• Lichtenfels: Familienunternehmen Robert Hofmann streicht jede dritte Stelle
  • "Überraschend großer Einbruch der Nachfrage": Kampf mit Situation in Automobil-Bereich
  • Unternehmen immer noch stark abhängig von der Branche
  • So geht es mit den Beschäftigten weiter

Die Robert Hofmann GmbH in Lichtenfels wird einen drastischen Stellenabbau vornehmen. Das hat das mittelständische Familienunternehmen, das Baugruppen und -teile für verschiedene Industriebranchen anfertigt, in einer Mitteilung bekannt gegeben. Demnach soll im Zuge einer seit 2017 laufenden "Neuaufstellung" jede dritte Stelle gestrichen werden. Dies sei "leider unvermeidlich", heißt es. 

Lichtenfelser Unternehmen: 60 bis 70 von 200 Stellen werden gestrichen 

Das Unternehmen erlebe seit 2017 eine Veränderung der Märkte, wie es sie "in dieser Form in der über 30-jährigen Geschichte" noch nicht gegeben habe. Betroffen davon sei die Automobilbranche. Trotz zahlreicher Umstrukturierungen hänge immer noch rund die Hälfte der Aufträge an der Automobilindustrie. "Leider kam es hier in diesem Jahr zu einem überraschend großen Einbruch der Nachfrage", wird Geschäftsführer Oliver Hofmann zitiert.

 "Um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten, sehen wir uns gezwungen, die begonnene Neustrukturierung noch einmal zu beschleunigen. Im Zuge dessen kommen wir nicht umhin, unsere Stammbelegschaft um 60 bis 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu reduzieren", so Hofmann weiter. Insgesamt beschäftige man derzeit rund 200 Menschen. Man wolle dafür mithilfe einer Transfergesellschaft "betriebsbedingte Kündigungen vermeiden und die notwendige Reduzierung der Arbeitsplätze so sozialverträglich wie möglich gestalten". 

Diese Schritte seien im Vorfeld mit dem Tarifverband, den Betriebssprechern und mit der Arbeitsagentur abgestimmt worden, heißt es. Insgesamt stelle man über zwei Millionen Euro für Abfindungen und die Transfergesellschaft bereit. "Diese Maßnahmen seien "leider unvermeidlich" und dienten dem "zentralen Ziel, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern und das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen", heißt es.

Familienunternehmen Robert Hofmann sieht sich trotz Stellenabbau "bestens aufgestellt"

Man habe allerdings "bereits 2018 damit begonnen, aktiv neue Märkte zu erschließen, Projekte zu akquirieren und Veränderungen anzustoßen", so der Geschäftsführer. Diese Maßnahmen hätten auch die gewünschten Erfolge erzielt, "optimistisch in die weitere Zukunft blicken" lasse.  So produziere das Unternehmen in der Luftfahrt-Branche die Fenster für die beiden Airbus-Modelle A320 und A350.

Mit diesem Projekt sei es dem Unternehmen gelungen, in diesem internationalen Markt "weiter Fuß zu fassen". Ein weiterer wichtiger Wachstumsmarkt für das Unternehmen sei die Medizintechnik. Hier habe man eine eigene Firma ausgegründet. Ihre Aufgabe sei es, eigenständig Produkte zu entwickeln und zur Marktreife zu führen. Das sei bisher mit Medizinprodukten gelungen, die die Therapie von Patienten mit Symptomen an den Händen nach einem Schlaganfall oder bei rheumatischen Erkrankungen unterstützten.

Für die Kunden ändere sich im Zuge der Neustrukturierung nichts, verspricht der Chef. "Wir werden unsere Aufträge, wie gewohnt, termingerecht und in hoher Qualität bearbeiten. Mit unseren bekannten Kernkompetenzen sehen wir uns für alle künftigen Anfragen und Herausforderungen bestens aufgestellt", zeigt sich das Lichtenfelser Familienunternehmen betont positiv.