Zur ersten Übungsstunde am 22. April 1991 haben sich 17 Teilnehmer in der Turnhalle der Grundschule eingefunden. Im Laufe der Jahre ist die Herzsportgruppe dann auf über 120 Mitglieder angewachsen. Am Freitag feierte die Gruppe im Schützenhaus ihr 25-jähriges Bestehen mit Gästen und Ehrengästen. In ihren Grußworten unterstrichen Landrat Christian Meißner und Dritter Bürgermeister Winfried Weinbeer (FW) die Bedeutung des Sports für die Gesundheit.
"Unsere Herzsportgruppen zeigen, wie durch Eigeninitiative und Verantwortung mit regelmäßiger sportlicher Bewegung dem Alterungsprozess entgegengearbeitet werden kann", machte Dr. Wilhelm Atzpodien, der Gründungsvorsitzende der Herzsportgruppe, deutlich.


Betreuung nach Herzinfarkt

Um den Betroffenen in der Region nach einem akuten Herzinfarkt im Anschluss an den Klinikaufenthalt eine optimale Betreuung anzubieten, wurde mit Unterstützung von Landrat Ludwig Schaller und dem damaligen Leiter der Volkshochschule Johann Dötzer unter der Trägerschaft der VHS die Gruppe gegründet. Der damalige Übungsleiter war Herbert Marr, "der mit großer Begeisterungsfähigkeit die Herzgruppen mit Leben erfüllt hat", würdigte Atzpodien. Es sei eine bekannte Tatsache, dass Sport in Gemeinschaft mehr Spaß mache und der Erfolg dabei anhaltender sei. Seit November 2002 betreut Schwester Petra Ernst als Übungsleiterin die beiden Herzsportgruppen.


Leistungsfähigkeit steigern

Auch Gründungsmitglied Erich Dünninger sprach von einem Erfolgsmodell. Ein Ziel des Herzsports sei die langsame Erhöhung der körperlichen Leistungsfähigkeit und eine Verbesserung der psychischen Befindlichkeit. "Durch das zwischenmenschliche Gespräch mit ebenfalls Betroffenen nimmt die Angst ab", sagte Dünninger. Die positive Wirkung des Herzsports habe auch eine Untersuchung am Herzzentrum Leipzig bestätigt. Als geeignete Sportarten für Herzpatienten nannte der Arzt Wandern, Walking, Joggen, Schwimmen, Radfahren, Rudern und Skilanglauf. Mit regelmäßigem körperlichem Training lasse sich die Sterblichkeit um 27 Prozent verringern. Allerdings sah Dünninger auch "düstere Wolken am Horizont" der Herzsportgruppen aufziehen. Von den jüngeren Ärzten seinen nur noch wenige bereit, die medizinische Betreuung während der Übungsabende zu übernehmen. Neben der Gruppenleiterin sei auch die ärztliche Betreuung der Teilnehmer wichtig. Aber noch gebe es viele engagierte Kollegen.
Dieter Kellermann, aktives Herzgruppenmitglied, erinnerte an die Anfänge. "Vor 1991 wusste man bei uns noch relativ wenig über den Koronarsport." Umso dankbarer war man, als die Krankenhausärzte der Inneren Medizin am Lichtenfelser Klinikum die Initiative ergriffen und über die Tageszeitungen zu einem Treffen einluden. Unter dem Dach der Volkshochschule gründete sich dann die Herzsportgruppe. Vor Beginn der ersten Übungsstunde informierten sich die damaligen Oberärzte Erich Dünninger und Dr. Christa-Maria Wicowsky über den Gesundheitszustand der Teilnehmer. Am Ende des ersten Abends freuten sich viele schon auf die nächste Übungsstunde. Aufgrund wachsender Teilnehmerzahlen musste bald eine zweite Gruppe gebildet werden. Bald waren auch die Räumlichkeiten zu klein und es erfolgte ein Umzug in die Turnhalle der Maximilian-Kolbe-Schule. Inzwischen trainieren immer Montag zwei Gruppen Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit. "Auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz", erläuterte Kellermann. Übers Jahr verteilt finden immer wieder Veranstaltungen vom Frühjahrsausflug über eine Weinfahrt bis zur Weihnachtsfeier statt. Kellermann dankte den Ärzten, die Woche für Woche der Herzsportgruppe zur Seite stehen. Selbst dann, wenn sie zum Teil schon einen Zehnstundentag oder mehr im Klinikum geleistet haben.
Was Übungsleiterin Petra Ernst an ihren beiden Gruppen am meisten bewundert, sind der eiserne Wille und die Energie, mit der die Teilnehmer für sich und die Gemeinschaft kämpfen. Auch der Altersunterschied (derzeit zwischen 44 und 92 Jahren) erfordere viel Rücksichtnahme. Am Ende des offiziellen Teils zeigte die Herzsportgruppe unter der Leitung von Petra Ernst noch einen Querschnitt ihrer Trainingseinheiten. Und alle Gäste wurden aufgefordert, teilzunehmen. Die Bläsergruppe der Herzog-Otto-Mittelschule bereicherte die Feier musikalisch.