Ein Grobkonzept für die neue Nutzung der Katharinenkapelle und des Heimatmuseums in Klosterlangheim liegt vor. Die Feinplanung soll in relativ kurzer Zeit folgen, denn es gilt, Fördermittel zu beantragen. Derzeit steht noch völlig in den Sternen, was das Konzept und dessen Umsetzung kosten sollen. "Es gibt noch keine Kostenschätzung", sagte Kämmerer Johann Pantel in der Stadtratssitzung am Dienstag.

Gleichwohl hat der Stadtrat mit seiner Zustimmung ein straffes Zeitkorsett geschnürt. Im Herbst schon soll die detaillierte Planung beim Amt für Ländliche Entwicklung eingereicht werden, um ins Förderprogramm zu gelangen, sagte Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD). Der Stadtrat hatte sich kürzlich vor Ort ein Bild von der Situation gemacht. Der Bürgermeister sprach von massiven Schäden, die es zu beheben gelte. Das Projekt dürfe jedoch kein Schnellschuss werden, und "Pflichtaufgaben haben immer Vorrang". Klosterlangheim sei "ein Juwel, das man touristisch aufwerten kann, wenn uns die finanziellen Mittel bereitgestellt werden können", urteilte der Bürgermeister.

Die Heimatfreunde Klosterlangheim waren zusammen mit Stadtarchivarin Christine Wittenbauer damit beauftragt, das Grobkonzept zu erstellen. Darin ist vorgesehen, in der Katharinenkapelle den thematischen Schwerpunkt auf die Säkularisation in Bayern zu legen. Das Baufragment der Katharinenkapelle ist nach Ansicht der Planenden ein ideales Beispiel für die Wunden der Säkularisation.

In die Feinplanung soll die einst herausragende Rolle Klosterlangheims für die Entwicklung der Region am Obermain einfließen - als Hauskloster der Andechs-Meranier, Wirkungsstätte von Abt Mauritius Knauer ("Hundertjähriger Kalender") und als das Kloster, das Vierzehnheiligen hervorbrachte.


Im Lichtenfelser Stadtrat notiert

Zuschuss Die Oberfrankenstiftung hat signalisiert, dass sie zur Sanierung des Rathausdaches 300 000 Euro beisteuern wird.

Erweiterung Einstimmig plädierte der Stadtrat für eine Einbeziehungssatzung für das Areal an der Schloss-Banz-Straße in Kösten. Dadurch können weitere Bauplätze geschaffen werden.

Haushalt Der Haushaltsplan 2016 des Zweckverbands Konventbau Klosterlangheim sieht Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt von 88 400 Euro vor sowie im Vermögenshaushalt von 7400 Euro. Kreditaufnahmen sind nach Angaben von Kämmerer Johann Pantel nicht vorgesehen. Die Auslastung des Konventgebäudes ist seinen Angaben zufolge weiterhin auf einem hohen Stand.

Strombeschaffung Die Strombeschaffung für die Stadt Lichtenfels vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2019 wurde über eine Bündelausschreibung neu geregelt. An dieser Ausschreibung nahmen 1454 Kommunen und pro Los bis zu 17 Bieter teil. Aufgrund des regen Wettbewerbs habe das Verfahren dazu geführt, dass günstige Energiepreise erzielt werden konnten, sagte Bürgermeister Andreas Hügerich. Bei einem Stromverbrauch der Stadt von fünf Millionen Kilowattstunden pro Jahr seien Einsparungen von rund 75 000 Euro möglich. Auf die dreijährige Vertragslaufzeit bedeute das insgesamt rund 225 000 Euro gesparte Energiekosten.




Meinung

Langheimer Legosteine

Aufwerten? Ja - unbedingt, Klosterlangheim hat Potenzial! Dieser geschichtsträchtige Ort verdient mehr Aufmerksamkeit. Dass die nur in Teilen erhaltene, lange sträflich vernachlässigte Katharinenkapelle ins neue Konzept mit einbezogen werden soll, ist ideal. Es gibt keinen besseren Ort als diesen, um an die Wunden der Säkularisation zu erinnern. Der stark verstümmelte spätromanische Bau, dessen Portal sich im Bode-Museum in Berlin befindet, ist prädestiniert für eine museale Nutzung. Bislang führte diese Portenkapelle der ehemaligen Zisterze Langheim ein trauriges Dasein als Schuppen und Garage. Gut, dass die capella ante portas überhaupt noch steht, denn kurz nach der Säkularisation wurde Langheim leergekauft, geradezu geplündert. Die Bewohner der Umgebung montierten ab, was sie kriegen konnten. Das vormals so mächtige Kloster war zum Steinbruch geworden. Andernorts entstanden aus den Langheimer Legosteinen neue Fassaden. Auferstanden aus Ruinen. Nun gilt es, der Zukunft zugewandt zu sein: Die Fehler der Vergangenheit aufzeigen, aber ohne Groll zurückblicken. Den Zeitgeist des beginnenden 19. Jahrhunderts bannen und ihn verstehen - diese Chance besteht im Rahmen der Neukonzeptionierung. Optimistisch betrachtet: Die Säkularisation hat nicht alles verschwinden lassen, durch sie wurde manches Neue geschaffen. Die Fragmente des Klosters sind noch immer eindrucksvolle Zeugnisse der klösterlichen Blütezeit. Langheim war nicht nur ein geistig-geistliches Zentrum am Obermain, es war mit seiner wirtschaftlichen Potenz ein prägender Faktor. Das mit modernen didaktischen Mitteln aufzuzeigen und die alten Verbindungspfade als Wanderwege wieder zu beleben, ist eine honorige Aufgabe.
Bleibt zu wünschen, dass die Feinplanung rechtzeitig vollendet werden kann, um die Fördervoraussetzungen zu erfüllen. Der Herbst steht alljährlich schnell ante portas. Abt Knauers Hundertjähriger Kalender böte zwar jede Menge Zeit für die Planung - aber auch viele St.-Nimmerleinstage, sollte scheinbar Wichtigeres dazwischenkommen.