf der Großbaustelle. Nur so können wir es gemeinsam schaffen, diese Ameisenart einzudämmen", lautet der Appell von Oberbürgermeister Marcus König (CSU) an die Anwohner und Verantwortlichen. Eine einzelne Maßnahme zur vollständigen Bekämpfung gebe es nicht.
Die Inhaberin des Lehrstuhls für Populationsökologie der Tiere an der Universität Bayreuth rät: "Biodiversität, hohes Gras und unsere einheimischen Wegameisen helfen bei der Eindämmung. Aber wir werden diese invasive Ameisenart wahrscheinlich nicht mehr loswerden." An passenden Methoden zur gezielten Bekämpfung soll im kommenden Frühjahr weiter geforscht werden. Feldhaar plane mit einem Schädlingsbekämpfer gemeinsam Untersuchungen, um eine Kombination aus Köder und Gift zu finden. Diese solle möglichst gezielt der Großen Drüsenameise schaden.
"Heißes Wasser hilft nur bedingt. Meist reicht es nicht bis zum tieferliegenden Nest und schadet somit nicht der Königin. Außerdem tötet es auch alles andere im Boden", wird sie zitiert. Heißes Wasser oder heißer Dampf sollten deshalb nur auf Pflaster, Sand oder Kies verwendet werden. Auf dem nassen Boden könne anschließend das Ausstreuen von Fadenwürmern (Nematoden) bei der Bekämpfung helfen.
Auch die größeren Bauflächen in Lichtenreuth sollen in das gemeinsame Vorgehen einbezogen werden, so die Stadt. Bei einem Treffen Mitte Oktober werde man die dort tätigen Bauträger und Investoren über die Große Drüsenameise informieren und sie auffordern, ebenfalls gegen vorhandene Nester vorzugehen.
Urpsrungsmeldung vom 30.09.2026: Kampf gegen Große Drüsenameise – Stadt Nürnberg kooperiert mit Bayreuther Expertin
Der Bayerische Rundfunk berichtete im August über den Nürnberger Stadtteil Hasenbuck – er werde mit den kleinen Ameisen teils "überflutet". Für einige Anwohner sei der Aufenthalt im Freien nahezu unmöglich. Eine Frau aus der Ingolstädter Straße suchte Hilfe bei der CSU‑Stadtratsfraktion. inFranken.de hat bei der Stadt Nürnberg nach dem aktuellen Stand gefragt.