Die oberfränkische Beteiligungsquote war beim 25. Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" wieder die höchste in Bayern. Wie Regierungspräsident Wilhelm Wenning (CSU) bei der Abschlussfeier des Bezirksentscheids in der Dr.-Stammberger-Halle in Kulmbach herausstellte, hatte Oberfranken mit 116 Orten auf Landkreisebene allein 50 Teilnehmer mehr als der Zweitplatzierte, die Nachbarn aus der Oberpfalz. Daraus sind fünf Goldmedaillen, neun Silber- und fünf Bronzemedaillen hervorgegangen. Die Wiesenthaler Musikanten umrahmten die Preisverleihung.

Seit Beginn des Wettbewerbes hat sich die Zahl der Goldmedaillen für Oberfranken auf 27 erhöht, und auch da ist Oberfranken Spitze.
Regierungspräsident Wenning: "Allen Teilnehmer am Wettbewerb gilt mein Respekt und meine Hochachtung vor ihrem Engagement, ihrem Durchhaltevermögen, oft über Jahre hinweg und ihrem Wissen und Können."

Mittlerweile gehört mehr dazu

1961 hieß das Motto noch "Unser Dorf in Grün und Blumen". In den 90er-Jahren entstand das Motto "Unser Dorf hat Zukunft". Es ist mittlerweile ein Wettbewerb, der alle Aspekte des Dorfes, seiner Bewohner und der Umgebung erfasst. "Während es früher fast schon genügte, sich mit Sommerblumen, Stauden und der Organisation von dörflichen Arbeitseinsätzen auszukennen, sind heute die Anforderungen an eine erfolgreiche Teilnahme sehr viel höher geworden", betonte der Regierungspräsident. Gleichzeitig werde aber auch sehr viel mehr bewegt in den Orten, und die Ergebnisse könnten sich sehenlassen. Wenning weiter: "Es werden nicht nur Blumenbeete gestaltet, sondern die ganze Ortsmitte erhält ein neues, freundliches Gesicht. Eines, das zum Ort passt, das alte Bausubstanz und Ensembles genauso erhält und saniert, wie den Baumbestand, Brunnen, Bachläufe oder Treffpunkte. Solche Maßnahmen brauchen eine gute fachliche Planung und Begleitung und sie kosten Geld, oft deutlich mehr, als sich ein kleiner Ort selbst leisten kann."

Der Regierungspräsident lobte in diesem Zusammenhang vor allem die Arbeit der Mitarbeiter und Planer der Dorferneuerung, der Städtebauförderung sowie der Gemeinden und deren Bauämter. Und eine ganz wichtige Funktion hätten aber die Kreisfachberater und Denkmalpfleger - und ohne engagierte Kommunalpolitiker würde es überhaupt nicht funktionieren. Die Neugestaltung des Ortes ist ein Teil des Prozesses, bei dem die Beteiligten auch viel voneinander lernen. Regierungspräsident Wenning: "Ein wichtiges Anliegen der Neugestaltung muss es sein, dass sich die Gemeinden darauf konzentrieren, ihre Innenentwicklung zu stärken. Ein Überangebot an Bauland führt zu einer mangelnden Auslastung der Infrastruktur, welche mit hohen Kosten für die Allgemeinheit verbunden ist."

Die Sanierung der Bausubstanz, von Wegen und Plätzen oder notwendige Infrastrukturmaßnahmen wie der Breitbandausbau trügen viel zur Verbesserung des Wohnumfeldes in den Ortschaften bei und wirkten dem Rückgang der Bevölkerung gerade in demografisch benachteiligten Räumen wie Oberfranken entgegen. Über den baulichen Maßnahmen dürfe man aber das, was den ursprünglichen Kern des Wettbewerbs ausmachte, nicht vergessen, nämlich das Grün: "Wir brauchen die grüne Infrastruktur heute mehr denn je. Biologische Vielfalt ist der Reichtum an Arten, Lebensräumen und Ökosystemen, aber auch die genetische Vielfalt innerhalb einzelner Pflanzen- und Tierarten. Für das Überleben der Menschheit ist die biologische Vielfalt unverzichtbar", sagte Wenning.

An die Preisträger gewandt, sagte er: "Sie haben alles richtig gemacht! Oberfrankens Landschaften und Oberfrankens Dörfer sind deshalb auch noch vielfältig und attraktiv."

Bezirksrätin Christine Bender (CSU) nahm gemeinsam mit Regierungspräsident Wilhelm Wenning die Auszeichnung der schönsten Dörfer Oberfrankens mit den Urkunden der Bayerischen Staatsregierung vor. Der Bezirk Oberfranken mit Bezirksrat Siegfried Stengel, der Bayerische Bauernverband mit Landesbäuerin Anneliese Göller und der Bezirksverband für Gartenbau- und Landespflege mit Bezirksvorsitzender Gudrun Brendel-Fischer vergaben schließlich noch Sonderpreise.
Gold
Döringstadt, Markt Ebensfeld, Landkreis Lichtenfels; Lahm/Pülsdorf, Landkreis Coburg; Neudrossenfeld, Landkreis Kulmbach; Schönbrunn, Stadt Wunsiedel; Steppach, Gemeinde Pommersfeld, Landkreis Bamberg.

Silber
Heidelheim, Stadt Selb, Landkreis Wunsiedel; Issigau, Landkreis Hof; Kirchschletten, Gemeinde Zapfendorf, Landkreis Bamberg; Kleukheim, Markt Ebensfeld, Landkreis Lichtenfels; Sassendorf, Markt Zapfendorf, Landkreis Bamberg; Schönbrunn, Stadt Bad Staffelstein, Landkreis Lichtenfels; Schwärzdorf, Gemeinde Mitwitz, Landkreis Kronach; Trabelsdorf, Gemeinde Lisberg, Landkreis Bamberg; Weigelshofen, Markt Eggolsheim, Landkreis Forchheim.

Bronze
Görau, Stadt Weismain, Landkreis Lichtenfels; Habnith, Stadt Marktleuthen, Landkreis Wunsiedel; Münchenreuth, Gemeinde Feilitzsch, Landkreis Hof; Tüschitz, Markt Küps, Landkreis Kronach; Zapfendorf, Landkreis Bamberg.

Sonderpreise
Habnith, Stadt Marktleuthen, Landkreis Wunsiedel: Beispielhafte Direktvermarktung als tragendes Element in Dorf- und Landwirtschaft
Sassendorf, Gemeinde Zapfendorf, Landkreis Bamberg: Vorbildliche Grüngestaltung
Münchenreuth, Gemeinde Feilitzsch, Landkreis Hof: Gelungene Integration des Wohn- und Pflegeheimes "Gut Münchenreuth".