Wie sich die Parkplatzsituation im Umfeld des Marktplatzes und der Unteren Stadt verbessern lässt und ob dies überhaupt erforderlich ist, darüber soll ein Parkraum- und Hochbaukonzept Aufschluss geben. Und die Aufsplittung des Bebauungsplanes "Lerchenbühl - Bauabschnitt III" ermöglicht es, dass auch der Wohnungsbau in der Schuhstadt weiter vorankommen kann. Diese Themen behandelte der Burgkunstadter Stadtrat bei seiner ersten Sitzung im neuen Jahr.

Bürgermeisterin Christine Frieß (CSU) ging auf den Bebauungsplan "Lerchenbühl - Bauabschnitt III" ein, dessen wesentliches Planungsziel die Schaffung von Möglichkeiten für die Wohnbebauung ist. Bei der öffentlichen Auslegung und Anhörung der Träger öffentlicher Belange stellte sich heraus, dass vor allem noch für den westlichen Geltungsbereich des Bebauungsplanes aktuelle schalltechnische Untersuchungen zu erarbeiten sind.

Daher kam der Vorschlag von der Verwaltung, das Planungsgebiet in zwei Teile aufzuspalten: einerseits in den Bereich "Lerchenbühl - BA III - Ost", dessen Satzungsbeschluss dann möglich wäre, und andererseits könnten die Ergebnisse der schalltechnischen Untersuchungen für das Gebiet "Lerchenbühl - BA III - West" in den geänderten Entwurf des Bebauungsplanes eingearbeitet werden. Dann wäre der Billigungsbeschluss nochmals im Rahmen der Behördenbeteiligung auszulegen.

Bäume sollen nicht verschwinden

Stadtrat Thomas Müller (Bürgerverein) erachtete die Anregungen, die vom Landkreis Lichtfels zum Schallschutz gekommen waren, ebenfalls als wichtig. Und es sollte nach seiner Auffassung auch an den Klima- und Artenschutz und eine vorhandene Heckenlandschaft gedacht werden, und Bäume sollten nicht vollends verschwinden.

Auch Dritter Bürgermeister Manfred Müller (CSU) vertrat die Auffassung, dass in dem Neubaugebiet noch ein Plätzchen für eine Heckenlandschaft gefunden werden könnte. Dementsprechend und nach einer geringfügigen Verschiebung der Grundstücksgrenzen erfolgte dann auch die Entscheidung des Stadtrates, der den Bebauungsplan "Lerchenbühl - Ost" als Satzung beschloss. Die Ergebnisse der schalltechnischen Untersuchungen werden in den Bereich des Bebauungsplanes "Lerchenbühl - West" integriert.

Der Marktplatz der Stadt Burgkunstadt wird intensiv auch als Parkplatz genutzt, wobei das Parkraumangebot einerseits als nicht ausreichend und andererseits als "übernutzt" empfunden wird. Insbesondere in den Gassen der Oberen und Unteren Stadt stehen nur wenige öffentliche Parkplätze zur Verfügung, und nach wie vor ist das stadteigene Objekt "Am Bauershof 2" ungenutzt, wie die Verwaltung erläuterte. Aufgrund dessen, sagte Bürgermeisterin Frieß, habe es in den vergangenen Wochen Besprechungen der Stadtverwaltung mit der Regierung von Oberfranken und Franz Ullrich vom Planungsbüro plan&werk, Bamberg, gegeben.

Parkraum- und Hochbaukonzept

Vorgeschlagen wurde dabei eine kombinierte Planung, bestehend aus einem Parkraum- und Hochbaukonzept. Schwerpunkte wären dabei die Analyse der Bestandssituation, eine Bedarfsermittlung unter Einbeziehung des Regens-Wagner-Standortes und die Entwicklung von Vorschlägen, auch hinsichtlich von Parkraumlösungen und eines Hochbaukonzeptes. Das "Parken und Wohnen" sowie Raum für mögliche Dienstleistungsunternehmen, die im stadteigenen Gebäude untergebracht werden könnten, sollten dabei ebenfalls wesentliche Planungsziele sein.

Das Team, dem diese Aufgaben obliegen, sollte dabei aus einem Verkehrsplaner und Architekten bestehen. Aus Mitteln der Städtebauförderung könnte dabei eine Förderquote von 80 Prozent in Aussicht gestellt werden, bei zu erwartenden Gesamtkosten von 50 000 Euro.

Stadtrat Ulf Müller (FWG) nannte den Kostenaufwand nur dafür, eine Parkraumlösung zu ermitteln, "schon etwas happig".

Geschäftsleiter Sven Dietel bat jedoch zu bedenken, dass durch ein Parkplatzbedarfs- und Entwicklungskonzept auch festgestellt werde, ob die vorhandenen Parkplätze ausreichen oder weitere zu erstellen wären. All dies werde in dem Parkraum- und Hochbaukonzept erkennbar sein.

Grundsätzlich begrüßte Stadtrat Günter Knorr (CSU) dies und Zweite Bürgermeisterin Ulrike Koch (SPD) empfand eine derartige Untersuchung auch als eine gute Gelegenheit, um Ideen hinsichtlich der Wohnraum- und Parkplatzsituation zu sammeln.

Bei zwei Gegenstimmen beauftragte der Stadtrat, vorbehaltlich der Zustimmung der Regierung von Oberfranken zu einem vorzeitigen Maßnahmenbeginn, die Verwaltung, die kombinierte Planung (Parkraum- und Hochbaukonzept) auszuschreiben.

Zusätzliche Unterstützung

Der Stadtteil Mainroth feiert 2020 sein 900-jähriges Bestehen. Dazu hatte Stadtrat Marco Hennemann (CSU) einen Antrag auf Bezuschussung, insbesondere aufgrund des Besuches aus der polnischen Partnerstadt Gostynin, eingereicht. Es stand dabei der Grundsatzbeschluss des Stadtrates, wonach alle Vereine gleich behandelt werden im Raum. Im Falle von Mainroth hätte dies eine Zuwendung von lediglich 900 Euro bedeutet.

Auch wenn 2020 wieder ein Altstadtfest gefeiert werde, signalisierte Stadtrat Dieter Schmiedel seitens der SPD-Fraktion, könne er sich aus gegebenem Anlass eine besondere Förderung der Vereine im Stadtteil Mainroth vorstellen. Gemeinderat Thomas Müller erinnerte zudem daran, dass bei Städtepartnerschaften vor allem die vielen menschlichen Kontakte wichtig seien, weshalb auch an die Unterbringungen in privaten Quartieren gedacht werden sollte.

Es wurde deshalb einvernehmlich entschieden, bei diesem Freundschaftsbesuch aus Polen anlässlich des Jubiläums in Mainroth seitens der Stadt eine zusätzliche Unterstützung in Form der Übernahme von Unterbringungs- und Bewirtungskosten zu gewähren.

Zur Kenntnis nahmen die Ratsmitglieder eine Ausstellung im Rathaus vom 21. bis 25. Januar, die an jüdische Schicksale erinnert, und den Termin der Bürgerversammlung am 21. Februar.

Kostenanteil von 101 344 Euro

Eine dringliche Anordnung der Verwaltung war bei den straßenbaulichen Maßnahmen des Landkreises Lichtenfels im Umfeld des Feuerwehrhauses von Kirchlein ergangen. Dabei ist ein Kostenanteil der Stadt von 101 344 Euro angefallen.

Zuvor waren vom Bauausschuss Bauanträge abgehandelt worden, wobei es zunächst um die Aufstellung von Leuchtwerbe- und Hinweisschildern auf dem Grundstück "In der Au 2" ging. Diese waren laut Verwaltung bereits in ähnlicher Form am früheren Netto-Markt vorhanden, in dessen Räumlichkeiten jetzt das "Dänische Bettenlager" einziehen wird. Da der Bebauungsplan in diesem Umfeld keine Festsetzung hinsichtlich von Werbeanlagen vorsieht, wurden diese in der beantragten Form befürwortet.