So eine Vorrichtung hat bislang keine Feuerwehr im Stadtgebiet: Auf dem Auspuff des Feuerwehrautos in der Halle in Reundorf, einem LF 8/6, befindet sich eine mit Druckluft fixierte Manschette, von der aus ein Schlauch nach oben zu einer Schiene an der Decke führt. Sobald jemand den Motor des Einsatzfahrzeugs startet, schaltet sich ein Gebläse an und leitet die Dieselabgase ins Freie. Ist das Feuerwehrauto aus der Halle herausgefahren, ploppt der Schlauch automatisch weg. Beim Zurückkommen von einem Einsatz wird er vor der Halle wieder angebracht. Die Anlage sorgt dann dafür, dass auch bis vor dem Abstellen die Luft im Raum sauber bleibt.

Und nicht nur die Luft. In der Fahrzeughalle der Reundorfer Wehr hängen auch die Schutzanzüge aller 41 Aktiven sowie der neun Jugendlichen. Auch auf der Kleidung würden die Emissionen sonst Niederschlag finden.

Es ist rund acht Jahre her, dass die Weltgesundheitsorganisation Dieselruß als definitiv krebserregend eingestuft hat. Doch noch immer arbeiten Menschen unterschiedlichster Berufsgruppen in nächster Nähe zu laufenden Motoren - auf Baustellen etwa. Auch Feuerwehrleute tun das.

Im Freien wird das hingenommen, weil eine Verdünnung eintritt. In den Fahrzeughallen setzt eine Neuregelung jetzt dieser Belastung ein Ende. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann informierte die Landkreise und Gemeinden über eine Umsetzungsempfehlung, die vom Landesfeuerwehrverband erarbeitet wurde. "Wir haben uns gemeinsam der Thematik angenommen, um möglichst unbürokratische Lösungen zu finden", schrieb er.

Eine Trennung der Fahrzeugabstellplätze von den Umkleide- und Aufenthaltsräumen, wie es eigentlich sein sollte, ist bei vielen Gebäuden nicht oder nur mit enormem Aufwand möglich. Deshalb wird für solche Fälle ein Absaugen der Abgase empfohlen. Um die Funktionsweise zu testen, ist die vor wenigen Wochen eingebaute Anlage in Reundorf das Pilotprojekt. Bei der Auswahl habe die Zahl der Einsätze und die Art des Unterstands mit nur einem Fahrzeug eine Rolle gespielt, wie Kommandant Sebastian Voll wissen lässt. Er ist zufrieden. Rund 5000 Euro hat die Stadt Lichtenfels als Träger der Feuerwehr dafür investiert. Stadtbaumeister Gerhard Pülz will abwarten, wie sich das System in Reundorf bewährt. Dann sollen weitere Feuerwehrhäuser folgen, in denen ähnliche Bedingungen herrschen. Es ist ein Schritt zu besserem Gesundheitsschutz für die Einsatzkräfte.