Wenn man auf dem Sandplatz der Firma Raab in Ebensfeld ankommt, fällt einem als erstes ein typisches Merkmal auf: der Staub. Überall wirbelt er durch die Luft und sorgt für so manchen Hustenanfall der dort arbeitenden Menschen. Es fehlen nur noch die umher kullernden Heuballen für die filmreife Western-Atmosphäre. Perfekte Bedingungen also für das geplante Vorhaben. Schließlich entsteht hier gerade ein Film. Der Grund? Die Firma Raab leidet seit längerem unter einer zu geringen Zahl an Auszubildenden. Ein Werbespot über die spannende und abwechslungsreiche Arbeit im Unternehmen soll Abhilfe schaffen. Auf das Kommando "Und jetzt los!" röhren die Motoren der kiloschweren Stahlbestie. Weiterer Staub zieht über den Platz, und zusammen mit den einfallenden Sonnenstrahlen ergibt sich ein traumhaftes Licht- und Schattenspiel.

Überraschend schnell erfolgreich

Udo Langer ist zufrieden "Das war geil! Die Szene ist schon mal im Kasten!", ruft er den Mitarbeitern der Firma Raab und seinem mitgebrachten Team zu. Breites Grinsen macht sich unter den Versammelten breit. Durch die Erfahrung am Vortag ist allen klar: So ein schneller Erfolg ist alles andere als selbstverständlich. Daher tut auch das Wissen um den damit erarbeiteten Zeitpuffer für die Folgeszenen gut. Um an die bisher insgesamt zehn Sekunden fertigen Filmes zu kommen, verbrachte das Team schon mehr als fünf Stunden allein mit Dreharbeit. Die benötigte Zeit für Arbeiten nach dem Dreh, wie das Zuschneiden und Selektieren kommt noch hinzu. Viel Arbeit also für den in seiner Gesamtlänge nur 30 Sekunden dauernden Werbeclip, der in naher Zukunft unter anderem auf den Leinwänden des Lichtenfelser Kinos zu sehen sein soll.

Damit sich dieser enorme Aufwand auch lohnt, musste bereits im Vorfeld das Konzept des Filmes im Detail ausgearbeitet und geplant werden. "Die Geschichte basiert auf dem Gegensatz von Gesagtem und Gezeigtem", erklärt Teammitglied Markus Häggberg.

Raab-Mitarbeiter Nick Schmitt erzählt von seinem Beruf, in dem er stetig aufsteigt und dabei sogar etwas Sichtbares für andere Menschen leistet. Diesen verlockenden Worten folgt eine Szene, in der er von einem Kran in die Höhe gehoben wird. Für ihn geht es also sprichwörtlich "immer hoch hinaus" in seiner Arbeit.

Nick Schmitt steht auch auf die Nachhaltigkeit seiner Arbeit, im Film steht er auf einer Autobahnbrücke, an deren Bau er beteiligt war. Er ist beim Dreh mit vollem Einsatz dabei: "Das macht großen Spaß. Gerade, wenn man sieht, dass etwas Tolles dabei herauskommt."

Das Zustandekommen solch "toller" Szenen bedarf einer Menge Kommunikation aller Beteiligten. Dies ist beim Tosen der Motoren eines mehrere Tonnen schweren Stahlkolosses eine echte Herausforderung. Mit dem Funkgerät hält Niels Langer daher Kontakt zu Paul Beuschel, dem Fahrer des Laders. Anweisungen werden so weitergegeben und Fragen übermittelt. Wenn eine Person gerade mal nicht in Funkreichweite ist, spurtet er los, um einen reibungslosen und schnellen Ablauf zu gewährleisten.

Die Mitarbeiter des Filmteams sind dabei nicht die einzigen Kreativen vor Ort. Immer wieder sieht man Mitarbeiter der Firma Raab, wie sie wild gestikulieren und auf den Regisseur und Filmer Udo Langer einreden. Dieser nimmt ihre Vorschläge ernst, schließlich sind sie die Fachkundigen auf dem Platz. Gemeinsam wird am Erfolg der Sache gearbeitet.

Ob Wort und Bild oder Filmteam und Darsteller - erst das Zusammenspiel bringt wahrlich erstaunliche Ergebnisse.