Ab heute gelten die neuen Corona-Regeln, die ab einem Inzidenzwert von über 200 eine deutliche Veränderung bringen: Private Ausflüge sind nur noch in einem Umkreis von 15 Kilometern vom Wohnort gestattet.

Vor allem in Stadt und Landkreis Coburg lagen die Werte in den vergangenen Tagen deutlich darüber, auch in Kronach pendelten sie um den Wert, ebenso bewegt sich der Landkreis Bayreuth an dieser kritischen Grenze. Der Staffelberg ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Region. Wurde er am Wochenende von Spaziergängern in großen Massen heimgesucht, die die letzte Gelegenheit für absehbare Zeit zu einem Besuch nutzten? Viele Besucher gab es, aber keine aufeinander drängenden Menschenmassen.

Der Parkplatz in Romansthal war bereits am frühen Sonntagnachmittag stark frequentiert. Manche Ausflügler versuchten ihr Glück an der höher gelegenen Parkmöglichkeit. Allerdings war auch dort fast alles besetzt. Und hatte man doch einen Parkplatz ergattert, so gestaltete sich dann das Wegfahren auf dem eisglatten Untergrund als schwierig. Ein Ehepaar musste mit seinem frontgetriebenen Ford sogar von einem Jeep aus der misslichen Lage herausgezogen werden.

Wer keinen Platz für sein Fahrzeug fand, zeigte sich allerdings einsichtig, drehte um oder versuchte sein Glück in Romansthal. Ein befürchtetes Verkehrschaos blieb aus. Viele Menschen, hauptsächlich aus benachbarten Landkreisen, nutzten das sonnige Wetter zu einem - vor allem für die Bürger aus dem Coburger Raum - vorerst letzten Ausflug in das Staffelsteiner Land.

Wanderer und Schlittenfahrer genossen das schöne Wetter auf und rund um den Staffelberg. Es blieb aber genügend Spielraum, um sich aus dem Weg zu gehen. Auch auf der Rodelpiste war zum Schlittenfahren ausreichend Platz.

In der Vergangenheit hatte die Polizei keinen Grund gesehen, einzugreifen, und so war es auch an diesem Wochenende. Zwar habe man auf den Parkplätzen schon in den Vorwochen einigen Andrang registriert, berichtete der Lichtenfelser Polizeichef Erich Günther. Aber: "Auf dem Staffelberg selber verlaufen sich die Menschenmassen schnell." Von Verhältnissen wie in Thüringer Wintersportgebieten war man also deutlich entfernt, so dass im Vorfeld des Wochenendes auch keine grundsätzlichen Sperrungen angedacht wurden. Die Polizeibeamten auf Streife hätten jedoch immer Absperrband dabei, so Günther, um bei Bedarf den Zutritt zu Flächen regulieren zu können. Am zurückliegenden Wochenende war dies nicht nötig geworden, wie die Nachfrage auf der Dienststelle in Lichtenfels am Sonntagnachmittag ergab. Im ganzen Landkreis gab es laut Auskunft eines diensthabenden Beamten keinen Anlass für ein polizeiliches Einschreiten im Zusammenhang mit größeren Mengen an Ausflüglern und den geltenden Corona-Schutzmaßnahmen.