Der Altenkunstadter Ortsteil Strössendorf soll von Misch- auf Trennsystem umgestellt werden, um die Kläranlage in Burgkunstadt zu entlasten. In diese soll nur noch Schmutzwasser eingeleitet werden. Das Regenwasser hingegen wird über Regenrinnen und Straßeneinläufe in einen Regenwasserkanal geleitet, um es vor Ort versickern zu lassen.


600 000 Euro Kosten

Mit dem symbolischen Spatenstich in der Baumgartenstraße wurde am Mittwoch dieser Woche eine weitere Etappe auf dem Weg zur völligen Umstellung Strössendorfs eingeleitet: Bis Frühjahr nächsten Jahres soll die Generalsanierung der Baumgartenstraße abgeschlossen sein, in der an einigen Stellen der alte Kanal eingebrochen ist.
Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) bezifferte beim symbolischen Spatenstich die Kosten für die Maßnahme auf 600 000 Euro.
"Nach der Sanierung der Baumgartenstraße bleiben nur noch zwei Straßen ohne Trennsystem übrig: der Hirtengraben und der Heidäcker. Alle anderen Straßen wurden bereits im Rahmen der Dorferneuerung umgestellt", sagte Architekt und Bauingenieur Horst-Dieter Göhring aus Bad Rodach. Die Baufirma STL mit Sitz in Sonneberg wird in den kommenden Monaten in der Baumgartenstraße nicht nur einen Schmutz- und einen Regenwasserkanal verlegen, sondern auch die Wasserleitung mit erneuern. "Zudem werden Glasfaserrohre für ein schnelles Internet verlegt", ergänzte der Bürgermeister.
Anschließend wandte sich Göhring der Sanierung der Straße zu. Die Renovierung liegt für den Experten klar auf der Hand: Nach dem Einbau von zwei neuen Kanälen wäre von der Straße nicht mehr viel übrig geblieben. So hatte es auch die Gemeinde gesehen. Sie beschloss, den Unterbau der rund 220 Meter langen Straße, an der der Zahn der Zeit nagt, zu verstärken und mit einer zweilagigen Asphaltdecke zu versehen. "Die Baumgartenstraße war vor der Eingemeindung von Strössendorf nach Altenkunstadt im Jahre 1975 gebaut worden, hat also schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel", ergänzte Gerd Hofmann von der Bauverwaltung.
Nach Auskunft von Bauleiter Georg Freund von der Firma STL erhält die Straße einen 32 Zentimeter breiten Rinnenbord aus Granit-Großpflaster. Für einen Gehsteig, ergänzte Göhring, sei die Straße zu schmal. Sein Fazit: "In der kleinen Seitenstraße klappt es hervorragend zwischen Fußgängern und Automobilverkehr." Was geschieht mit dem provisorischen Regenüberlaufschacht in der Zeublitzer Straße? "Er wird stillgelegt und die Baumgartenstraße an das Trennsystem in der Zeublitzer Straße angeschlossen", erläuterte Göhring. Die Bürger würden von der Sanierung profitieren. Sie hätten eine neue Straße und eine ordentliche Entwässerung, sagte er.
Zugleich ließ der Fachmann nicht unerwähnt, dass auch Kosten auf die Anwohner zukämen. "Die Leitungen werden bis kurz nach der Grundstücksgrenze verlegt", klinkte sich Bauleiter Georg Freund ein. Die Hausanschlüsse hingegen müssten die Anlieger auf eigene Kosten verlegen lassen. Der Fachmann empfahl den Grundstücksbesitzern, dies während der Bauarbeiten von seinem Unternehmen gleich mitmachen zu lassen. Hofmann ergänzte, dass man nach Ende der Bauarbeiten auch eine andere Baufirma damit beauftragen könne. "Die Bürger wurden in zwei Anliegerversammlungen darüber eingehend informiert", schloss Hümmer das Kapitel.
Die fünf Meter breite Straße ist wegen der Bauarbeiten momentan bis auf Weiteres für den gesamten Verkehr gesperrt. Aus diesem Grund wird derzeit von der Firma STL am Ortsausgang in Richtung Trebitzmühle auf dem Gelände des ehemaligen Bolzplatzes ein Parkplatz für die Bewohner der Baumgartenstraße geschaffen. Hofmann erinnerte die Anwohner daran, die Mülltonnen während der Baumaßnahme zum jeweiligen Abholtermin an der Zeublitzer Straße abzustellen.