VON Steffen Huber

Wer von den Lichtenfelser Stadtwerken Gas bezieht oder in einem der beiden städtischen Parkhäuser parken will, darf sich freuen. In seiner fast dreistündigen Sitzung am Montagabend hat der Stadtrat beschlossen, für das kommende Jahr sowohl den Gaspreis zu senken als auch die Parkgebühren.
Laut Dietmar Weiß, Werkleiter der Stadtwerke, konnte man für das Jahr 2015 günstiger Gas einkaufen. "Diesen Vorteil wollen wir an die Kunden weitergeben", sagte er. Seiner Aussage zufolge könne ein vierköpfiger Haushalt bei einem Gasverbrauch von 20 000 Kilowattstunden rund 56 Euro im Jahr sparen. Darüber hinaus werde man auch den Grundpreis für den Gasbezug senken, führte Weiß aus.

"Fördert nicht das Sparen"

Bernhard Christoph (Bündnis 90/Die Grünen) betonte in einer kurzen Diskussion, dass seine Fraktion
sicher nicht einer Preissenkung im Wege stehen wolle. Er befürchtete aber: "Die Endpreise für erhöhten Verbrauch werden ebenso günstiger, was leider nicht das Sparen fördert."
Diese Meinung konnte Dritter Bürgermeister Winfried Weinbeer (FW/FB) überhaupt nicht teilen: "Die Werkleitung hat die Gunst der Stunde genutzt, einen guten Kaufvertrag für Gas abzuschließen. Darum müssen wir die Senkung an die Bürger weitergeben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Leute heute noch Energie verschwenden." Dies sahen die Stadträte ebenso und stimmten einer Senkung der Gastarife zum 1. Januar 2015 einstimmig zu.

Ebenfalls sinken werden die Gebühren für die Parkhäuser "Oberes Tor" und "Unteres Tor". So kostet die Tageskarte zum 1. Januar 2015 vier statt wie bisher sechs Euro. Und einen Jahresparkausweis erhalten Interessenten bereits für 200 statt wie bisher für 330 Euro. Die weiteren Gebühren bleiben dagegen gleich.

Dem Wunsch nach Stellplätzen nachkommen

Wie Erster Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) ausführte, will die Stadt damit vor allem Anwohnern ohne Parkmöglichkeit entgegenkommen. "Ich habe in den vergangenen Monaten sehr oft den Wunsch der Einwohner der Innenstadt ohne eigenen Stellplatz nach Anwohnerparkplätzen gehört", erläuterte das Stadtoberhaupt. "Allerdings können wir im Bereich des Oberen Tores solche nicht ausweisen, weil diese dem Handel erhalten bleiben sollen. Darum wollen wir den Anreiz schaffen, für verhältnismäßig geringe Kosten in den beiden Parkhäusern Fahrzeuge abzustellen." Er hoffe, die Innenstadtbewohner ohne eigenen Stellplatz nähmen dieses Angebot an.

Darüber hinaus habe man auch die Tagesgebühr gesenkt, um Kunden, die in der Innenstadt einkaufen wollen, eine günstige Parkmöglichkeit zu geben. Hügerich räumte Überlegungen ein, das derzeit noch kostenlose Parken in beiden Parkhäusern wegen der Baumaßnahme in der Coburger Straße auch noch auf den Dezember auszudehnen. "Wir haben jedoch beschlossen, diese Möglichkeit nur so lange zu gewähren, bis die Coburger Straße für den Verkehr wieder freigegeben wird, also bis zum 30. November. Würden wir dies wollen, wäre ein neuer Stadtratsbeschluss notwendig, da der alte nur für die Dauer der Sperrung der Coburger Straße gilt", schlug der Rathauschef vor.

Würde auch den Geschäftsleuten in der Innenstadt helfen

Mathias Söllner (Grüne) befürwortete diesen Vorschlag, der vor allem den Geschäftsleuten in der Innenstadt helfen würde. Unterstützung gab es dafür von Helmar Zipp (SPD). Jedoch nicht von zahlreichen anderen Stadträten. Christian Barth (CSU) lehnte es ab, in jeder Sitzung der Stadt mehrere Tausend Euro an Einnahmen zu streichen. Er lehnte die Ausdehnung des kostenlosen Parkens auf den Dezember ab. Und seine Fraktion werde der Senkung der Tages- und Jahresausweise nur zustimmen, wenn diese zeitlich auf ein Jahr begrenzt sei. "Wenn wir sehen, dass unser Angebot angenommen wird, können wir darüber reden, es beizubehalten. Schaffen wir es aber nicht, die zahl der Tages- und Jahreskarten zu erhöhen, sollten wir darüber nachdenken, zum alten Tarif zurückzukehren", sagte Barth.
Rudi Breuning (SPD) betonte, dass der Werksausschuss sich klar dazu entschlossen hat, das kostenlose Parken bis zu dem Zeitpunkt zu ermöglichen, bis die Coburger Straße wieder für den Verkehr eröffnet wird. "Wer dies noch in den Dezember verlängern will, obwohl man wieder auf der Coburger Straße fahren darf, muss auch mal sagen, wie wir hier diese Kosten tragen sollen!", so Breuning.

Schließlich stimmten 17 Stadträte bei elf Befürwortern gegen den Vorschlag, auch im Dezember kostenloses Parken zu erlauben. Dagegen wurde die neue Gebührenordnung mit der auf ein Jahr befristeten Senkung der Tages- und Jahresausweise einstimmig angenommen.