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Lohr: Hunger Hydraulik meldet Insolvenz an - "haben zu kämpfen"


Autor: Daniel Krüger

Lohr am Main, Mittwoch, 17. Juni 2026

In Unterfranken hat ein international bedeutendes Familienunternehmen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Jetzt wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet.
Hunger Hydraulik aus Lohr am Main (hier ein Symbolbild) steckt in der Krise.


Die Fertigungsindustrie in Deutschland steht unter Druck. Steigende Kosten, internationale Konkurrenz und wirtschaftliche Unsicherheiten machen vielen Unternehmen zu schaffen. Nun hat es einen weiteren traditionsreichen Betrieb aus Franken getroffen.

Die Walter Hunger GmbH & Co. KG Hydraulikzylinderwerk mit Sitz in Lohr am Main hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Würzburg hat am 1. Juni 2026 das Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet, wie aus der amtlichen Insolvenzbekanntmachung hervorgeht.

Hunger Hydraulik in Lohr: Geschäftsführer will Firma nicht aufgeben - "glaube an langfristigen Erfolg"

Der Insolvenzantrag war bereits am 17. März 2026 beim Insolvenzgericht eingegangen. "Viele Unternehmen in der Fertigungsindustrie haben zu kämpfen, so auch die Walter Hunger GmbH & Co. KG", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens vom April. Preisdruck durch Konkurrenz aus China und höhere Kosten etwa durch Zölle auf Rohstoffe seien nur zwei der Herausforderungen.

Der Betrieb bei Hunger Hydraulik laufe während der Sanierung weiter. Vorhandene und neue Aufträge würden wie gewohnt bearbeitet, teilt das Unternehmen mit. "Ich glaube an unseren langfristigen Erfolg, auch wegen der Zeichen aus dem Markt", wird Geschäftsführer Jan Hunger zitiert. 

Hunger Hydraulik beschäftigt demnach rund 100 Mitarbeiter. Mit der Sanierung sollen unter anderem das Produktportfolio und die Organisationsstruktur optimiert werden. Andere Unternehmen der Hunger-Gruppe seien nicht von dem Verfahren betroffen, betont das Unternehmen. Die Gesellschafterin Ingrid Hunger steht hinter dem Plan: "Als Eigentümer wollen wir das Unternehmen stabilisieren und für die Zukunft rüsten", wird sie in der Mitteilung zitiert.

Vorläufer 1958 gegründet: Familienunternehmen Hunger Hydraulik mit langer Geschichte

Sie sei überzeugt, dass Hunger Hydraulik auf lange Sicht als eigenständiges Unternehmen erhalten werden könne. Die Geschichte der Hunger-Gruppe reicht nach Unternehmensangaben bis ins Jahr 1945 zurück. Gründer Walter Hunger begann damals im sächsischen Frankenberg mit der Herstellung von hydraulischen Kippfahrzeugen.

Nach der Flucht aus der DDR startete er im Jahr 1958 einen Neuanfang im fränkischen Lohr am Main. Heute sei die Hunger-Gruppe mit 14 Unternehmen weltweit in der Hydraulikbranche aktiv und beschäftige insgesamt rund 400 Mitarbeiter, heißt es.

"Aufgrund seiner langen Historie hat Hunger Hydraulik ein stabiles Fundament und Potenzial für eine erfolgreiche Zukunft", wird Sanierungsberater Klaus Ziegler mit optimistischen Worten zitiert. Für das Bamberger Technikunternehmen Albert und Hummel gibt es hingegen keine Zukunft - hier steht eine Massenentlassung bevor. 

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