Einen Sitzungsmarathon absolvierte der Stadtrat am Dienstag. Vier Stunden öffentliche Sitzung war einfach zu viel. Nach drei Stunden und 40 Minuten stellte Walter Mackert (CSU) den Antrag auf Abbruch der Sitzung. "Wir sind an unserer physischen Leistungsfähigkeit angelangt", sagte er. Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) sah das ein, führte aber die öffentliche Sitzung noch 20 Minuten weiter und ließ dann noch die nichtöffentliche folgen.
Es ging um die Gesamtfortschreibung des Flächennutzungsplans, insbesondere um die Abwägung der Stellungnahmen der frühzeitigen Beteiligung der Behörden und Bürger. Jede einzelne musste das Gremium aus dem 50-seitigen Papier beschließen. Während die Eingaben der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange einstimmig abgenickt wurden, gab es bei den Wünschen der Grundstückseigentümer reichlich Diskussionsstoff und Gegenstimmen bei der Beschlussfassung.
Kohmann wies darauf hin, dass der ganze Vorgang noch einmal vom Stadtrat in seiner Septembersitzung beschlossen werden müsse, sobald das Landratsamt seine Stellungnahme dazu abgegeben hat. Bis zum Abbruch der Sitzung wurden 28 Stadtteile behandelt. In Schönbrunn wurde die Anträge von Adelheid und Sven Lorenz abgelehnt, ihre Grundstücksflächen als Dorfgebiet auszuweisen, da sie im Außenbereich, im Landschaftsschutzgebiet und im Überschwemmungsgebiet liegen. Jürgen Hagel (CSU) wünschte sich dagegen eine Weiterentwicklung des Sportplatzes. In Wolfsdorf beantragte Josef Zipfel, sein Grundstück als Wohnbaufläche auszuweisen. Der Stadtrat lehnte gegen sechs Stimmen die Ausweisung von Bauflächen im Außenbereich an, da innerhalb des Dorfes ausreichende bauliche Entwicklungsmöglichkeit bestehen. Das gleiche galt für den Antrag von Josef Kuhn. Johann und Gerlinde Betz in Loffeld erhoben Einspruch gegen die Ausgrenzung ihres Grundstücks aus dem Flächennutzungsplan. Der Stadtrat lehnte die Darstellung des Grundstücks im Flächennutzungsplan ab, da an anderer Stelle in Loffeld genügend Bauplätze bestehen und nicht beabsichtigt sei, das Dorf in diesem Bereich weiterzuentwickeln. Als Gründe wurden die Problematische Erschließung und die Nähe zur Staatsstraße angegeben. Es gab Gegenstimmen auch bei der Ablehnung des Antrags von Herbert Kuhn, sein Grundstück in Loffeld als Baugebiet auszuweisen.
In Stublang wehrte sich Gabriele Keller gegen die Ausweisung ihrer Grundstücke im Flächennutzungsplan. Sie sei mit 5675 Quadratmetern zu 35 Prozent betroffen. Sie sei nicht verkaufswillig und forderte gleichwertiges Ersatzland. Bürgermeister Jürgen Kohmann machte deutlich, dass mit der Darstellung im Flächennutzungsplan weder ein Bauzwang noch ein Verkaufszwang verknüpft sei. "Die Stadt stellt lediglich ihre Entwicklungsabsichten dar", sagte er.


Gemischte Baufläche

Den Antrag von Josef Schramm, sein Grundstück in Uetzing als ganze Fläche in den Plan aufzunehmen, lehnte der Stadtrat ab, genehmigte aber ein Teilfläche am Stublanger Weg. Einverstanden war der Stadtrat mit dem Antrag von Hans Dinkel aus Weisbrem, der um die Aufnahme einer Teilfläche zur Wohnbebauung in Uetzing bat. Dazu wären die Außengrenzen nur anzupassen und eine Zufahrt wäre vorhanden. Der Stadtrat entschied, dass das Grundstück als gemischte Baufläche dargestellt wird. Abgelehnt wurde dagegen der Antrag von Johann Schauer, sein Grundstück in Uetzung in den Plan aufzunehmen. Aufgrund der Lage des Grundstücks im Außenbereich werde die Darstellung als Baufläche abgelehnt. Mit der Ausweisung als gemischte Baufläche gab der Stadtrat grünes Licht für die Bauvoranfrage von Markus Dinkel. Bernhard Dinkel beantragte, seine Grundstücke jeweils dem Dorfgebiet Uetzing zuzuordnen. Genehmigt wurden einige Grundstücke, abgelehnt dagegen die Grundstücke mit den Flurnummern 2021, 2022 und 2023 aufgrund der erheblichen Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und der Sichtbeziehung zu einem Denkmal.
Den meisten Diskussionsstoff lieferten Anfragen aus Schwabthal. Abgelehnt wurde der Antrag von Richard Okossy, seine bisherige Parkfläche auszuweiten. Die Parkplatzfläche liege größtenteils im landschaftlichen Vorbehaltsgebiet "Naturpark Fränkische Schweiz". Auch das Landhotel "Augustin" in Schwabthal benötigt Parkplätze. Das wurde von einigen Stadtratsmitgliedern bestätigt. An Wochenenden sei die Kapazität der Parkflächen erschöpft. Inhaber Christian Dinkel möchte, dass sein ganzes Grundstück in den Flächennutzungsplan aufgenommen wird. Damit war der Stadtrat einverstanden mit der Auflage, nur Parkplätze auszuweisen und kein Rohstofflager zu errichten.
Die Familie Dinkel beantragte, ihre Grundstücke für die Nutzung von Parkplätzen in den Plan aufzunehmen und das Terrain vom Sonder- in ein Mischgebiet umzuwandeln. Das wurde abgelehnt, da bereits ein Bebauungsplan aufgestellt worden und eine Änderung der Nutzungsart nicht vorgesehen sei.


Eine Pufferone

Die Familie Ruppenstein wünschte, dass einige Grundstücke als Bauerwartungsland ausgewiesen werden. Zwar sei derzeit genügend Bauerwartungsland vorhanden, hieß es in der Begründung. Es solle aber nicht ausgeschlossen werden, über eine Erweiterung des Dorfes nachzudenken. In Kaider beantragten Bernhard Dusold und Andreas Pfarrdrescher, ein Baugrundstück als Mischgebiet auszuweisen. Die Grünfläche in der Nähe landwirtschaftlicher Anwesen solle als Pufferzone erhalten bleiben und die Wiederaufnahme der Landwirtschaft zu ermöglichen, so der Beschluss. Im Dorf seien Baulücken vorhanden, so dass kein dringender Bedarf bestehe. Bürgermeister Kohmann machte der Vorschlag, 1000 Quadratmeter auszuweisen, auch wenn das Landratsamt das ablehnen könnte. Der Antrag wurde gegen vier Stimmen angenommen.