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Junge Mutter in Bad Windsheim getötet: Ex-Mann wegen Mordes angeklagt


Autor: Redaktion, Agentur dpa

Bad Windsheim, Montag, 21. November 2022

"Der Tag ist gekommen": Mit diesen Worten soll ein Mann in Bad Windsheim auf seine Ex-Frau losgegangen sein und sie erstochen haben. Wollte er so das Sorgerecht für die Kinder bekommen? Der 42-Jährige steht jetzt vor Gericht.
Zeitweise musste das Anwesen in Bad Windsheim abgesperrt werden.


Vor einem Jahr schockte eine Bluttat die Bewohner von Bad Windsheim: Ein Mann ging mit einem Messer auf seine Ex-Ehefrau los. Die dreifache Mutter starb noch am Tatort - danach meldete sich der damals 41-Jährige selbst bei der Polizei.

Jetzt steht der Mann wegen Mordes vor Gericht. Laut Anklage verfolgte der 42-Jährige mit seiner Tat einen perfiden Plan.

Update vom 21.11.2022: Ex-Frau für alleiniges Sorgerecht getötet? 42-Jähriger vor Gericht

Im Streit um unterschiedliche Auffassungen bei der Kindererziehung soll ein 42 Jahre alter Mann in Bad Windsheim (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) seine Ex-Ehefrau erstochen haben. Der Mann muss sich von diesem Dienstag (22. November 2022) an vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Ihm wird Mord an der 33-Jährigen vorgeworfen.

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Der Angeklagte sei nach der Trennung von der Mutter seiner Kinder erneut bei der Familie eingezogen - nächtigte allerdings im Kinderzimmer. Die Frau überwachte er stundenlang mit der Aufnahmefunktion seines Mobiltelefons. Er habe damit nachweisen wollen, dass die Mutter seiner Kinder wechselnde Sexualkontakte unterhielt und sich damit in ihrer Mutterfunktion selbst disqualifiziere.

Der Plan des Mannes sei es gewesen, die Frau zu töten, wegen Totschlags zu einer vergleichsweise kurzen Haftstrafe verurteilt zu werden und anschließend die Erziehung der Kinder selbst in die Hand nehmen zu können.

Mit den Worten "Der Tag ist gekommen" sei der Mann mit einem Messer in der Hand vor knapp einem Jahr auf die Frau losgegangen. Er habe ihr mehrere schwere Stich- und Schnittverletzungen zugefügt. Die Frau sei noch am Tatort gestorben.

Die 5. Strafkammer des Landgerichts hat für den Mordprozess insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte demnach am 9. Dezember fallen.

Update vom 29.11.2021: Untersuchungshaftbefehl gegen Tatverdächtigen erlassen

Eine am Montag (29.11.2021) durchgeführte Obduktion ergab, dass die 33-Jährige durch Stichverletzungen in Hals und Oberkörper zu Tode kam. Nachdem die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth gegen den festgenommenen 41-Jährigen einen Haftantrag wegen Totschlags gestellt hatte, erließ der zuständige Ermittlungsrichter am Montag einen Untersuchungshaftbefehl gegen den 41-jährigen Tatverdächtigen.

Ursprüngliche Meldung vom 28.11.2021:  Tatverdächtiger tötet Frau und meldet sich bei Polizei

Um kurz nach 14:30 Uhr hatte der 41-jährige Tatverdächtige bei der Polizeiinspektion Bad Windsheim angerufen und mitgeteilt, dass in der Bodenfeldstraße "etwas Schlimmes" passiert sei. Als eine Streife kurz darauf die betroffene Wohnung überprüfte, trafen die Beamten auf den 41-jährigen Anrufer und fanden außerdem eine leblose 33-jährige Frau vor, berichtet das Polizeipräsidium.

Die Frau war zu diesem Zeitpunkt nicht bei Bewusstsein. Zudem wies der Körper der 33-Jährigen Anzeichen äußerer Gewaltanwendung auf. Ein unmittelbar hinzugezogener Notarzt konnte letztlich nur noch den Tod der Frau feststellen.

Nach aktuellem Ermittlungsstand geht die Polizei davon aus, dass die 33-jährige Frau Opfer eines Tötungsdelikts wurde. Den 41-jährigen Anrufer, bei dem es sich um den Ex-Ehepartner der Toten handelt, nahmen die Beamten vor Ort unter dringendem Tatverdacht fest. Ein mehrere Monate altes Kleinkind, das sich während des Tatgeschehens in der Wohnung befand, nahmen die Beamten in Obhut und brachten es bei Verwandten unter.

Mehrere Schaulustige vor Ort - Gebäude musste gesperrt werden

Im Zuge des Polizeieinsatzes in dem betroffenen Mehrparteienhaus sammelten sich vor dem Anwesen mehrere Dutzend Personen, darunter Verwandte der Verstorbenen, aber auch Schaulustige, teilt die Polizei mit. Aufgrund der emotionalen und aufgeheizten Stimmung unter den Anwesenden, zog die Polizeiinspektion Bad Windsheim Einsatzkräfte des Unterstützungskommandos Mittelfranken (USK) hinzu, um zu verhindern, dass Unbefugte auf oder in das Anwesen und den Tatort gelangen konnten.

Zu diesem Zweck mussten Personen zurückgedrängt und die Bodenfeldstraße unmittelbar vor dem Tatortanwesen zeitweise gesperrt werden. Ein 36-jähriger Mann verhielt sich in diesem Zusammenhang derart aggressiv, dass ihn Beamte vorübergehend in Gewahrsam nehmen mussten.

Vor Ort führten Beamte des Kriminaldauerdienstes Mittelfranken erste Maßnahmen am Tatort durch. Sie wurden im Laufe des Einsatzes von Beamten der Spurensicherung der Kriminalpolizei Ansbach abgelöst. Zudem nahmen Ermittler des Fachkommissariats für Kapitaldelikte gemeinsam mit der zuständigen Staatsanwaltschaft aus Ansbach bereits in den Abendstunden ihre Arbeit am Tatort auf.