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Karlstadt: Nach Großeinsatz - Trennung als Auslöser für Geiselnahme?


Autor: Redaktion, Antonia Kriegsmann

Karlstadt, Mittwoch, 17. August 2022

Im Falle der mutmaßlichen Geiselnahme in Karlstadt vor gut einem halben Jahr hat die Staatsanwaltschaft Würzburg nun Anklage gegen einen Mann aus Niedersachsen erhoben. Er soll eine Frau über Stunden als Geisel gehalten und mit einem Messer bedroht haben. Auch zum Grund seines Ausrasters gibt es neue Details.
In Karlstadt (Lkr. Main-Spessart) kam es zu einem großangelegten SEK-Einsatz.


  • Geiselnahme in Karlstadt löst SEK-Einsatz aus 
  • Mann bedroht Frau (52) mit Messer, randaliert in Mehrfamilienhaus und flüchtet schließlich auf das Dach
  • Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Mann (23) aus Niedersachsen

In der Nacht zum 8. Februar 2022 hat ein Mann eine Frau in Karlstadt (Landkreis Main-Spessart) über Stunden in ihrer Wohnung gefangen gehalten und mit einem Messer bedroht. Nun gibt es Neuigkeiten zu dem Fall: Die Staatsanwaltschaft Würzburg hat Anklage gegen einen heute 23 Jahre alten Mann aus Niedersachsen erhoben, der bereits in Untersuchungshaft sitzt. Er wird der Geiselnahme, Beleidigung und Bedrohung verdächtigt. Auch zum Anlass für seinen "Ausraster" sind neue Details bekannt geworden.

Update vom 17. August 2022, 16.45 Uhr: Staatsanwaltschaft Würzburg erhebt Anklage

Gut ein halbes Jahr nach der mutmaßlichen Geiselnahme einer Frau in Karlstadt (Landkreis Main-Spessart) hat die Staatsanwaltschaft Würzburg Anklage erhoben. Dem Verdächtigen wird neben Geiselnahme auch Beleidigung und Bedrohung vorgeworfen. Dazu hat sich der 23 Jahre alte Mann aus Niedersachsen allerdings bisher nicht geäußert. Das Landgericht Würzburg muss der Behörde zufolge nun über die Zulassung der Anklage entscheiden.

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Der Angeklagte soll sein damals 52 Jahre altes Opfer im Februar gut acht Stunden in seiner Gewalt gehabt haben. Laut Staatsanwaltschaft war er zum Tatzeitpunkt bewaffnet und hatte Alkohol und Drogen genommen. Grund für den Ausraster des Mannes könnte die Trennung von seiner Partnerin gewesen sein, die in dem Mehrfamilienhaus wohnte und nicht die 52-Jährige war. Ernsthaft verletzt wurde damals niemand.

Bei dem Einsatz in Karlstadt war auch ein Spezialeinsatzkommando vor Ort. Der mit einem größeren Messer bewaffnete Mann hatte in dem Haus in der Altstadt unter anderem randaliert. Nach Eintreffen der ersten Polizeistreife bedrohte er nach Ermittlerangaben die 52-Jährige. Feuerwehr, Bergwacht und Höhenrettung wurden ebenfalls gerufen, denn die Polizei befürchtete zwischenzeitlich, der Mann könnte vom Dach stürzen. Nach stundenlangen Verhandlungen konnte der Verdächtige schließlich auf dem Hausdach widerstandslos festgenommen werden. Seither sitzt er in Untersuchungshaft. Der Polizei war der Mann vor der Tat bereits einmal aufgefallen, allerdings nicht wegen eines Gewalt- oder Drogendelikts. Das Verfahren sei nach Jugendstrafrecht eingestellt worden.

Update vom 9. Februar 2022, 17 Uhr: Täter befindet sich in Untersuchungshaft

Der 22-Jährige ist inzwischen in einer Justizvollzugsanstalt untergebracht, wie das Polizeipräsidium Unterfranken und die Würzburger Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Mitteilung schreiben. Ein Ermittlungsrichter hat gegen den Mann am Mittwochnachmittag die Untersuchungshaft angeordnet und ist damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft Würzburg gefolgt.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand wird dem 22-Jährigen vorgeworfen, die 52-Jährige in deren Wohnung festgehalten und mit dem Messer bedroht zu haben. Während des folgenden Polizeieinsatzes kam es zu Forderungen vonseiten des Mannes gegenüber den eingesetzten Beamten. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern aber noch an. Offenbar bestehe ein Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung zwischen dem Festgenommenen und zwei Bekannten, die sich zum Tatzeitpunkt ebenfalls in dem Mehrfamilienhaus aufgehalten hatten. 

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Würzburg wurde der Festgenommene am Mittwochnachmittag dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der die Untersuchungshaft wegen des dringenden Tatverdachts der Geiselnahme und der Bedrohung anordnete. Der 22-Jährige wurde nach der Eröffnung des Haftbefehls in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Update vom 9. Februar 2022, 11 Uhr: Randalierer von Karlstadt muss vor Ermittlungsrichter - Motiv weiter unklar

Einen Tag nach der Festnahme eines in Karlstadt randalierenden Mannes soll der Verdächtige am Mittwoch (9. Februar 2022) einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Dieser werde entscheiden, ob der 22-Jährige in Untersuchungshaft komme oder in einem Bezirkskrankenhaus untergebracht werde, sagte ein Polizeisprecher.

Der psychisch angeschlagene Mann hatte in der Nacht zu Dienstag mit einem Messer bewaffnet in einem Mehrfamilienhaus gewütet und einen Großeinsatz ausgelöst. Ernsthaft verletzt wurde niemand. Nach stundenlangen Verhandlungen konnte der 22-Jährige aus Niedersachsen schließlich auf dem Hausdach widerstandslos festgenommen werden.

Zu seinem möglichen Motiv gibt es bisher keine Informationen. Der Mann wollte den Polizeiangaben zufolge offenbar eine Bekannte aufsuchen, die sich in dem Haus im Landkreis Main-Spessart aufgehalten hatte.

SEK-Einsatz in Karlstadt - Berichte über Geiselnahme

Laut dem Polizeisprecher soll kurz nach Mitternacht ein Notruf eingegangen sein über einen randalierenden 22-Jährigen in einem Mehrfamilienhaus in der Brunnengasse. Als die Polizei eintraf, sei der mit einem Messer bewaffnete Mann in die Wohnung einer 52-Jährigen geflüchtet. Daraufhin wurden das SEK und eine Verhandlungsgruppe der Polizei hinzugerufen.

In den Morgenstunden sei der Mann dann eigenständig aus der Wohnung der 52-Jährigen auf das Dach des Hauses geflüchtet. Über einen längeren Zeitraum bestand die Gefahr, dass der Mann vom Dach stürzen könnte, daher wurden noch weitere Einsatzkräfte angefordert, unter anderem von der Bergwacht.

Erst gegen 9.30 Uhr konnte der Mann schließlich durch Spezialeinsatzkräfte widerstandslos festgenommen werden. Bei dem Mann handelt es sich um einen 22-Jährigen aus Niedersachsen, der offenbar eine Bekannte aufsuchen wollte, die sich in der Nacht in dem Mehrfamilienhaus in Karlstadt aufgehalten hatte. Eine Vorbeziehung zu der 52-jährigen Bewohnerin, in deren Wohnung er flüchtete, bestand nach derzeitigem Ermittlungsstand offenbar nicht. 

Mit Messer bewaffneter Mann flüchtet auf Hausdach - Polizei meldet Festnahme

Der 22-Jährige befindet sich zur Stunde (Stand 12.00 Uhr) in Polizeigewahrsam. Die Hintergründe der Tat sind derzeit noch unklar und Gegenstand der andauernden Ermittlungen, die von der Kriminalpolizei Würzburg in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg durchgeführt werden.

Ernsthaft verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Neben den Einsatzkräften der Polizei befanden sich auch ein Großaufgebot des Rettungsdienstes, die Freiwillige Feuerwehr Karlstadt, die Berufsfeuerwehr Würzburg sowie die Bergwacht Bayern im Einsatz. 

mit dpa

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